Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Architectur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1071116
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1072318
S.Paul (IV. Jahrhundert) wird mit seinen jetzigen Säulen von Sim- a 
plongranit und mit seinen höchst colossalen Verhältnissen das Wesent- 
liche des Eindruckes einer Basiliea ersten Ranges immer am getreu- 
sten wiedergeben, leider getrübt durch die höchst willkürliche moderne 
Decoration des QuerschiHes (und, wir fürchten, auch des Langbaues, 
wenn derselbe vollendet sein wird). Man halte sich an die Räumlich- 
keit und die Ilauptformen. 
S. Maria inaggiore (V. Jahrhundert) mit wahrscheinlichb 
eigens gearbeiteten, nicht entlehnten ionischen Säulen und geradem 
Gebälk. Die Pilaster der Oberwand sind in ihrer jetzigen Gestalt und 
vielleicht überhaupt modern, die Apsis im XIII. Jahrhundert umge- 
baut. Die schöne, feierliche Wirkung beruht wesentlich auf dem aus- 
schliesslichen Oberlicht. Die (beste vorhandene) Renaissancedeeke vom 
Ende des XV. Jahrhunderts.  
S. Sabine. (V. Jahrhundert) ebenfalls von schönem, urspriingli-c 
chem Eindruck, der nur wenig gestört wird. Die Vorhalle gegen das 
Kloster hin im XII. Jahrhundert so gestaltet, wie sie jetzt ist. 
S. Pietro in vineoli (V. Jahrhundert) hat durch den Umbaud 
der Obermauer des Mittelschiffcs seine alte Herrlichkeit eingebüsst, 
von der noch die mächtige Apsis und die Anordnung des Querschifies 
Zeugniss geben.  S. Prisca (V. Jahrhundert?) zeigt wenigstens noch e 
die alte Disposition. 
San Lorenzo fuori le mura gewährt in seinem iiltern Theilf 
(VI. Jahrhundert) zunächst eine reiche Sammlung antiker Baufragmente, 
selbst aus der besten Zeit. Diese ältere Kirche, zweistöekig, unten mit ge- 
radem Gebälk, oben mit Bogen, hatte ihre Nische da, wo im XIII. Jahr- 
hundert die neuere Kirche, welcher sie jetzt als Chor dient, angebaut 
wurde. Bei diesem Anlass wurde ihr ursprünglicher Boden, der sonst 
tiefer als die neue Kirche gelegen hätte, beträchtlich erhöht und mit 
Balustraden im sog. Cosmatenstyl (s. unten) versehen. Der Werth ist 
wesentlich ein malerisch-phantastischer. ü 
S. Agnes e, eine Miglie vor Porta Pia (VII. Jahrhundert) giebtg 
den Eindruck einer Basilica mit Obergeschoss am schönsten und rein- 
sten; die Halle ist hier wie in S. Lorenzo als nothwendiger Verbin- 
dungsgang für das obere Stockwerk auch vorn herumgeführt. Unter 
den antiken Säulen sind zwei mit vielfach profihrter Cannelirung auf- 
B. Ciccronc. 6
        

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