Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073552
P8171118. 
Modena. 
Bologna. 
205 
tnng. In S. Sisto und S. Giovanni kommt das meiste Licht durch 
die Fenster der untern Capellenreihen, die zu beiden Seiten der Al- 
täre in den halbrunden Nischen angebracht sind; an der Steccatn. hat 
der Meister sogar seine Fenster ohne alle Noth so weit unten als 
möglich angebracht. Von den Kuppeln hat leider gerade diejenige 
von S. Giovanni, mit Coreggids Fresken, das kümmerlichste Licht 
durch vier kleine Luken. In der Steccata geht dem Innern, das sonst 
so schön gedacht ist, sein bester Reiz durch diesen Mangel ganz 
verloren. 
Um sich den Eindruck des Ganzen einigermassen zu vervollstän- 
digen, denke man sich bei S. Sisto und S. Giovanni eine Backstein- 
fassacie dieses Styles hinzu, wie sie z. B. S. Pietro in Modenaa 
recht schön darbietet. Wie einst die gothischen, so reproducirt in 
dieser Epoche der Backstein die antiken Formen in einer oft eigen- 
thümlieh reizenden Weise. 
In Modena ist ausser der eben erwähnten Backsteinfassade von 
S. Pietro nichts von höherer Bedeutung vorhanden; der zweite Klo-b 
sterhof daselbst (ionische Halle) hat ein sonderbar niedriges Ober- 
geschoss. Für Architekten: Pal. Coccalaane (Strada Rua del muro),c 
Backsteinbau mit reichen Gesimsen aussen und im Hof, gemalten Frie- 
sen und Decken in den untern Hallen.  Pal. Rangoni (jetzt Bellin-d 
taui, Hauptstrasse) hat rechts noch ein sehr entstelltes Höfchen mit 
oben herumgehenden offenem Pfeilergang. 
Von andern Renaissancebauten der Gegend können zwei Gebäude 
an der Via S. Antonio zu Piacenza und ein grosser halbzerstörter 
Klosterhof links neben S. Quintino in Parma für Architekten einiges 
Interesse bieten. Die Madonna della Oampagna. in Piacenza (an eineme 
Ende der Stadt) scheint eine frühe Nachahmung der Steccata. zu sein. 
Das bischöfliche Seminar in Parma, beim Dom, ist eine gute, jetztf 
vermauerte Doppelhalle. 
Bologna besitzt aus dieser Zeit keiiie bedeutende Kirche, aber 
einzelne sehr werthvolle Bruchstücke von solchen. Die ganze fröh- 
liche Naivetät der Frührenaissance lebt z. B. in der zierlichen Back- 
steinfassade der Madonna di Galliera (nahe bei S. Pietro), vomg
        

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