Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073142
1611- 
Gothische Decoration. 
Altäre. 
Grabmäler. 
adatuS, nach 1300) und im Lateran (gegen 1370) I). Die mosaicirten 
Thiirmchen, die südlich flachen Giebel u. s. W. sind nichts als Bastard- 
formen, aber die sichere und delicate Behandlung des Einzelnen, 
das prächtige Material, der monumentale Sinn und die Liebe, womit 
das Ganze vollendet ist, geben diesen Werken einen bedeutenden 
Werth.  Viel lebendiger gothisch und in plastischer Beziehung rei- 
cher durchgcführt (gewundene Säulen mit Blattwerk in den Rinnen etc.) 
b erscheint der erzbischöfliche Thron im Dom von Neapel, der vielleicht 
ursprünglich auch als Altartabernakel diente. 
In Oberitalien beginnt schon statt des frei und vierseitig com- 
ponirten Altartabernakels hie und da der nordische Alt-arschrein, 
d. h. eine Wand mit einfacher, doppelter oder dreifacher Nischenreihe 
für (meist hölzerne) Statuetten und mit geschnitzten Pyramiden als 
Abschluss; das Ganze bemalt und vergoldet. In einzelnen Fällen 
kamen solche Altäre sogar fertig aus dem Norden. Natürlich hat die 
spätere Zeit mit ihren vermeintlich so viel eifectreichcrn grossezi Altar- 
gemälden und Marmorgruppen diese bescheidenem Arbeiten grossen- 
theils von den Altären verdrängt; man muss zufrieden sein, wenn sie 
eiiberhaupt noch vorhanden sind. Im Dom von Piacenza ist z. B. ein 
prächtiger ehemaliger Altaraufsatz über dem Hauptportal angebracht. 
dEin anderer in S. Petronio zu Bologna. (4. Cap. links.) 
An den berühmtern Kanzeln dieser Zeit ist das Architektoni- 
sche in der Regel der Sculptur untergeordnet, ebenso an den Pracht- 
gräbern von Heiligen. 
Die übrigen Grab mäler, als einer der ersten Anlässe zur Ent- 
Wicklung einer neuen Sculptur hochbedeutend, sind in der baulichen 
Anordnung höchst verschieden. Gemeinsam ist ihnen ein Hauptmotiv, 
welches in neuern Grabdenkmälern meist ganz übergangen wird, 
nämlich der Sarcophag. Um und an diesen setzt sich der ganze 
übrige Schmuck in vielen Variationen an, während im Norden die 
Grabplatte  gleichviel ob liegend oder stehend  die Grundform 
bleibt, weil auch Bischöfe und Fürsten insgemein in die Erde gesenkt 
wurden. Die älteste Weise, den Sarcophag monumental bedeutend 
1) Ausser demjenigßü in der Kirche die Beste eines ältcrn im Klosterhof, 
dem genannten Adeodahxs. 
V01]
        

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