Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052098
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Finden , Edward 
Finiguerra. 
mann (1846), zeichnen sich durch glänzenden Effekt des Grabstichels und energische, 
dem Charakter des Originals entsprechende Behandlungsweise aus. 
Finden, Edward, ein zu London lebender sehr beliebter Kupfer- und St-ahlstecher, 
geb. daselbst um 1790, bildete sich auf der Akademie der Künste seiner Vaterstadt 
und führte eine grosse Anzahl kleinerer Blätter als Illustrationen für literarische 
Werke, meistens im Verein mit seinem Bruder, aus. Unter die besten seiner eigenen 
Blätter zählt man: Viktoria, Königin von England, nach Westall (1834), ein 
ausserordentlich zart ausgeführter Stich; Hebe, nach Thorwaldsems Marmor- 
statue; Othello, der dem Brabantio und der Desdemona seine Schicksale erzählt, 
nach Douglas Cowper; den Erntewagen, nach Gainsborough. (Das Verzeich- 
niss der bedeutendsten der gemeinschaftlich mit seinem Bruder William heraus- 
gegebenen Werke folgt in dem Artikel über diesen.) 
Finden, William, der jüngere Bruder des Vorhergehenden, ein sehr beliebter 
Kupfer- und Stahlstecher zu London, der theils allein, theils in Gemeinschaft mit 
seinem Bruder Edward eine Menge Stiche fertigte, die gebührende Anerkennung 
fanden. Die besten der von ihm selbst ausgeführten Blätter sind: die Dorfkirch- 
weih, nach Wilkie; das Bildniss Lord Spencefs; der Räuberhauptmann Captain 
Macheath, zwischen seinen beiden Geliebten im Gefängniss, nach G. S. Newton; 
Sickness und Health, nach F. Webster. Die bedeutendsten der von beiden Brüdern 
gemeinsam herausgegebenen Werke sind: Landscape Illustrations of the Bible, from 
drawings bei Turner, Calcott, Stanfield u. A. (London 1834), mit Blättern, 
die laaum übertroffen werden dürften; Finden's Landscape Illustrations to the Life 
and poetical works of G. Grabbe (1834); Finden's Royal Gallerie of British Art; 
Finden's Portraits of the female Aristccraty of the Court of Queen Victoria (1838 da 
1839); Lord Byron's Genius der Frauen (London und Leipzig 1835); Lord Byron's 
Landschaften oder Abbildungen der ausgezeichnetsten Ansichten aus dessen poeti- 
schen Werken (London und Leipzig 1835); the Ports and Harbours of Great Britain, 
nach Zeichnungen von J. D. Harding, G. Balmer u. s. w. (1838). Beide Künstler 
arbeiteten auch (von 1831 an) an dem Prachtwerk: Engravings from the Pictures 
of the National Gallery. 
Finelli, Carlo, ein tretflicher neuerer Bildhauer, Mitglied der Akademien von 
S. Lucca und Wien, geb. 1800 zu Carrara, bildete sich in seiner Vaterstadt, vorzugs- 
weise aber zu Rom, woselbst er noch thätig ist, zu einem der ersten italienischen 
Künstler der Gegenwart in seinem Fache aus. Mit einer eigenthümlichen bedeuten- 
den Produktionskraft verbindet er einen grossen Sinn für Anmuth. Seine Gestalten 
sind voll Leben und Ausdruck, Wahrheit und Charakteristik. Unter seine bedeu- 
tendsten Werke zählt man: eine Gruppe tanzender Horen; eine äusserst graziöse 
Gruppe von Amor und Psyche; eine Venus; eine von der Muschel getragene Ana- 
dyomene; Amor mit dem Schmetterling; einen Scheibenwerfer; den Triumphzug des 
Traian , einen grossen Relieffries in einem Zimmer des Quirinal zu Rom (Gegenstück 
zu Thorwaldsens Alexanderszug); die Statue des Evangelisten Matthäus in der neuen 
Kirche S. Francesco di Paula zu Neapel; den Erzengel Michael mit dem von ihm be- 
siegten Satan; die Statue Raphaels (für Urbino gearbeitet). 
Finelli, Giuliano, Bildhauer, geb. 1602 zu Ferrara, gest. 1657 zu Rom, lernte 
bei einem mittelmässigen Bildhauer seiner Vaterstadt, begab sich sodann nach Rom, 
wo er unter Bernini arbeitete und liess sich später in Neapel nieder, wo er eine 
grosse Menge von Arbeiten für Kirchen und Paläste, Büsten und Grabdenkmale in 
dem manierirter) Styl seiner Zeit ausführt-e. 
Finiguerra, M550 (Tommaso), ein vorzüglicher Goldschmied und einer der aus- 
gezeichnetsten und beliebtesten Arbeiter in Nielln, Maler in Aquarellfarben und 
Zeichner, geb. 1426 zu Florenz, gest. daselbst vor 1464, war der Sohn des Gold- 
schmieds Antonio di Tommaso Finiguerra. und wurde von seinem Vater in der 
Kunst unterrichtet. Er lieferte auch bald tretfliche Werke in getriebener Arbeit, 
namentlich aber übteer die Kunst in Niellen, d. h. in Gravirllhgen, in welchen die 
vertieften Striche mit einer dunkeln Schmelzmasse ausgefüllt wurden, mit denen er
        

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