Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072462
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Decoration. 
Die Cosmaten. 
Bodenmosalken. 
unfähig gewordene Kunst ergeht sich in einem angenehmen mathema- 
tischen Linienspiel, im Wechsel bunter Flächen.  llianche der be- 
treifenden Überreste sind früh mittelalterlich, allein wir sind nicht im 
Stande sie auszuscheiden von denjenigen des XII. und XIII. Jahrhun- 
derts, unter welchen sich die wichtigsten mit befinden. Damals that 
sich nämlich in Rom die Familie der Cosmaten (Laurentius, Jaco- 
bus, Johannes etc.) mit solchen Arbeiten hervor; für diese kleinern, 
decorativen Aufgaben studirten sie zum erstenmal wieder einigermassen 
die Bauwerke des Alterthums und sahen denselben wenigstens das 
Nothwendigste für die Profile der Einfassungen, Ränder, Gesimse 
u. s. w. ab. Dieser kleine Anfang von Renaissance macht einen erfreu- 
lichen Eindruck, obschon er die Baukunst im Grossen nicht berührte. 
Von den unzerstörbaren Fussböden aus jenen harten Steingat- 
tungen enthält jede ältere und auch manche sonst modernisirte Kirche 
ein Stück, wenigstens im Chor. (S. Cecilia, S. Alessio, S. Crisogono, 
SS. Giovanni e Paolo, S. Grcgorio, S. Prassede und viele Andere.) 
Die reichsten sind mehr oder weniger sicher imd zwar spät datirt: 
ader in S. Niaria in Cosmedin (um 1120), der prachtvolle von S. Maria 
bmaggiore (um 1150), der von S. Maria in 'I'rastevere (etwas früher), 
oder sehr reiche in der Vorderkirche von S. Lorenzo fuori 1c mura 
(XII. Jahrhundert, vielleicht erst um 1220). Im Detail Teppichmustern 
ähnlich, doch als Ganzes anders componirt, geben sie deutliches Zeug- 
niss davon, welchen Werth die Kirche von jeher auf schöne Fussbö- 
den gelegt hat. Zu einer Zeit, da. die Kunst sich noch an das Mate- 
rial halten, durch Goldgeräth, Prachtgewebe und Mosaiken den Ein- 
druck des Heiligen und Ausserweltlichen hervorbringen muss, weil sie 
die ewige Form nicht mehr oder noch nicht schaffen kann,  zu einer 
solchen Zeit gebiihrte auch dem Fussboden, der ja ein geweihtes Asyl 
bezeichnete und den Schauplatz für die heiligsten Begehungen aus- 
machte, eine Ausstattung, die ihn von dem profanen Draussen auf 
das Stärkste unterschied. 
d Ausserhalb Roms hat auch S. Vitale in Ravenna einen prächtigen 
eBoden von Steinmosaik, ebenso S. Marco in Venedig. Doch herrschen 
andere Dessins und Steinarten vor. 
Die übrigen steinernen Schmucksachen sind hauptsächlich 
in folgenden Kirchen von Rom zerstreut:
        

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