Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073043
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Gothischer Profanbau. 
Oberitalien. 
a Ebenso derjenige in Bergamo, dessen oifene untere Halle auf 
Pfeilern und (innen) auf Säulen ruht. 
In Parma und Modena nichts von Belang. 
Dagegen besitzt Bologna. eine Anzahl von Denkmälern, welche 
die oberitalische und die toscanische Weise zu einem merkwürdigen 
bGanzen vereinigen.  Vor Allem ist die Loggia de' Mercanti 
(oder la Mercanzia) ein sehr schönes Beispiel gothischen Backstein- 
baues, angeblich vom Jahr 1294, doch wohl ein Jahrhundert neuer 
und vielleicht von der Loggia de' Lanzi in Florenz (s. unten) bedingt. 
Der Sinn ist wesentlich ein anderer: es sollte die Fronte einer Art 
von Börse und Ilandelsgerichtslokal werden.  Das Material lud dazu 
ein, die Pfeiler als reiche Säulenbiindel zu construiren; andererseits 
hängt damit die zaghafte Bildung des Ilauptgesimses zusammen. Eine 
empfindliche Disharmonie liegt darin, dass (dem mittlern Baldachin 
zu Liebe) die Fenster nicht auf die Mitte der beiden untern Spitzbo- 
gen kommen. (Die Seitenfronten modern.) 
Den Eindruck einer jener grossen Familienburgen des Mittelalters 
cgiebt, ebenfalls im Backsteinbau, am ehesten der Palazzo Pepoli, 
WO ausser den reichprofilirten gothischen Thorbogen noch ein gewal- 
tiger Hof mit Hallen an der einen Seite und vorgewölbten Gängen an 
den drei übrigen erhalten ist. Nimmt man den zierlichern Hof des 
dI-Iauses Nr. 373 hinzu, so vervollständigt sich einigermassen das Bild 
des bolognesisehen Privatbaues im XIV. Jahrhundert.  Das riesige 
e Schloss, welches jetzt Palazzo Apo stolico heisst, hat an der Vor- 
derseite noch einige reiche grosse Fenster; der erste I-Ioi" ruht fast 
nach altflorentiniseher Weise auf achteckigen Pfeilern mit Blätter- 
eapitälen und nicht völlig halbrunden Bogen. 
f Der Palazzo della ragione zu Ferrara, vom Jahr 1326", ein 
merkwürdiger gothischer Backsteinbau, hat bei der vor 20 Jahren 
unternommenen Erneuerung eine fast völlig neue Oberfläche erhalten. 
g Der Palazzo della ragione zu Padua ist mehr wegen der unge- 
heuern Grösse seines gewölbten obern Saales als aus irgend einem 
andern baulichen Grunde merkwürdig. (Die jetzige Gestalt nach 1420.) 
Sehr unglückliche Beleuchtung; die Vertheilung der Fresken Mirettds 
nicht architektonisch motivirt; die äussere Halle von zwei Stockwer- 
ken interessant als diejenige Form, welche Palladio anderthalb Jahr-
        

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