Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1073026
152 
Gothisehe Architektur. 
Herzogthum Mailand. 
angehören. Dieselbe ist das nächste Vorbild, zugleich das Geripp der 
lliailiiildei- Fassade. Das Innere hat dicke Rundsäulen mit weitge- 
aspannten Bogen, ist übrigens total verkleistcrt.  An S. Maria in 
Strata zu Monza ist die einzig erhaltene obere Hälfte der Fassade 
ein wirklicher und höchst eleganter Backsteinbau. 
b In Mailand geben die gothischen Theile von S. Maria delle 
Grazie  Fassade und Schiff  den rnittlern Durchschnitt lomber- 
discher Kirchen dieses Styles. (Sonstige gothische Kirchen in hienge, 
seine der grössten S. Eustorgio, eine der edelsten S. Simplician o.) 
d  Der sehr elegante Thurm von S. Gottardo (am kaiserlichen Pa- 
last), aus Stein und Backstein gemischt, giebt mit Ausnahme der Spitz- 
bogenfriese kein einziges Motiv, welches nicht schon im romanischen 
Styl vorkäme. Achteckig; die Ecken so leicht als das Übrige. 
c S. Franccsco zu Pavia zeigt bei einer tollen, schachbrettarti- 
gen Verzierung der Fassade doch ein gewisses Gefühl für bedeutende 
WVirkung. 
f Der D 0m von Como ; die ältern Theile, von einem im Jahr 1396 
begonnenen Bau, gehören zur besten lombardischen Gothik; die Pfei- 
ler ungleich besser gebildet, ihre weite Stellung I) italienischer als im 
Dom zu Mailand. Die Fassade, eine der wenigen in der Mitte be- 
deutend erhöhten, hat auch sonst wohlthueudc Verhältnisse, aber eine 
spielende Decoration. (Auflösung der "Waudpfeiler in Kästchen mit 
Sculpturcn etc.) Querschiii" und Chor 1513 von Tommaso Rodari bei- 
gefügt, sind von trefllichster Renaissance. S. unten. In dieser Zeit: 
wurden auch die Aussensciten und Strebepfeiler des Langhauses in- 
crnstirt; die Spitzthiirmchen der letztcrn eine höchst zierliche Über- 
setzung aus dem Gothisehcn in die Renaissance. (Ähnliches beson- 
ders an französischen Kirchen dieser Zeit, S. Eustache in Paris etc.) 
g Die berühmte Certosa von Pavia, in demselben Jahr 1396 von 
Marco di Campione begonnen, hat dieselben Vorzüge vor dem Dom 
von Mailand; schlanke, edelgebildete Pfeiler von weiter Stellung. Der 
Ilauptnachdruck liegt indess auf der Fassade, Welche die prächtigste 
1) Die beiden ersten Intervalle sind noch eng, so dass die Ncbensclniffe hier in 
regelmilssige Quadrate zerfallen wie im Dom von lllailand. Erst vom dritten 
Intervall an beginnt die Schönräumigkei: im Sinne des Itailenisch- Gothischen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.