Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073469
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Prührenaissance. 
Neapel. 
Zu derselben Zeit nahm auch ein einheimischer Künstler, An- 
drea Cicciode, der bisher gothisch gebaut (wie u. a. scin Grabmal 
für König Ladislaus beweist) die neue Bauweise an. Von ihm ein- 
afache ehemalige Klosterhöfe bei Monte Oliveto und S. Severino 
b (derjenige mit den Fresken des Zingaro), auch die Kirche Monte- 
coliveto selbst, unter deren Anbauten sich zwei einfach schöne Ca- 
pellen (rechts "und links vom Portal) I) und eine Sacristei (links hin- 
ten) von florentinischem Styl befinden. Das artige viereckige Kirchlein 
ddes Pontanus, an der Strada de' Tribunali, soll lange nach Ciccionc's 
Tode, erst 1492, nach seiner Zeichnung errichtet sein; über kräftigem 
Sockel Composita-Pilaster und schlichte Fenster; der Aufsatz un- 
vollendet, das Innere glatt. 
Zaghaft und selbst ungeschickt tritt der ilorentinische Palastbau 
emit Rustica auf in dem von 1466 datirten Pal. Oolobrano, Strada 
S. Trinitä. (Ehemals Pal. Diomede Carafa, jetzt Wohnung des Mi- 
nisters Santangelo.)  Aber noch vor dem Ende des XV. Jahrhun- 
fderts erbaute der Neapolitaner Gabriele d'Agnolo den Palast 
Gravina, dessen ehemalige, durch den jetzigen Umbau in ihren 
letzten Resten bedrohte Anlage von grösster Schönheit war: das Erdge- 
schoss gewaltige Rustica, das obere Stockwerk glatte WVände mit k0rin- 
thischen Pilastern; über den kräftig eingerahmten Fenstern Medaillons 
mit Büsten, dann das Hauptgesimse. (Das jetzige kaum das ursprüng- 
liche.) Durch die Vermehrung der Stockwerke und das Herausbrechen 
neuer Fenster geht der ganze Sinn des Baues verloren.  Von Gian- 
francesco Mormandi, um welchen sich Florenz und Neapel 
gstreiten, ist der Pal. della Rocca, Strada S. 'l'rinith; wenigstens 
die einfachen untern Stockwerke des Hofes, Bogen auf Pfeilern, mit 
der mächtigen gewölbten Einfahrt, die schon damals und seither im- 
mer für das prunkliebende Neapel bezeichnend war. An der Kirche 
h S. Severino ist von Morinandfs Bau (1490) noch die einfache flo- 
rentinisch schöne Aussenseite links erhalten.  Gut erhalten ist aus 
iderselbcn Zeit der niedliche Palast Alice, Strada S. Trinita, dessen 
Urheber ich nicht anzugeben weiss. 
1) Vielleicht von Antonio Rosellino, der für die eine derselben die wichtigen 
Sculpluren schuf. Sie entsprechen so ziemlich der von ihm erbauten Capelle 
in S. Miniato bei Florenz.
        

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