Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073636
Venedig. 
Mastro Bartolommeo. 
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auf Piazza Ariostea, beide mit vorderer Strassenlmalle, der erstere mit 
einem der bessern Höfe. 
Weiter im XVI. und XVH. Jahrhundert begegnet man hier eini- 
gen kleinem Palästen, welche durch harmlose Zierrathen in den 
XNandfIächen selbst (Trophäen, Büsten, Mottoßs etc.) ein Echo der 
frühern Zierhxst offenbaren; Pal. Bentivoglio; Pal. Costabili. Das beste 
Gebäude des etwas strengem Classicislnus, Pal. Crispo (um diea 
Mitte des XVI. Jahrhunderts von Girolamo da Carpi entworfen) 
lässt es bei blossen Denksprüchen bewenden, die aber des ganze Ge- 
bäude bedecken.  Das einfache Haus des Ariost, Strada Miraso1e,b 
N. 1208.  
In Venedig drang der neue Styl im Verhäiltniss zu den Um- 
ständen spät durch. Die paduanische Malersehule und die einheimi- 
schen Seulptoren hatten schon die naturalistisehe Darstellungsweise 
ansehnlich ausgebildet, Während Baukunst und Decoration noch an den 
gothischen Formen mehr oder weniger festhielten. Der Chorbau von 
S. Zaecaria wurde (1457) gothisch begonnen fast zu derselben Zeit 
da Mantegna schon seine heilige Euphemia malen konnte. Die Ein- 
fassungen der Prachtaltiire, welche von der muranesichen lilalerwerk- 
statt- ausgingen, sind noch bis nach 1450 gothischen Styles; Mastro 
Bartolommeo meisselt Statuen im Styl des XV. Jahrhunderts für 
seine noch gothischen Zierbautexi. Seine Ports. della Carta am Dogen-c 
palast und die dazu gehörende Halle bis zur Riesentreppe hin (um 
1439) zeigen diesen Styl in seinem Verscheiden und doch noch in 
eigenthiimlich schöner Weise behandelt; das spätgothische, starkge- 
bauschte Blattwerk bildet schon Friese, die im Geist des neuen Jahr- 
hunderts gedacht sind. Sogar das Dogengrab Franc. Foscnri (i 1457)d 
im Chor der Frnri (rechts) ist noch gothisch, ein "Werk der Bildhauer- 
familie Bregno. An den Chorstühlen mehrerer Kirchen hält sich das 
Gothische bis um 1470. (S. unten.) Auch das ganze Portal von 
S. Giovamii e Paolo gehört dieser späten, vegetubilisch prächtigene 
Gothik an. 
Als aber die Renaissance hereinbrach, fand sie in dem reichen 
Venedig eine Stätte ganz eigenthümlicher Art. Die edlern Steingut-
        

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