Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072388
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Christliche Architektur. 
Normannische Basilikan. 
jenes normannisch-saracenischen Styles, von welchem der Dom von 
Monreale in Sicilien das Prachtbeispiel ist. Der Spitzbngen ist hier 
als rein decoratives Element von den Saracenen entlehnt, noch nicht 
wie später im Norden aus const-ructiver Nothwendigkeit erwachsen. 
Die Crypta reich modernisirt. 
a Der Anbau links am Dom von Neapel, die alte Kirche S. Re- 
stituta, eine Basilica mit Spitzbogen; vielleicht ist die 'I'ribuna und 
jedenfalls ein Gewölbe daneben rechts (das alte Bnptisterium) aus viel 
früherer Zeit; das letztere noch mit Mosaikrestexi etwa des VII. Jahr- 
hunderts. 
h Als Robert Guiscard den Dom von Salerno baute (um 1070), 
fanden sich wahrscheinlich keine Säulen vor, welche der beabsichtig- 
ten Grösse und Pracht genügt hätten; die Kirche wurde auf Pfeilern 
mit Ecksäulen errichtet. (Bis ins Unkenntlichc modcrnisirt, auch die 
grosse Crypta; von den drei 'l'rihunen nur eine besser erhalten.) Der 
Vorhof mit überhöhten Bogen auf den schönen Säulen von Plistum; 
der Thurm daneben mit Ecksäulen wie derjenige zu Amalfi. 
Unsere Aufzählung (die nur die wichtigem Kirchen umfasst) muss 
da. innehalten, wo die Benutzung der antiken Säulen aufhört. Sobald 
man die Säulen besonders arbeiten und zusammensetzen muss, beginnt 
von selbst ein anderer Styl, dessen Anfänge roh aussehen, gleich- 
wohl aber eine Befreiung vom schwersten stofflichen Zwang mit sich 
führen. 
Neben der Bnsilikenform, deren Lebensprincip die Liingenper- 
spective ist, behauptet auch der Centralbau eine wichtige Stelle. 
Italien bietet eine Anzahl verschiedenartiger Versuche dieser Gattung 
aus den frühem christlichen Jahrhunderten. Für Baptisterien (Tauf- 
kirchen, welche von jeder biSChÖfliQhen Kirche unzertrennlich Xvaren) 
mochte diese Form Wohl die passendste sein; für eigentliche Kir- 
chen aber, d. h. für den Altardicnst nur dann, wenn man den Altar 
Wirklich in den mittlern Hauptraum als in die feierlichste Stätte des 
ganzen Gebäudes verlegte. Dies konnte man aber nirgends über sich 
gewinnen; in Gebäuden, Welche eigentlich kein Ende, sondern nur 
einen Mittelpunkt und eine Peripherie haben, wurde ein besonderes
        

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