Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052312
80 
Folkema 
Foltz, Philipp. 
illustrirte Werke und seine Blätter sind daher zum Theil ziemlich nachlässig und 
flüchtig, aber jederzeit mit Geist behandelt. Er hinterliess auch eine Menge Zeich. 
nungen, über die man dasselbe Urtheil fällen muss. Zu seinen besten Kupferstich- 
arbeiten zählt man: 6 Blätter Ansichten holländischer Gegenden mit Flüssen, Schilfen, 
Schlittschuhläufern u. s. w. nach Avercamp, mehrere Bildnisse für das Werk: Por- 
traits histcriques des hommes illustres du Danemarc 1796 und einige Blätter nach 
eigener Erfindung für Wagenaafs „Vaterlandsche historie." 
Folkema, Jakob, Zeichner und Kupferstecher, geb. 1692 zu Dokkum in Fries- 
land, gest. daselbst 1767, erlernte die Anfangsgründe der Kunst bei seinem Vater 
Johann Jakob, einem tüchtigen Goldschmied, und bildete sich hierauf bei B. Picart 
zu Amsterdam, unter dessen Leitung er verschiedene Blätter für Marck's Bibel und 
das anatomische Werk des Prof. Ruysch ausführte, zu einem tüchtigen Künstler aus. 
Später stach er mehrere Blätter für das Dresdner Galleriewerk, besonders nach Le 
Brun und Nicole dell' Abbate. Zu seinen besten Arbeiten zählt man; den Arzt 
mit- dem Uringlas, nach Kaspar Netscher (1763), und die Bildnisse des Frank 
van Borselen, nach Mostaert. Auch in der Schwarzkunstmanier hat sich Folkema 
nicht unrühmlich versucht.  Seine Schwester Anna half ihm zum Oefteren bei 
seinen Arbeiten. Sie stach aber auch selbstständig mehrere Blätter, widmete sich 
indessen mehr noch der Miniaturmalerei. 
F010, Giovanni, ein sehr geschätzter Kupferstecher, geb. 1764 zu Bassano, gest- 
1836 zu Rom, war ein Schüler von Volpato, bildete sich aber später mehr nach 
R. Morghen zu einem wackeren Künstler aus, dessen Blätter in einer dem Auge 
wohlgefälligen und sehr verständigen Manier gestochen sind. Zu den besten zählt 
man: Maria mit dem Kinde auf den Armen , nach Raph ae1's sogenannter Madonna 
dei Candelabri (mit Weglassung der beiden Engel und Candelaber); die Vermählung 
Mariä, nach Raphael; die Meter dolorosa und die Materamabilis, beide nach 
Sassoferrato; Adam und Eva, und Danae, beide nach Tizian; die Hochzeit der 
heil. Katharina, nach Correggio; die Geisselung des Apostels Andreas, nach 
Dominichino (1799); den Streit des Erzengels Michael mit dem Drachen, nach 
Guido Reni; die Zeit rettet die Unschuld vor Bosheit und Neid, Allegori, nach 
N. Poussin; den bethlehemitischen Kindermord, nach Demselben; Diana von 
der Jagd unter einem Zelte ausruhend , wird von ihren Nymphen aufgefunden, nach 
B. Nocchi; den Tod der Virginia, nach Camuccini; den Triumph des Scipio, nach 
P. del Vaga. 
Foley, J. H., ein englischer Bildhauer der Gegenwart, der in seinen Arbeiten sehr 
viel Sinn für Schönheit der Bewegung und für Entwicklung der Körperformen an den 
Tag legt, wie er in einer am Wasser stehenden und die Füsse sich netzenden jugend- 
lichen weiblichen Gestalt und in einer Gruppe Ino und Bacchus, die man 1345 in 
der Ausstellung in Westminsterhall zu London sah, bewies. Ein sehr schönes Relief 
von ihm, den Kummer darstellend, hat Knight 1850 für das "Artjournal" gestochen. 
FOIÜZ, Philipp, ein ausgezeichneter Historienmaler, Professor und Mitglied der 
Akademie der Künste zu München, geb. 1805 zu Bingen, der Sohn des Malers Lud- 
wig Foltz , wurde durch die Arbeiten seines Vaters, obgleich gegen dessen Willen, 
frühe der Kunst zugeführt und er bewies schon als Jüngling, Wie Liebe und innerer 
Beruf für ein Fach siegreich alle Hindernisse überwinden. Von seinem 15. Jahre 
an auf sich selbst angewiesen, scheute er keine ihm in den Weg tretenden Schwieyig- 
keiten, keine Entbehrungen, sondern suchte, während er sich durch Zeichnungen 
für Buchhändler u. s. w. die nöthigen Bedürfnisse zum Leben erwarb, sich in den 
Freistunden mehr und" mehr in dem mittiefer Neigung erfassten Lebensberufe auszu- 
bilden. Durch solche Studien zur weiteren Kunstentwicklung gehörig vorbereitet, 
kam er 1825 nach München, um in Cornelius Schule zu treten. Durch das jugend- 
liche, mit aller Lebenskraft sich enbfaltende Kunststreben so vieler galengvoller 
Genossen angefeuert, machte er bald so grosse Fort-Schritte, dass er zu Fresco- 
malereien in der Glyptothek unter Cornelius Leitung verwendet werden konnte,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.