Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072492
Architektur. 
Romanische: Styl. 
TOSOSIIB. 
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Einfachere Reste im Dom von Amalii. (Das nahe Ravello hat?- 
der Verfasser nicht besucht.) 
Im Dom von Capua sind am Grab Christi in der Crypta grosseb 
Mosaikplatten von der ehemaligen Kanzel eingelassen, mit moresken 
Dessins, doch auch Mäander. 
Im Dom von Sessa dient die sehr reiche Kanzel, deren Säulenc 
auf Thieren ruhen, jetzt als Orgellettner; prachtvolle Mosaikplatten 
als Einfassimgsvvände des jetzigen Chores; die Österkerzensäxxle mit 
sculpirten Bändern unterbrochen. 
In der Cathedrale zu Fondi: Mosaikkanzel auf Säulen mit Thieren. d 
Im Dom von Terracina: eine ähnliche; die Osterkerzensäule, ge- e 
wunden und gestreift, eine der prächtigsten. 
Es lässt sich nicht läugnen, dass die itaiische Kunstiibung sich 
mit diesem anmnthigen Spiel von Material und Farben begnügt, gleich- 
zeitig mit den grössten Fortschritten der nordischen Architektur. Diese, 
von Verniitzung antiker Baustücke fast seit Anfang an abgeschnitten 
und, was mehr heissen will, von einem andern Geiste getragen, hatte 
inzwischen die erlöschenden Erinnerungen des römischen Styles zu 
einem eigenthümlichen romanischen Styl ausgebildet, der um 1200 
schon im Begriff war sich zum germanischen zu entwickeln. Die- 
sem romanischen Styl stellt sich nun in Mittel- und Oberitalien ein 
nicht unwürdiges Seitenbild gegenüber. 
Das grosse Verdienst, dem Basilikenbau zuerst wieder ein neues 
Leben eingehaucht zu haben, gebührt, was Italien betriift, unstreitig 
den Toscanern. Der hohe Sinn, der dieses Volk im Mittelalter 
auszeichnet, und dem man auch ein stellenweises Umschlagen in die 
Sinnesart der Erbauer des Thurmes von Babel verzeihen mag, begnügte 
sich schon frühe nicht mehr mit engen, von aussen imscheinbaren und 
innen kostbar verzierten Kirchen; er nahm eine Richtung auf das Wür- 
dige und Monumentale. Dieselbe offenbarte sich zunächst, seit dem 
XI. Jahrhundert, in der Wahl des Baustoifes. Der Sandstein imd 
Kalkstein, welchen man in der Nähe hatte, schien zu sehr der Ver- 

        

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