Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1057897
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Luining 
Luino. 
so findet sich doch bei den meisten neben geistreicher Auffassung eine sorgfältige 
Ausführung. Seine grossen Bibelblätter sind mit tausenden von Figuren angefüllt, 
wovon selbst die kleinsten einen eigenthümlichen Charakter haben. In allen seinen 
Blättern herrscht wunderbare Harmonie, auch die Figuren sind gut gezeichnet. Um 
die Kostüme bekümmerte er sich nicht. Bei architektonischen Gegenständen zeigte 
er Kenntniss der Perspektive und der Regeln der Baukunst. Wir nennen ferner von 
seinen Arbeiten: Schauplatz der Märtyrer; das Blutbad in der Bartholomäusnacht, 
gemeinschaftlich mit Caspar Luiken gefertigt. Er war auch erotischer Dichter, 
verirrte sich aber später durch die Lektüre von Jakob Böhme's Schriften in die ent- 
gegengesetzte Richtung, welche gleichfalls für seine Kunstwerke von Nachtheil 
war. Im Jahr 1712 starb er. Der genannte Caspar arbeitete häufig gemeinschaft- 
lich mit ihm und war vermuthlich sein Bruder. Er bediente sich der Initialen: C. L. 
iv..et f.; C. L. f. Man findet dieselbe auf einigen Blättern des Werks: Abbildungen 
der Gemein Nützlichen Haupt-Stände etc. Regensburg, Ch. Weigel 1698, und auf 
vier Blättern, welche den Geruch, das Gehör, das Gefühl und den Geschmack vor- 
stellen. Das fünfte Blatt, welches das Gesicht versinnbildet, ist mit dem Namen 
des Künstlers bezeichnet. Er lebte noch im Jahr 1710. 
Literatur. Huber, Handbuch für Kuustliebhaber. Sechster Theil.  Immerzeel, De Levens en 
Werken der Holland. en Vlaam. Kunstschilders u. s. w.  Nagler, Die Monogrammisten. 
Luining (Luning), Andreas, Zeichner und Kupferstecher, arbeitete in Wien 
um 1589-1592. Er stach mehrere Folgen von Musterblättern für Goldschmiede, 
welche delikat behandelt und selten sind. Wir nennen von denselben: Folge von 
zwölf Blättern mit Vögeln, Insekten, Arabesken u.  schwarz auf weissem Grunde; 
Folge von zwölf Blättern mit Laubwerk und grottlesken Figuren im Geschmacke des 
J. Ducerceau, gleichfalls schwarz auf weissem Grunde; Folge von zwölf Blättern IT, 
mit Arabesken und Medaillons, in welchen Köpfe und ganze Figuren dargestellt sind, H1 
weiss auf schwarzem Grunde. Seine Werke bezeichnete er bald mit seinem ganzen A1- 
Namen , bald mit den Initialen A. L. , bald mit beigesetzten Monogrammen. Äl- 
hlterutur. Nagler, Die Monogrammisten.  
Luino (Luvino, Luini), Bernardino (Be-nardo), Maler, geboren zu Luvino 
am Lago Maggiore um das Jahr 1470. Bei seinen früheren Arbeiten hat er Lio- 
nardo da Vinci noch nicht gekannt, bei denjenigen seiner mittleren Zeit ihn am 
treuesten reproducirt, bei den spätem aber auf der so gewonnenen Grundlage selbst- 
ständig weiter geschaffen, wobei es sich zeigt, dass er mit unzerstörbarer Naivetät 
sich nur das von diesem Meister (und von Raphael) angeeignet hatte, was ihm 
gemäss war. Sein Sinn für schöne, seelenvolle Köpfe, für die Jugendseligkeit fand 
bei dem Meister sein Genüge und die edelste Entwicklung. Dagegen ist von der 
grossartig strengen Composition des Meisters gar nichts auf ihn übergegangen, auch 
drapirte er ganz leichtfertig und gleichgültig. Dafür besass er stellenweise gross- 
gefühlte, aus der tiefsten Auffassung des Gegenstandes hervorgegangene Motive. 
Von seinen Gemälden nennen wir: das der heil. Jungfrau mit der heil. Katharina 
und der heil. Barbara in der Gallerie Esterhazy zu Wien; ein Altarblatt im Dem 
zu Como, Bernardus Luvinus bezeichnet, welches die heil. Jungfrau, vier Heilige, 
den knieenden Stifter und einen auf den Stufen des Throns musicirenden Engel dal'- 
stellt; die heil. Familie im königl. Museum zu Madrid; von seinen Fresken insbe- 
sondere, worin er sich viel freier zeigt, namentlich durch blühende Färbung, sowie 
grossartige Anordnung und Ausserordentliches geleistet hat, die wunderliebliche heil. 
Lucia in der Kirche S. Maurizio zu Mailandf" Madonna mit zwei Heiligen und einem 
niusicirenden Engel zu den Füssen vom Jahr 1521 in der Pinakothek der Brera, 
gäxsgtcchen von Mich ele Bisi; die gemarterte heil. Katharina, deren Leichnam von 
EÜQäIn auf den Berg Sinai getragen Wird. Ausser Bisi haben C. Rampoldi, 
C- Diälliarocca und Ant. Gib erti nach ihm gestochen. Er lebte 110011 im Jahr 1530. 
 zwei Söhne, Aurelio und Evangelista, jener erscheint meist 
Abgebildet iu den Denkmälern der Kunst- 
Atlas zu Kuglers Handb. der Kunstgesch.
        

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