Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073695
Scuola. d! S. Max-eo etc. 
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lichen Zünfte oder Confraternitäten durch Schenkungen und Vermächt- 
nisse zu einem grossen Reichthum gelangt, welcher damals wie aller 
corporative Besitz noch nicht beim ersten besten Gelüste oder Bedürf- 
niss des Staates für gute Beute erklärt werden konnte; vielmehr durfte 
und musste er sich am hellen 'l'age zeigen. Vor allem durch Schön- 
heit des Loeales. 
Die Scuola di S. Blarco, bei S. Giovanni e Paolo, erbauta 
1485, hat eine der prächtigsten Fassaden des ganzen Styles. (Man 
nimmt an, Martino L omb a r d o habe den baulichen Entwurf, Pietro 
Lombarclo das Deeorative geliefert; die Bildwerkc theils von Mastro 
Bartolonnneo, theils von Tullio Lombardo). Vom Innern hat nur noch 
die untere Halle ihre alte Gestalt; schlanke Säulen auf hohen gut- 
verzierten Piedestalen tragen eine Holzdecke ; vorzüglich gebildete 
hölzerne Consolen vermitteln beides. Das Gebäude ist jetzt als Ein- 
gangshalle mit dem zum Spital eingerichteten Dominikanerkloster ver- 
bunden.  Die Fassade ist eins der wichtigsten geschichtlichen Denk- 
male des alten venezianischen Lebens, dessen ganze elegante Fröh- 
lichkeit sich darin ausgesprochen hat. Wenn es sich aber um den 
Kunstgehalt handelt, so rechne man etwas nach, wie z. B. Bogen 
jeden Grades unter sich und mit Giebeln abwechseln, wie sinnlos die 
Fenstersäulen mit handbreiten und dabei über und über verzierten 
Pilastern begleitet sind, wie wenig die Stockwerke sich unterscheiden, 
wie der Fries und das Ornamentband zwischen den Capitälen mit ein- 
ander coneurriren u. s. w. Wir sagen dies nicht, um dem Beschauer 
den Genuss zu verderben, sondern um den grossen toscaiaischen Bau- 
rneistern neben den venezianischen Decoratoren ihren Vorrang nicht zu 
schmälern. Die letztern haben übrigens hier in der Wilnderbaren Fröh- 
lichkeit der obern Abschlüsse und deren durchbrochen gearbeiteten 
Zierrathen etwas in seiner Art Einziges hingestellt. 
Ein graziöser Rest eines Bruderschaftsgebiiixdes, um einige Jahre 
älter (1481) rmd ebenfalls vom Styl der Lombardi, ist der kleineVor-b 
hof von S. Giovanni Evangelista; zwei Wände mit Pilastern; 
hinten die Mauer mit der Thür nach dem innern Hof  diese ein- 
fachen Elemente sind mit licbevollster Pracht behandelt. (Hinten im 
Hof das schon etwas mehr dem classischen Styl geniiherte Frontstück 
einer Kirche, vom Jahr 1512).
        

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