Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073168
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Gothische Dacoration. 
Grabmäler. 
luxus zur Sitte. Blosse gothische Giebel auf gewundenen Siiulchen 
über dem als Sockel behandelten Sarcopheg stehend kommen z. B. 
ain S. Croce zu Florenz (Querschiif) vor, in Fällen wo statt einer 
Hinterwand der Durchblick verlangt wurde. Sonst ist die in Mittel- 
italien mehrmals und in trefflichem Styl vorkommende Gestalt die einer 
vollständigen gothischen Nische mit einem Gemälde oder Mosaik; unten 
steht darin der Sarcophag, mit der liegenden Statue des Verstorbenen, zu 
deren Haupt und Fiissen Engel schützend das Leichentueh halten. So an 
bden beiden schönen cosmatischen Gräbern des Cardinal Consalvo 
(1- 1299) in S. Maria. maggiore, rechts vom Hauptaltar, und des Bischofs 
cDurandns in S. Maria sopra Minerva zu Rom 1).  An den 110a- 
politanis eh en Gräbern ist insgemein dieses Motiv mit einem der 
obengenannten in eine nicht eben glückliche Verbindung gebracht; der 
Sarcophag wird auf Säulen oder statt deren auf Caryatiden (allego- 
rische Tugenden) gestellt, so dass die darauf liegende Statue kaum 
mehr sichtbar ist; die beiden Engel aber, der geringen Höhe der Ni- 
sche wegen meist nur klein, machen sich hier mit dem Wegziehen 
des (steinernen) Nischenvorhungcs mehr als billig zu thun. Der Giebel 
über der Nische hat dann noch seine besondere Ausbildung und seine 
Stutuet-ten, ju. oft noch einen besondern Baldachin, der das Ganze um- 
schliesst. Ausserdem erreicht das bauliche Gehäuse namentlich an den 
dAngioinengi-äbern in S. Chiara. und S. Giovanni a. Carbonara 
einen ausserordentlichen doch niemals reinen und schönen Reichthum. 
Diese und (las zwar von Giotto aber nicht eben glücklich angeordnete 
eGrabmal Tarlati im Dom von Arezzo" werden bei der Sculptnr wieder 
zu erwähnen sein. 
Rom hat seine ältern Papstg riiber in Bruchstücken, wobei die 
bauliche Einfassung durchweg verloren ging, in die Crypta von S. Peter, 
die Sagre grotte vaticane, verwiesen. Das Grab Gregors VII im Dom 
von Salerno ist modern; im Dom von Perugin. ruht der grosse Inno- 
cenz III mit zwei Amtsnachfolgern unterhalb einer bescheidenen In- 
schrifttafel (im rechten Querschiii). Allein in S. Domenico zu Pe- 
frugia (linkes Querschiif) ist wenigstens ein Papstgrab ersten Ranges 
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 In S. Dßnwnißo zu Orvieto soll das schöne Grabuml eines Cardinals de Brayc 
von Arnolfo herrühren.
        

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