Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073672
Miracoll. 
Typus von S. Giov. Crisostomo. 
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liche Gehalt des Gebäudes fast null ist. Der grosse runde Abschluss, 
mit buntem Seheibenwerk ausgefüllt, erdrückt die beiden delicaten 
Pilasterordnungeil; der mittlere Bogen der obern wird auf barbarische 
WVeisc breit gezogen, um de1' 'l'hi'ir unten zu entsprechen. Auch am 
Chor tragen runde Abschlüsse das Quadrat, auf welchem sich die 
kleine Kuppel erhebt. Innen hat das Schiff ein Tonnengewölbe; die 
bemalte Cassettirtmg ist sehr verschwärzt und geht ihrem Untergang 
entgegen. Der Chorbau, auf zierlicher Treppe mit Balustraden bedeu- 
tend erhöht (um darunter die Sacristei anzubringen), ist in Betreff 
seiner innern Gestalt ein ilorentinischer Gedanke auf venezianisehem 
Boden. Die Pilastcrbekleidung des Innern und Äussern ist fast ohne 
alle Abstufung als blosse Decoration mitgegeben; von dem Werth ihrer 
Ornamente wird unten die Rede sein. 
   
wiederholt die Anlage kleiner frülivenezianischer Kirchen (Seite 94, b) 
in einem neuen und höhern Sinne; das griechische Kreuz mit seiner 
Flachkuppel wird durch glückliche Abstufung in Haupträume und Eck- 
rätime, durch Schlankheit der Pfeiler zu einem perspectivisch reizen- 
den lnnenbau. Aussen zwar runde Mauerschlüsse u. a. Spielereien, 
aber einfaches Qnd gutes Detail, wie auch im Innern.  Eine in den 
meisten Beziehungen entsprechende Nachbildung, S. Felice, ist etwab 
50 Jahre jünger.  Auch S. Giovanni Elemosinario ist (1527 , vonc 
Scarpagnino) nach diesem Vorbild gebaut.  S. Maria. Materd 
Domini (von Sansovino vollendet) nähert sich durch Verlängerung 
des vordern Kreuzarmes wieder mehr der Langkirche und hat minder 
leichte Stützen.  S. Maria Formosa smit ihren tiefen, durch ZWi-e 
schenfenster verbundenen Capellen, durch welche das meiste Licht 
kömmt, ist ein unglückliches Gebäude.  Eine moderne Nachahmung 
des Systeines von S. Giovanni Crisostomo, vom Jahr 1806, bietet 
S. Maurizio. Auch die demolirte Kirche S. Geminiano (von Sansovino)f 
hatte dieselbe Anlage. 
Um 1500 wurde die Kirche S. Fantino begonnen; der Urheberg 
ist unbekannt. Als sehr glücklich gedachter Binnenraum bildet sie 
die Vorstufe zu S. Salvatorc (s. d); nur dass statt der Kuppelge- 
Wölbe noch Kreuzgewölbe angewandt sind. Der Chor wurde 1564 
von Sansovino hinzugebaut.  Neben all diesen dem Centralbau sich
        

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