Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071530
Tempel von Pästum. 
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sprechen und antworten etwas weiter unten, an der Säule selbst, drei 
Einschnitte ringsum.  Eine starke viereckige Deckplatte isolirt die 
Säule vom Gebälk. 
(An vielen Stellen dieseswTempels scheinen die Säulen auf vier- 
eckigen Untersätzen zu stehen, allein nur weil Steine dazwischen weg- 
genommen worden sind. Die dorisclie Säule, als erdgebornel Kraft 
bedarf der Basis nicht; unmittelbar aus der obersten Tempelstufe steigt 
sie empor).  
Es folgt zunächst ein Band von hier sehr mächtigen Quadern, der 
sog. Architrav, ganz glatt und schmucklos. Es sind die Balken, welche 
iiber die Säulen hingehen. Was aber von Bewegung übrig ist, setzt 
sich fort in dem darauf folgenden Gliede, dem Fries. Die von innen 
kommenden Querbalkenenden sind in der Mitte zweimal und an bei- 
den Seiten senkrecht eingekerbt zu „Triglyphen" , die Zwischenräume 
(Metopen) aber ausgefüllt mit Steinplatten, die ohne Zweifel mit Ge- 
mälden oder Reliefs geschmückt werden sollten. Wir wissen nämlich 
nicht, ob dieser Tempel je ganz vollendet wurde.  Im Architrav ent- 
spricht jeder Triglyphe ein kleines Band mit sechs daran hängenden 
sog. Tropfen. 
Ein hier besonders weit vorragendes Kranzgesimse deckt das Ganze. 
Von unten erkennt man daran eine ideale Darstellung der schrägen 
Dachsparren, deren jeder drei Reihen von je sechs Nägeln aufweist. 
An den beiden Hauptseiten des Tempels ragen darüber die Giebel em- 
por, die zwar jetzt (und vielleicht von jeher) leer stehen, ohne jene 
Gruppen von Statuen, welche einst die attischenTempel zierten, dabei 
aber durch das schönste, gerade für diesen Bau passendste Verhältniss 
der Höhe den Blick erfreuen. Der stumpfe Winkel des Giebels näm- 
lich ist das Schlussergebniss jener ganzen idealen Rechnung zwischen 
Kräften und Lasten; er deutet genau an, wie viel von strebender Kraft 
am Ende übrig geblieben ist. 
Eine ganze Anzahl feinerer Gliederungen, welche man an den 
dorisehen Bauten Athens vorfindet, fehlen hier entweder ursprünglich 
oder durch die Verwitterung. Der Eindruck des Strengen und Mäch- 
ügen wird dadurch noch gesteigert.  
Vom Innern fehlt fast die ganze Mauer, welche das längliche Haus, 
die Cella des Gottes ausmachte. Wahrscheinlich lockten die glatten 
1st
        

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