Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1057876
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Lütke 
Lützenkirchen. 
burg im Jahr 1785. Er bildete sich auf der Akademie zu München unter den Pro- 
fessoren Seidel und Hauber. 1805-1809 setzte er seine Studien auf der Akademie 
in Wien fort, und erlangte in kurzer Zeit den Ruf eines tüchtigen Künstlers. Im 
Jahr 1812 hielt er auf der Universität Erlangen Vorlesungen über bildende Kunst 
und wurde Doktor der Philosophie. Sofort hielt er sich in Prag, dann wieder in 
YVien und besonders in Pressburg auf, und kehrte, nachdem er im Jahr 1840 München 
wieder besucht hatte , in seine Vaterstadt zurück. Wir nennen von seinen Arbeiten: 
das Bildniss des Generals Moreau, wofür ihm Kaiser Alexander einen werthvollen 6 
Brillantring übersandte; 125 Bildnisse der Ablegaten auf dem ungarischen Reichs- 
tage nach dem Leben gezeichnet und radirt; 13 grosse Altarbilder für verschiedene I? 
Kirchen in Ungarn. Beigesetzte Monogramme sind auf seinen Werken. 
Literatur. Nagler, Die Moncgrnmxnisten. 
Lütke, Peter Ludwig, Maler, geboren zu Berlin im Jahr 1759. Er lernte 
zuerst die Handlung und betheiligte sich hierauf bei dem Geschäfte seines Vaters, 
welcher Elbeschilfer war, wobei er aber auch die Malerei übte. Vom Jahr 1785 an 
widmete er sich dieser ausschliesslich und bereiste zu dem Ende die Schweiz, Italien 
und Sicilien. In Rom bildete er sich unter Philipp Hackert. Im Jahr 1787 kehrte 
er zurück und wurde um diese Zeit Ehrenmitglied der königl. Akademie. Im Jahr 
1789 ernannte man ihn zum Professor der Landschaftsmalerei und Mitglied des 
Senats. In den königl. Schlössern zu Berlin und Potsdam befinden sich mehrere aus- 
gezeichnete, sowohl italienische als Vaterländische Gegenden darstellende Gemälde 
von ihm, auch besitzt die königl. Akademie von seinen Baumstudien mehrere schätz- 
bare Vorlegeblätter, in welchen der Charakter der verschiedenen Baumgattungen 
höchst getreu aufgefasst ist. Im Jahr 1831 starb er. 
Literatur. Neuer Nekrolog der Deutschen 183i , S. 4351i. 
Lützelburger (Leutzelburger), genannt Franck, Formschneider, blühte im 
Jahr 1522. Ob er von Luxemburg oder von Franken gestammt habe, ist nicht ent- 
schieden. Urkundlich weiss man nur Folgendes von ihm: 1) ein treiflicher Holz- 
schnitt, der Kampf im Walde zwischen Bauern und nackten Räubern trägt das 
Täfelchen H N (Holbein?) und die Unterschrift HANS LEVTZELBVRGER FVRM- 
SCHNEIDER 1. 5. 2. 2; 2) auf einem eben so vorzüglichen Todtentanzalphabete 
steht: Hanns Lützelburger, Formschneider, genannt Franck. Nun findet sich aber 
auf dem Holzschnittdes berühmten Holbein'schen Todtentanzes an der Bettstatt 
der Herzogin ein verbundenes HL, und man schloss hieraus, dass Hans Lützel- 
burger auch diesen, und überhaupt die meisterhaften Holzschnitte zu Holbeins 
Gemälden geschnitten habe, eine Ansicht, die vorzüglich Sotzmann gegen Rumohr 
vertheidigte, welcher dem Holbein sowohl die Gemälde selbst als auch die Holz- 
schnitte davon zuschrieb. In Folge der lebhaft hierüber geführten Untersuchung sind 
unserm Meister mit grosser Wahrscheinlichkeit folgende herrliche Holzschnitte zuzu- 
schreiben: die Bilder des alten Testaments; der grosse Todtentanz auf der Biblio- 
thek zu Basel; das Bildniss des Erasmus mit dem Terminus; die zwei Dolchscheiden; 
drei Todtentanzalphabete. 
 Nagler, Künstlerlexikon 8, 103 Hi, wo der genannte Gelehnenstreit ausführlich mitge- 
Lützenkirchen, Peter Joseph, Maler und Kupferstecher in Schabmanier, ge- 
boren zu Köln im Jahr 1775. Er bildete sich auf der Akademie zu Düsseldorf, kehrte 
hierauf nach Köln zurück und übersiedelte von da im Jahr 1813 nach Frankfurt a. M. 
Bei sehr schönen Talenten erwies er sich als denkenden Künstler und erwarb sich 
das Vertrauen hoher Personen. Wir nennen von seinen Gemälden das Bildniss des 
älteren Merlo; das Bildniss des Doktor J. G. L. von Pempelfurt, geSßßßhßn von Bier- 
Weiler; von seinen Kupferstichen: Thomas berührt die Wundenmale des Heilandes 
nach Luca Giordano; Maria mit dem Jesuskinde nach Lißllardn da Vinßi- 
Einiges stach er auch nach sich selbst, z. B. das Brnstbild des Stßatsministers Frei- 
herrn von Stein. Er bezeichnete seine Arbeiten bald mit seinem ganzen Namen, 
bald mit den Initialen P L. 
Literatur. Götne, Kunst und Anemmm 1, g5_  159,10, Nachrichten von dem Leben und den 
Werken kölnischer Künstler.
        

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