Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072365
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Christl. Architektur. 
Baslliken v. Ravenna, u. Lucca. 
a S. Teodoro (oder S. Spirito), aus der Zeit Theodoriehs des 
Grossen, beim Baptisterium der Arianer (s. unten).  Die schon er- 
wähnte Herculesbasllica war, nach den Überresten zu urtheilen, wohl 
kein kirchliches Gebäude. 
b S.Apo11innre nuovo, die bedeutendste Basilica. in der Stadt, 
mit rundem Thurm; die Nehenltribunen verbaut; die 24 Säulen aus 
Constantinopel mit besonders bezeichnenden, fast ganz gleichen Capi- 
tälen; das Gesimse über den Bogen alt. Grossartiges, trefflich erhal- 
tenes Mosaikensystem an den Obermauern des Mittelschiffes. 
Später und schon mehr mittelalterlich als diese ravennatischen 
c Kirchen: der Innenbau von San Fre diano in L u ce a (VII. Jahrhun- 
dert?), ursprünglich fünfschiffig, jetzt durch Cnpellen verengt. Die 
Capitäle theils aus römischer Zeit, theils den römischen ohne Verwil- 
derung nachgebildet, mit dünner Platte; die Bogen noch ohne Über- 
höhung. Der auftällend hohe Oberbau, die Fassade und die jetzige 
Tribune. werden einem Umbau des XII. Jahrhunderts wohl {mit Recht 
zugeschrieben, allein die beiden letztern mit ihren geraden Gehälken 
über den Wandsüulchen, und die Aussenseiten der Nehenschitfe mit 
ihren Consolen und Wandstreifen (statt Bogenfriesen und Pilastern) 
Weichen so weit von dem pisaniseh-lucchesischen System des XII. Jahr- 
bhunderts ab, dass man annehmen dürfte, der Umbau habe etwa die 
Formen der alten Kirche reprodueirt. Gerade diese abweichenden 
Elemente sind aber das Wohlgefälligste am ganzen Gebäude und ein 
vielleicht fruehtbringendes Motiv üir unsere Baukunst. Schon Brunel- 
leseo hat die genannte Eintheilung der Seitenwände an der Kirche der 
Badia. bei Fiesole unverholen nachgeahmt. 
d Der Innenbau von S. Micchele in Lucca gilt ebenfalls für sehr 
alt (VIII. Jahrhundert), wenigstens sind die Säulen und Capitäle noch 
denen von S. Frediano ähnlich behandelt. 
e Der Dorn von Triest, eine ausgedehnte, ziemlich unscheinbare 
Basilica (VI. Jahrhundert?) lohnt doch die Mühe des Besteigens wegen 
der eigenthümlichcn Verbindung der Kirche mit dem Baptisterium und
        

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