Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052305
Fogolinu 
Fokke. 
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In den Kirchen zu Florenz sieht man noch manche Arbeiten von ihm, unter Anderem 
im Dom die Kapelle des heil. Ranieri mit dessen Sarkophag. 
 Fogolino, Marcello, ein Maler und Kupferstecher zu Venedig, dessen Lebens- 
urnstände nicht bekannt sind. Im Stadthause zu Vicenza sieht man von" ihm ein Bild 
derAnbetung der Könige mit der Bezeichnung: Marcellus Fogolinus. P. P., und 
im Museum zu Berlin eine Maria mit dem Kinde auf dem Throne und sechs Heiligen 
(ebenfalls Marcellus Fogolinus bezeichnet); Er soll um 1500i zu Vicenza seine 
Kunst ausgeübt und 1550 noch gelebt haben, scheint aber auch in Rom gewesen zu 
Sein. Zu den drei bis vor Kurzem einzig von ihm gekannten, in der künigl. Kupfer- 
stichsammlung zu Dresden befindliche-n, mit seinem Namen: Marcello Fogolino 
bezeichneten Blättern; ein nacktes Weib mit ihrem Kinde, die Reiterstatue des Marc 
Aurel zu Rom und das Fragment einer weiblichen Statue darstellend, fügt Passa- 
vant (Zur Kunde der ältesten Kupferstecher und ihrer Werke, Deutsches Kunst- 
blatt Jahrg. 1850, Nro.38) zwei weitere hinzu: die Geburt Christi, mit dem Namen 
des Künstlers, und die kleine Maria zum Tempel aufsteigend, ohne den Namen, 
aber nach Passavantfs Versicherung höchst wahrscheinlich von ihm. Die Behandlung 
des Grabstichels in diesen Blättern ist sehr malerisch, leicht und frei, mit kurzen 
und regelmässigen Schraffirungen. Oft scheint das Aetzen und die kalte Nadel an- 
gewendet und die Vollendung durch Punkte mit der Punze bewirkt. Die Zeichnung 
des Nackten ist voll, in der venetianischen Art aus dem Anfange des 16. Jahrhunderts. 
Fohr, Daniel, grossherzoglich badischer Hofmaler, ein treiflicher Landschafts- 
maler, geb. 1801 zu Heidelberg, sollte sich den Wissenschaften widmen, folgte aber 
später ganz seiner Neigung für die Kunst, in der er sich selbst, ohne Lehrer, unter- 
richtete. Anfänglich versuchte er sich in fast allen Zweigen derselben, bis sich seine 
Vorliebe für die Landschaftsmalerei entschied, die er dann auch zu seinem Lebens- 
beruf erwählte. 1829 kam er nach München, wo er sich bald heimisch fühlte, häufige 
Ausilüge in's bayrische Gebirge, nach Tyrol u.s.w. machte, und sich rasch durch 
seine Arbeiten allseitige Anerkennung erwarb. Seine Bilder fanden Liebhaber und 
man gewahrte an jeder neuen Hervorbringung neue Fortschritte. Sie gefielen dess- 
halb besonders, weil sich in ihnen ein in gesunder Naturanschauung, wie in poeti- 
scher Bildung reich entwickelter Geist mit liebenswürdiger Gemüthlichkeit geltend 
macht, weil sie das Auge durch schöne Stimmung, grosse Naturwahrheit, wirkungsvolle 
Haltung, tretfliche Farbe und liebevolle Ausführung erfreuen. Beispielsweise führen 
wir nur jene herrliche Waldparthie mit der Stafage des auf das wildschnaubende Ross 
gebundenen Mazeppa (1836); eine Ansicht des Königsseds bei Berchtesgaden (1836); 
den Steinberg bei Berchtesgaden (1837), und den Chiemsee (1843) an Im Jahr 1842 
sah man von Fohr zu München grosse landschaftliche Cartons ausgestellt, in welchen 
vier grosse Epochen der deutschen Geschichte sinnbildlich dargestellt waren, und 
Welche wegen der geistreichen und grossartigen Conception und der eigenthümlichen 
technischen Behandlung allgemeine Anerkennung fanden. 
Fohr, Karl Philipp, ein geistvoller Landschaftsmaler, der Bruder des Vorigen, 
geb. 1'795 zu Heidelberg, gest. 1818 zu Rom, bildete sich meistens durch sich selbst, 
durch die Vorbilder der Natur und die Werke grosser Meister zu einem KÜIISÜQT aus, 
der erstaunenswerthe Leistungen versprach. Leider rief ihn der Tod zu Rom, Wo 
er sich jenen Künstlern angeschlossen hatte, die in den ersten Decennien dieses Jahr- 
hunderts ill treue-f Verbrüderung an einer Wiedergeburt der Kunst im Sinne des 
Mittelalters arbeiteten, viel zu früh für die Kunst von einer, grossen Ruhm in Aus- 
sicht stellenden Laufbahn ab. In seinen Bildern herrscht das Bedeutungsvolle in 
der Auffassung vor, das er immer noch durch eine trefflich componirte meist histo- 
rische Stafage zu erhöhen verstand. Damit verband er grosse Naturwahrheit, einen 
schwungvollen Styl und ileissige Ausführung. Seine Bilder beünden sich meistens 
in Privathänden. 
Fokke, Simon, Zeichner, Aetzer und Kupferstecher, geb. 1'712 zu Amsterdam, 
gest. daselbst 1784, war ein Schüler von J. C. Philips. Er arbeitete viel für
        

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