Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052079
56 
rilipevi- 
Bilder mit zu den ersten gehören, in denen sich die himmlische Welt in eine irdisch- 
wirkliche, freilich immer noch in einer feierlichen und würdevollen Umgebung, um- 
bildet. Im Ganzen reissen seine Bilder wegen der Originalität der Erfindung, dem 
Reichthum einer auf's Lebhafteste bewegten Phantasie, dem glücklichen Sinn für 
Anmut-h und für Schönheit der Charaktere und der Präcision der Zeichnung zur Be- 
wunderung hin, wenn auchdie Stärke, Kühnheit, Entschiedenheit und Energie 
seines Geistes und seiner ganzen Kunstrichtung ihnen nicht selten etwas Herbes und 
Strenges mittheilt. 
Zu seinen bedeutendsten noch erhaltenen Werken zählt man im Museum zu 
Berlin: Maria in einer von einer Rosenhecke umgebenen Thronnische, neben ihr 
das Kind, zur Rechten drei, zur Linken vier rosenbekränzte Engel mit brennenden 
Kerzen in Blumentöpfen; Maria auf dem Throne mit dem Kinde, rechts Johannes, 
der Täufer, links Johannes, der Evangelist; eine Verkündigung; Venus, mit langem 
goldenem Haupthaar (nach dem Motiv der unter dem Namen der mediceischen Venus 
bekannten Statue), ziemlich nüchtern und reizlos; das vorzügliche Bildniss der 
Lucrezia Tornabuoni (nachmaliger Gemahlin des Lorenzo Magniiico und Mutter des 
Papstes Leo  in der Sammlung des Grafen Raczynski ebendaselbst: Maria 
mit dem Kinde von singenden Engeln mit Lilienzweigen in den Händen umgeben; 
in der Gallerie zu Dresden: das Brustbild des Heilandes mit der Dornenkrone; 
ein Brustbild Johannes des Täufers; Maria mit dem Kinde (ist als aus der Schule des 
Botticelli bezeichnet, aber wahrscheinlich vom Meister selbst); in der Sammlung des 
Hrn. v. Quandt: die Wunder und den Tod des heil. Zenobius; in der Dechanei zu 
Empoli: zwei Engelgestalten; zu Florenz in der Gallerie der Uffizien: eine von 
Engeln gekrönte Madonna mit wundervollen Engelköpfen, ein Juwel an Ausführung; 
denselben Gegenstand (ebenfalls in einem Rundbilde wie das Vorige); eine Anbetung 
der Könige mit sehr edlen Gewandmotiven; zwei kleine Geschichten der Judith; die 
allegorische Darstellung der Verläumdung (nach Lucian's Bericht über ein Gemälde 
des Apelles); Venus, nackt auf einer Muschel über die Fluth dahineilend"'; in der 
Akademie: eine grosse Krönung Mariä. (ursprünglich im Auftrag der Werkmeister- 
schaft von Porta Santa Maria für S. Marco gemalt); den Venusgarten; eine Madonna 
mit vier Engeln und sechs Heiligen, ein grosses prachtvolles Altarbild; Tod und 
Himmelfahrt Mariä; im Pal. Pitti: eine heil. Familie; das Bildniss der Simonetta, 
der Geliebten des Giuliano de' Medici; in der Kirche S. Spirito (Capella de' Billioti): 
Maria mit dem Kinde, einen Heiligen neben ihr und gegenüber den heil. Hieronymus; 
in einer anderen Kapelle: eine kleine Verkündigung; die Geburt Christi; in S. Maria 
Maddalena de' Pazzi: eine Verkündigung; in Ognisanti: den heil. Augustinus, 
Frescobild, Gegenstück zu Ghirlandajos heil. Hieronymus in derselben Kirche; 
in S. Martino: ein Altargemälde, den heil. Martin darstellend; im StädePschen 
Institut zu Frankfurt a. M.: ein weibliches Bildniss, in welchem individuelle Auf- 
fassungsweise und feinstes Naturgefühl mit einem grossartigen Idealismus verbunden 
erscheint; in der Sammlung des Hrn. Young Ottley zu London: die Geburt Christi, 
ein sehr geistreißhes und für die leidenschaftliche Geist-esart des Meisters höchst 
merkwürdiges Bild; in S. Francesco zu Montevarchi: die Tafel des Hauptaltars; 
in der Pinakothek zu München: den Leichnam Christi im SchOOSSE der Maria, um- 
geben von den h. h. Petrus, Paulus und Hieronymus; im Louvre zu Paris: Maria 
mit dem Kinde von Engeln umgeben; Maria mit dem Kinde und dem heil. Johannes; 
im Dom zu Pisa: die Himmelfahrt der Maria; im Vatikan zu R0 m: die oben er- 
wähnten Fresken in der Sixtinischen Kapelle. Dann enthält eine lateinische Hand- 
schrift des Aristoteles: "de animalibus", in der vatikanischen Bibliothek, für Sixtus IV. 
geschrieben, Miniaturen, worin die Auffassung und die herrlichen phantastisch anti- 
kisirenden Arabesken mit Sandra's Weise völlig übereinstimmen. 
Das "Bildniss des Sandro hat sein Schüler Filippino Lippi (nebst dem des 
Allfßnio Pollajnolo) in seinem Frescobild der Verurtheilung und Kreuzigung 
Petri in der Kapelle Brancacci der Kirche del Carmine zu Florenz angebracht, 
' Abgebildet in den Denkmälern der Kunst. Atlas zu Kuglers Handb. der Kuutgesch. Taf. 67 A, FigJ.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.