Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052244
Flaury, Claude Autoine 
Flink. 
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zeichnung und der Jahrszahl 1639) zu den besten zählt, sind sehr schön durchgeführt, 
aber äusserst selten. 
Fleury, Claude Antoine, Historiem, Genre- und Porträtmaler, war ein Schüler 
Von Regnault, und malte anfänglich Darstellungen aus der Mythologie, aus der 
griechischen Geschichte, aus der Bibel, widmete sich "aber später fast ausschliess- 
lich der Genremalerei. Seine Gemälde haben jedoch alle etwas theatralisches. 
Fleury, Läon, ein tüchtiger Landschaftsmaler, geb. zu Paris, bildete sich bei 
Victor Bertin und Hersent und wurde 1851 für seine trefflichen Leistungen 
durch das Ritterkreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet. Auf der grossen Kunstaus- 
stellung zu Paris im Jahr 1855 sah man von ihm zwei vorzügliche Bilder: eine Weide 
in der Normandie und einen Teich mit Mühle bei Coutivert (Burgund). 
Fleury, Robert, einer der bedeutenderen französischen Maler, die sich auf dem 
Gebiete des sogenannten romantischen oder geschichtlichen Genre bewegen. Er 
liebt vorzugsweise Steife aus dem Mittelalter, der Reformationsgeschichte, Greuel- 
scenen der Inquisition, Züge aus dem Leben berühmter Künstler, und seine Bilder 
beurkunden ein ungewöhnliches Darstellungstalent, zeigen eine kräftige, breite und 
wirkungsreiche, aus gründlichem Studium der Werke Rembrandts und Tinto- 
retto's hervorgegangene Manier. In der Wahl der darzustellenden Gegenstände 
huldigt er dagegen allzusehr dem finstern Geiste der modernen Dichter und Roman- 
tiker seines Vaterlandes, die sich im Grässlichen und Schauderhaften gefallen. Wo 
jedoch der Stoff nichts Schauerliches an sich hat, erfreuen seine kleineren Bilder, 
in denen er eine Naturwahrheit und Kraft des Colorits zu erreichen weiss, wie 
kein neuerer Maler, ungemein. Wir kennen von ihm eine Scene aus der Bartholo- 
mäusnacht, nämlich die Ermordung Brion's, des Hofmeisters des Prinzen von 
Conde; das Colloquium von Poissy (1561), welches in Gegenwart der Katharina 
von Medici und des jungen Heinrich IX. gehalten wurde; den gelehrten Ramus, 
dem seine Schüler die Nachricht bringen, dass seine Mörder im Anzuge sind; den 
jungen Ribera, welcher in Rom von einem Kardinal auf der Strasse zeichnend 
angetroffen wird; den zehnjährigen Murillo, der mit Kohle Figuren an eine 
Klosterwand malt (die letzteren vier Bilder waren auf dem Pariser Salon von 
1840 ausgestellt); eine Inquisitionsscene; Michelangelo als Krankenwärter am 
Bette seines Dieners; Benvenuto Cellini in seinem Atelier in Nachdenken versunken 
(1841); Marine Falieri, die Riesentreppe in Venedig zu seiner Hinrichtung hinab- 
steigend (1845); Rembrandt, das Bildniss seiner Mutter malend (1846); Galilei im 
Gefangniss (1847); einen mittelalterlicher Judenmord (1848); Tasso im Irrenhause 
(gest. v. Dieu); Jane Shore, als Hexe und Ehebrecherin verurtheilt und in den 
Strassen Londons vom Pöbel verhöhnt (1849); der Senat von Venedig, den ihm von 
König Heinrich IV. übersandten Degen in Empfang nehmend (1851); Michelangelo 
in Tizian's Atelier (1852). 
Flink, Govert  gewöhnlich Govaert Flinck geschrieben  ein berühmter 
Pßrfirät- und Hismfißrlmaler, geb. 1615 zu Cleve, gest. 1660 zu Amsterdam, war 
von seinen Eltern anfänglich für den Kaufmannsstand bestimmt, durfte aber später 
doch seiner Neigung zur Malerei folgen. Er kam zu Lambert Jacobze in Leeu- 
Warden, woselbst er Jakob Backer kennen lernte, mit dem er bald vertraute Freund- 
schaft schloss, in die Lehre. Nachdem beide tüchtige Fortschritte in der Kunst ge- 
macht hatten , begaben sie sich nach Amsterdam, wo Flink in Rembr an (it's Schule 
Aufnahme fand. Hier entwickelte sich sein Talent so rasch, dass er schon nach 
Verüuss von einem Jahre seines Lehrers Kunstweise so gut nachzuahmen verstand, 
dass man seine Werke kaum von denen des Rembrandt unterscheiden konnte. 
Später jedoch beileissigte er sich auch des Studiums der alten Italiener, bestrebte 
sich, die frappanten Etfekte des Meisters zu mildern, und mehr die Darstellung der 
Form zu geben. Seine Bilder wurden sehr geschätzt, besonders aber genoss er die 
Gunst des Kurfürsten Wilhelm von Brandenburg und des Prinzen Moritz von Nassau, 
für die er viele Bilder, namentlich Bildnisse, ausführte. Auch für andere hohe 
Herren, für Kirchen und Gemeinden , wurde er mannigfach beschäftigt; ja, noch im
        

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