Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072424
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Christliche Architektur. 
Grabkirchen. 
sechszehnseitig, unten Nischen, dann zwei Galerien mit geradem Ge- 
bälk, spitzbogige Lunetten und der Anschluss der Kuppelgurten.  
Von den Baptisterien von Pisn. und Florenz, in welchen sich jener 
toscanisclie Styl glanzvoll ausspricht, wird unten die Rede sein.  
aDas letzte Baptisterium, welches gebaut (oder doch nur so spät um- 
gebaut) wurde, ist meines Wissens das Achteck von Pistoja, 1337. 
Eine zweite Gattung von kleinem Gebäuden, welche als Central- 
bauten gestaltet wurden, kommt wenigstens in zwei Beispielen vor: 
Die Grabkirehen hoher Personen. 
b S. Costairza. bei Rom, Wahrscheinlich als Grabmal zweier 
Töchter Constantins d. Gr. erbaut; der innere Cylindcr mit der Kuppel 
auf zwölf Doppelstelhlngen von Säulen mit besondern Gebiilkstiiekcn 
(roh, ausgebauchte Friese) ruhend; der Umgang ebenfalls rund mit mo- 
saieirtem Tonnengewölbe. Merkwürdiges Gegenbild zu den ganz als 
Aussenbau gedachten heidnischen Kaisergräbern. (In Constantinopel 
scheint die Apostelkirche zur Kaisergruft absichtlich gebaut gewesen 
zu sein.) 
c Das Grabmal Theodorichs d. Gr.  526), jetzt insgemein la ro- 
tonda genannt, vor dem Thor von Ravenna; missen polygon und 
ehemals mit einer Säulenhalle versehen, innen rund; Erdgeschoss und 
Hauptgeschoss; die flache Kuppel bekanntlich aus Einem von Dalma- 
tien hergebrachten Stein, 34 Fuss im Durchmesser. Namentlich am 
Ilauptgesimse selbständige und ausdrucksvolle Detailbildung. Der Por- 
phyrsarg, beim Sturz der Ostgothen der Gebeine beraubt, ist jetzt in 
dder Stadt an dem sog. Palazzo del Re Teodorico eingemauert 
einem echten Rest des alten Königspalastes, von dessen ehemaliger 
Fassade ein Mosaik in S. Apollinare nuovo (rechts vom Eingang) ein 
phantastisches Bild giebt. 
e Diesen Denkmälern schliessen wir noch das der Galla Placidia 
in Ravenna an, jetzt SS. Nazario e Celso genannt (um 440); zwar 
ein lateinisehes Kreuz, aber durch die Erhöhung und Überkuppelmlg 
der Mitte (mit einem sog. böhmischen Gewölbe) den Centralbauten ge- 
nähert. Die Mosaikornamente zumal am Tonnengewölbe des vordern 
Kreuzaims an Werth und Alter denen des orthodoxen Baptisteriums
        

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