Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073499
Mailand. 
Frühe Bauten Bramanteus. 
199 
wenden uns über Ferrara. nach Venedig und sehliessen mit den Bau- 
ten der alten venezianischen 'l'erraferma, bis Bergamo gerechnet. Un-  
endlich Vieles, zum Theil von grOSSem Werthe, liegt abseits in 
Landstüdten; wir geben was wir gesehen haben. 
Wie zunächst in Mailand die Renaissance begann, ist nach den 
starken Umbauten der folgenden Jahrhunderte schwer zu ermitteln. 
Einzelne ilorentinische Einflüsse sind Wohl nachweisbar; so baute 
z. B. Antonio Filarete das Ospedale maggiore in Mailand, allein 
wie wir sahen, noch in einem vorherrschend gothischen Deeorations- 
styl; von Mich elozzo dagegen existirt hinten an S. Eustorgio einea 
Capelle eleganten ilorentinisehen Styles in der Art Brnnelleseds; was 
er an S. Pietro in Gessate beigefügt hat (Chor, Saeristei und Capitel- 1) 
hans), hat Verfasser dieses nicht gesehen. Jedenfalls beginnt die fort- 
laufende Reihe grüsserer Bauten erst mit den Sforzas und das Be- 
deutendste entsteht erst unter Lodovico Moro. Und zwar hlilt man 
fast die sämmtlichen Bauten aus dem letzten Viertel des XV. Jahr- 
hunderts für frühere Arbeiten des grossen Bramante von Urbino, 
dessen Name in diesen Gegenden allerdings ein Gattnngsliegriü zu 
werden scheint. (Bramante wurde geboren in Brunelleseifs 'l'odesjahr 
1444, kam nach Mailand als Ingenieur unter Giangaleazzo Sforza 1476, 
ging nach Rom vor 1500 und starb daselbst 1514; er War bekanntlich 
Oheim oder Verwandter Rafaels.) Ohne entscheiden zu können, wie 
Vieles ihm wirklich angehört, stellen wir die ihm zugeseluiebene 
Gruppe von Bauten hier zusammen; mehrere darunter offenbaren schon 
die freie Grossartigkeit seiner spiitern, römischen Schöpfungen; andere 
sind noch luefangener. Jedenfalls ist sein früherer Styl (diese Gebäude 
als die seinigen angenommen) bedingt von derjenigen reichen und 
üppigen Renaissance, wie sie an der Certosa von Pavia (die Fassade 
1473) ihren Triumph feiert; zugleich aber muss auch der schöne und 
sorgfältige Baeksteinbau der Lombarden (S. 151 ff.) einen grossen Ein- 
druck auf ihn gemacht haben.  
Beides iindet sich vereinigt in Chor, Kuppel und Querbau von 
S. Maria delle Grazie zu hiailantli). Das Innere hat eine mo-c 
1) In den unxliegenden Städten und Bieckcn gelten u. a. als von Branzanic ent- 
worfen oder erbaut: in Bnsto Arsizio; eine Rotunde;  in Leguane: die
        

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