Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072590
Kirchen in Pistoja. etc. 
109 
dieser Zeit noch das schmale Mittelschiff mit den weiten Bogen über 
schweren Säulen mit rohen Capitälen. Anmuthig ausgebaut im XIV. J ahr- 
hundert trägt die Kirche im Ganzen das Gepräge dieser Zeit. 
In Pistoja ist S. Giovanni fuorioivitas ein einfaches läng-a 
liches Viereck, dessen eine Langseite aber die Zierlust jener Zeit 
(XII. Jahrhundert) in fast kindlicher "Weise an den Tag legt; unten 
Pilaster mit Wandbögen, drüber zwei Reihen von kleinern Wandsiiu- 
len mit Bogen; keines der drei Stockwerke entspricht den andern; 
die Wand gestreift und mosaicirt. 
S. And rea, Basilica des XII. Jahrhunderts, mit schmalem Mittel- b 
schiii", dessen hohe Obermauern schmale Fenster enthalten; die Fassade 
mit Wandbögen, sehattbrettartiger Fläche und (als Gesims) grossem 
Eierstab. (Der obere Theil neuer.)  Der innern Anlage und derß 
Zeit nach verwandt: S. Bartolomrneo. 
Der Dom, mit der schon erwähnten Vorhalle und drei Säulchen-d 
stellungen drüber, im Innern eine schr verbaute Basilica, mit unglei- 
chen doch wohl nicht antiken Capitälen, ist wohl ebenfalls aus dem 
XII. Jahrhundert, nicht von Niccclö Pisano. Die Seitenfassade, jetzt 
bloss Wandpfeiler mit Bogen, trug vielleicht einst eine obere Galerie. 
Der Thurm wiederholt in seinen drei obersten Stockwerken das Motiv 
des pisanischen: freistehende Säulchen um einen Mauerkern herum, 
nur viereckig statt rund. Der Chorbau modern. Das erhöhte Ton- 
nengewölbe, welches die Vorhalle in der Mitte unterbricht, mit schö- 
nen gebrannten Oassetten des Luca della Robbia. 
Der Dom von Volterra gehört ebenfalls in diese Reihe unde 
wird ebenfalls dem Niccolb Pisano zugeschrieben (Was sich nach An- 
dern nur auf die von 1264 datirte Fassade beziehen soll). 
Wiederum einen höhern Aufschwimg nahm. die neue Bauweise. 
imter den Händen der Florentiner. Sie legten zunäghgt in die 
bisher spielende Incrustation mit dem Marmor verschiedener Farben 
einen neuen Sinn, bildeten aber vorzüglich das plastische Detail der 
Architektin edler und consequenter aus, nicht ohne ein ziemlich ein- 
gehendes Studium antiker Überreste, sodass auch hier wieder ein frü- 
her Anfang von Renaissance imverkennbar ist. Endlich fasst die Kirche
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.