Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072931
Santa. Croce. 
Glottds Campunlle. 
143 
Bettelordenskirchen: Santa. Croce. Die Aufgabe War, mit möglichsta 
Wenigem, wie es sich für die Mendicanten ziemt, ein Gotteshaus für 
ein ganzes Volk zu bauen, Welches damals den Kanzeln und Beicht- 
stühlen der Franciscaner zuströmte. Arnolfo ist hier, wie überall, 
streng und kalt im Detail, allein seine Disposition ist grossartig. Bei 
der ungeheuern Grösse des Gebäudes war es constructiv wünsch- 
bar, wenn nicht nothwendig, die Mauern der Nehenschiife nicht durch 
blosse angestützte Balken, sondern durch gewölbte Bogen mit den 
Mauern des Hauptschiifes zu verbinden, und ihnen über diesen Bogen 
eigene Dächer, damit auch eine Reihe eigener Giebel zu geben. Die 
Pfeiler sind achteckig. An der hintern Seite des QuerschiHes ziehn 
sich zehn Capellen von halber Höhe hin; in ihrer Mitte der polygone 
Chor; ausserdem sind höhere Capellen an beiden Enden und an der 
nähern Seite des QuerschiHes angebaut. Die Ansicht von hinten (am 
besten sichtbar vom Garten des Marchese Berte aus) zeigt die Mauern 
des Chores und der Capellen mit steilen Giebeln gekrönt, welche in- 
dess kein Dach hinter sich haben. Der Thurm ganz erneut; die Fas- 
sade ohne Incrustation; der vordere Klosterhof, mit etwas abgeflach- 
ten Rimdbogen, achteckigen Säulen, eigenthümlichen Basen, gilt für 
Arno1fo's Werk. 
Überblicken wir seine lliätigkeit, so ist das, was ilnn Ruhm und 
Bedeutung gab, gewiss mehr das Constructive, als das Formale 
an seinen Werken. Er geht in der weiten Spannung seiner Gewölbe 
und Decken, endlich in dem Entwurf seiner Kuppel über alles bisher 
bekannte, namentlich aber über alle nordische Gothik (die etwas ganz 
anderes wollte) hinaus. 
Wo Er die Baukunst in formaler Beziehung vernachlässigt, da 
trat Griotto mit seinem hohen Sinn des Masses als Vollender in die 
Lücke. Ausser dem Entwurf zur Domfassade schuf er den prächti- 
gen „Campanile" (seit 1334; nach seinem Tode 1336 seinem Ent-h 
wurf gemass vollendet von 'I'addeo Gaddi; die Sage von einem beab- 
sichtigten Spitzdach, das über dem starken Hauptgesimse keinen 
rechten Sinn mehr hatte, lassen wir auf sich beruhen.) Von einer 
Entwicklung aus dem Derben ins Leichte, wie sie etwa das Lebens- 
princip eines Thurmes von Freiburg im Breisgau ausmacht, sind hier 
nur Andeutungen vorhanden, nur so viel als streng nothwendig war;
        

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