Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073758
Verona. 
Brescia. 
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in der Heimath wenigstens ein wichtiges Gebäude, den Palazzoa 
del Consiglio (am Signorenplatz) hinterlassen. Bei grosser Eleganz 
ist dasselbe doch in der Anordnung weniger gelungen als die ähn- 
liche Loggia del Consiglio zu Padua; viertheilig, sodass ein Pfeiler 
auf die Mitte trifft; die Flaehrundgiebel der obern Fensterreihe an 
das Gesimse stossend; die Sculpturnischen in der Mitte nicht gut an- 
gebracht. Vorzüglich fein und gediegen ist (las bauliche Detail (Ge- 
simse, Archivoltcn ete.), Weniger das bloss decorative. Die Spuren 
der gemalten Arabesken an sämmtlichen Mauerilächen sind so Weit 
erhalten, dass man sich das Unter-gegangene hinzudenken kann.  
Sonst gilt z. B. noch das schöne Portal von S. Maria della Scala alsb 
Werk Fra. Giocondoüs; anderes ist Weder bedeutend, noch sicher 
von ihm. 
Von den Privatpalästen der Friihrenaissance ist kein einziger 
baulich wichtig; der Ersatz hiefür lag in der speciell veronesischen 
Sitte, die Fassaden von oben bis unten zn bemalen, wovon bei spä- 
terem Anlass. 
Von den Kirchen ist S. Nazario e Celso gothisch angefangene 
und gegen 1500 ausgebaut; S. Maria in Organo vom Jahr 1481 (died 
Fassade 1592); erstere dreischifiig mit Pfeilern, letztere eine Säulen- 
kirche mit Tonnengewölbe, eiuigermassen an S. Sisto in Piacenza 
erinnernd, nur dass der Fries über den Bogen mit vollfarbigen Ge- 
schichten bemalt ist. (Viereekige Kuppel.) Beide Kirchen sind mehr 
durch ihre decorativen Zuthaten bedeutend. 
Brescia, besitzt vor Allem einen höchst ansehnlichen Palazzo e 
communale, der 1508 von einem einheimischen Künstler, For- 
mentone, erbaut oder doch begonnen wurde. Das Erdgeschoss, 
nach lombardisehem Brauch mehr als zur Hälfte eine oifene Halle 
bildend, hat innen Säulen, aussen Pfeiler mit sonderbar hineingestell- 
ten WVandsäulen (an den Seitenfronten nur glatte Pilaster); in den 
Bogenfüllungen tiefe Medaillons mit Büsten "römischer Kaiser u. s. w.; 
11er Fries trägt bereits tüchtige Löwenköpfe. Das Obergeschoss tritt, 
Wie am Pal. del Podeste. zu Bologna, beträchtlich zurück; die Ba- 
lustracle, welche einigermasseil vermitteln sollte, ist nur vorn aus- 
B. Ciccrone. 15
        

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