Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072405
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Christliche Architektur. 
Baptisterien. 
chen die damalige Kirche mit dem erlöschenden Glanz heidnischer 
Tempel und Weihehauser wetteifern musste. 
a Das Baptisteriilm der Orthodoxen beim Dom zu Ravenna. 
(begonnen vor 396) im Vollbesitz seiner Wandbekleidung und Mosai- 
ken (diese vor 430), welche für das Ornament des V. Jahrhunderts 
das Wichtigste Denkmal sind; das letzte kenntliche Echo der p0mpe- 
janischen Decoration; die Flächen mit erhabenen Stuceogegenstäntlen 
abwechselnd; das Gefühl vom Zusammenklang der Farben scheint das 
der schönen und freien Bildung und Eintheilung der Zierformen zu 
überleben. Zur Einfassung dient eine untere und eine obere Reihe 
von acht Wandbögen mit Ecksäulen (Composita und ionisch); oben 
geht das Gebäude zu einer runden und ziemlich flachen Kuppel zu- 
zusammen. 
b Das Baptisterium der Arianer in Ravenna (jetzt S. Maria in 
Cosmedin) VI. Jahrhundert; Achteck mit (später?) angebautem Schiif, 
baulich unbedeutend. 
c Beim sog. walten Dom" zu Bre scia kann man in Zweifel bleiben, 
ob das ziemlich grosse Gebäude als blosses Baptisterium oder als Ca- 
thedrale erbaut werden; im erstern Fall wäre es die grösste Tautkirche. 
Kuppelraum auf acht (modernisirten) Pfeilern mit rundem Umgang; 
letzterer bedeckt mit acht Kreuzgewölben; zwischen je zweien dersel- 
ben das Segment eines Tbnnengeivölbes, gegen die Kuppel hin anstei- 
gend und daher eine dunkle Ecke bildend. Ein Nothbehelf, der (wie 
Aehnlichcs im Dom von Aachen) die Anlage jedenfalls dem frühen 
Mittelalter zuweist. Cylindei- und Kuppel aus dem XII. Jahrhundert, 
wenigstens was die jetzige Gestalt des Äussern betrifft. Der sehr son- 
derbare hintere Anbau, welcher als Chor mit Nebcneapellen dient, 
könnte wiederum ganz alt sein. 
(Üeber Neapel und Triest s. oben.) 
Fast bei jeder bischöflichen Kirche und an mancher grossen Pfarre 
in kleinem Städten wird irgend ein Bau dieser Art unter veränderter 
Gestalt und Bestimmung, oder in Trümmern, oder doch in Nachrichten 
nachzuweisen sein; mehrmals auch noch wohl erhalten und im Ge- 
brauch. Noch im XI. und XII. Jahrhundert wurden Baptisterien neu 
gebaut, später dagegen die Taufen in die Kirchen selbst verlegt. Bei 
grossen Umbauten der Kirchen ging das Baptisterium, wenn es zu
        

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