Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052233
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Flemael , Bertholet 
Fleur. 
Flemael  auch Flamael geschrieben. eigentlich aber Flemalle  Bertholet, 
Historien- und Porträtmaler, geb. zu Lüttich 1614, gest. 1675, bildete sich bei 
seinem Bruder Hendrik, bei Hendr. Trippez und nachher bei Gerard Douffet, 
begab sich aber schon in seinem 24. Jahre nach Italien, wo er, besonders in Rom, 
die alten Meister üeissig studirte und sich bald durch eigene Hervorbringungen aus- 
zeichnete. Von dem Grossherzog von Toskana nach Florenz berufen, führte er dort 
für denselben mehrere Gemälde in seinem Palaste aus, ging aber darauf nach Paris, 
wo er an dem Kanzler Seguier einen Gönner, und durch denselben mannigfache 
Beschäftigung fand. Er malte daselbst für die Kirche „des Grands Augustins" eine 
Anbetung der Könige, für die Kuppel der Karmeliterkirche: die Himmelfahrt des 
Propheten Elias, und einen grossen Plafond in den Tuilerien. Im Jahr 1647 in sein 
Vaterland zurückgekehrt, führte er zu Brüssel mehrere Bilder für den König von 
Schweden aus, worunter eine Kreuzigung mit vielen Figuren besonders gerühmt 
wurde. 1670 ging er zum zweitenmale nach Paris, wurde Mitglied und Professor 
an der dasigen Akademie, kehrte aber, trotz aller Auszeichnungen, mit denen 
ihn Ludwig XIV. beehrte, nachdem er noch in demselben Jahre zum Canonicus an 
dem Collegialstifte St. Paul zu Lüttich ernannt worden war, wieder in seine Vater- 
stadt zurück. 
Wir lernen Flemael aus seinen wenigen Altargemälden und Bildnissen als einen 
Künstler von erhabenem Geiste und reicher Phantasie kennen. Sein Colorit ist 
kräftig, seine Zeichnung richtig und seine ganze Kunstweise verräth eine grosse 
Meisterschaft.  Auch in der Baukunst war er erfahren. Nach seinen Plänen wurde 
die Dominikanerkirche zu Lüttich erbaut. 
Die meisten seiner Bilder sind in seinem Vaterlande. Doch befindet sich ausser 
den schon genannten Gemälden zu Paris auch noch ein anderes ügurenreiches Bild 
im dortigen Louvre: die Mysterien des alten und neuen Testaments. Sodann sah man 
im Jahr 1854 in einer zu wohlthätigen Zwecken in der Akademie zu Berlin veran- 
stalteten Ausstellung ein sehr schönes Bild von ihm: den Leichnam Christi, von 
trauernden Engeln umgeben. 
hiteratur. lmmerzeel, De Levens en Werken der Holl. en Vlaam Kunstschilders n. s.w. Amsterdam, 1842. 
Flemael  eigentlich Flemalle  Hendrik, ein Goldschmied, der erste Lehrer 
seines Bruders Bertholet Flemael, fertigte verschiedene kleine Figuren von Silber 
für die Stiftskirche zum heil. Bartholomäus zu Lüttich, die seiner Zeit sehr bewundert 
wurden. Sein bestes Werk aber ist das silberne Standbild des heil. Joseph nach dem 
Modell von Jan Delcour in der Hofkirche ebendaselbst. Er starb indessen, als 
er gerade die letzte vollendende Hand daran legen wollte, in der besten Manneskraft. 
Flemael  eigentlich Flemalle, Benier, der Vater des Bertholet Flemael, 
war ein geschickter Glasmaler, von dem man seiner Zeit besonders eine Anbetung 
der Könige in der Paulskirche zu Lüttich bewunderte. 
Flemael  eigentlich Flemalle  Willem, ein tüchtiger Glasmaler, der Bruder 
des Bertholet Flemael, wurde von seinem Vater Renier Flemael in der Kunst 
unterrichtet. In der Magdalenenkirche zu Lüttich sah man seiner Zeit hübsche 
Arbeiten von ihm. 
Flers, Oamille , ein geschätzter französischer Landschaftsmaler, der Lehrer 
Cabafs, geb. zu Paris, woselbst er sich derzeit aufhält, wurde von Päris in der 
Kunst unterrichtet, Er liebt besonders Darstellungen der fetten Wiesen der Nor- 
mandie und der hügeligen Ufer der Marne oder der Eure, und Seine Bilder Zeichnen 
sich durch Naturtreue, kräftige Färbung, Wahrheit und Feinheit dßS T0118 aus. Flers 
wurde 1849 mit dem Ritterkreuz der Ehrenlegion dekorirt. 
Fleur, Nikolaus Wilhelm 1a, oder a Florae, ein treiflicher Blumenmaler und 
Aetlef, gebürtig aus Lothringen, der um 1638 zu R-Om, um 1644 zu Paris arbeitete 
und 1670 zu Rom starb. Seine Blätter, unter denen man eine Folge von 13 Radi- 
rungen Blumen (bezeichnet: Nicolaus Guillelmus a Florae Lotharingus 
Feßit Romae 1638) und eine andere von 12 Blättern Blumen (mit derselben Be-
        

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