Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073088
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Gotbischer Profanbau. 
P1018112. 
haben anspruchlose Blättercapitäle. Diese Steinhäuser waren Vesten 
und mussten in bürgerlichen Wirren Vieles aushalten können; gerne 
behalf man sich unter dieser Bedingung so eng es anging. (Die Gänge 
auf starken Consolen rings um einen kleinen Hof hervorragend, in 
aeinem vollständigen Beispiel Palast Davanzanti, Via di Porta rossa 
Nr. 1125.) Belehrend ist die hier klar zu Tage liegende Entstehungs- 
weise der modernen Rustica (Bossagen): weit entfernt, sie als ein 
Mittel der ästhetischen Wirkung zu benützen, meisselte man den Qua- 
der gern glatt, wenn Zeit und Mittel es zuliessen; blieb er einstwei- 
len roh, so wurden doch um der genauen Zusammenfügung Willen 
seine Ränder scharf und sorgfältig behauen. Eine völlige Gleichmäs- 
sigkeit der Schichten oder gar der einzelnen Steine wurde selbst an 
öifentlichen Gebäuden nicht erstrebt. Erst die Renaissance fand, dass 
man die Rustica als künstlerisches Mittel behandeln und durch Ab- 
stufung aus dem Rohern in das Feinerc zu bedeutungsvollen Contra- 
sten der einzelnen Stockwerke benützen könne. (Vgl. S. 36, Anm.) 
Von Privatgcbäuden des XIV. Jahrhunderts, in welchen die Säu- 
lenhalle des Hofes schlankere Verhältnisse und einen Anfang räumli- 
b cher Schönheit zeigt, nenne ich beispielshalber Palazzo Conte Capponi 
v (Via de' Bardi) und Palazzo Conte Bardi (Via del fosso 187), dessen 
Hof auf zwölf sehr schlanken Säulen mit überhöhten Rundbogen ruht, 
angeblich ein Gebäude des Brunellesco, und in diesem Fall ein frühes 
Jugendwerk. 
Von Arnolf o, dem Erbauer des Domes, rührt bekanntlich auch 
üPalazzo Vecchio her (vom Jahr 1'298). Grösse, Erinnerungen, 
Steiufarbe und phantastischer Thurmbau geben diesem Gebäude einen 
Werth, der den künstlerischen bei Weitem übertrifft. Das ganze Innere 
nebst dem Hinterbau ist spätem Ursprunges.  Dem A gnolo Gaddi 
egehört die jetzige Gestalt des Palazzo del Podesta (oder del 
Bargello, vom Jahr 1345) zu, Welcher an malerischer Wirklmg zumal 
des Hofraumes seines Gleichen sucht, in Beziehung auf das Detail aber 
ebenfalls nicht viel mehr bietet als Zinnen, spitzbogige Fenster mit 
mässigem Schmuck, sehr bescheidene Gesimse, und im Hof ein (jetzt 
vermauertes) Stück Halle. 
Bei Weitem das schönste gothische Profangebäude der Stadt ist 
fOreagnzVs Loggia de' Lanzi (begonnen 1376). Hier begegnen
        

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