Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1057819
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Lotti 
Lotze. 
welcher nun an seine Stelle berufen wurde, kam aber bald zurück, da man wegen 
nicht erfüllter Verpflichtung sein Vermögen in Beschlag nahm. In seinen früheren 
Gemälden verband er mit guter Zeichnung lebhaften Ausdruck, sein Colorit war 
harmonisch, glänzend und rein, später ging er in der Farbe unzweifelhaft zu weit 
und nahm überhaupt ab. Er arbeitete in Oel , Wasserfarbe und Miniatur. Von seinen 
Werken nennen wir: Christus zu Emaus bei den Jüngern am Tische in der Pinakothek 
zu München; das Abendmahl in der Peterskirche daselbst; die Sendung des heil. 
Geistes in der Heiliggeistkirche daselbst.- Im Jahr 1662 starb er zu München. 
Literatur. Handschriftliche Nachrichten.  Lipowsky, Bayrisches Künstlerlexikon. 
14017131 , COSimO, Maler, Baumeister und Mechaniker aus Florenz. Er war ein 
Schüler von Bernardino Poccetti und wusste mittelst seiner mechanischen und 
hydraulischen Kenntnisse seltsame Wasserkiinste hervorzubringen. Philipp IV. von 
Spanien berief ihn im Jahr 1628 für sein Theater im Buen Retiro. Lotti entwarf 
den Plan hiezu und malte für das Stück von Lope de Vega: Selva. de Amor, treff- 
liche Wald- und Meerhintergründe, sowie auch die Brücke von Segovia, über welche 
er Automaten wie in der Wirklichkeit wandeln liess. In Folge dessen wurde er zum 
Hofarchitekten und Ingenieur ernannt. Seine mit grosser Leichtigkeit und Freiheit 
behandelten Bilder sind sehr selten. Er starb zu Madrid. 
Literatur. Bermudez, Diccionario historico de los mas illustre: professores de las helles artes en 
Espafia.  Fiorillo, Geschichte der zeichnenden Künste in Spanien. 
Lotto, LOIEHZO, Maler, geboren zu Venedig zwischen 1476 und 1482, hielt 
sich meist in Bergamo auf. In den verschiedenen Bildern desselben treten drei Rich- 
tungen hervor, indem er bald Bellini, bald Giorgione, bald Lionardo da Vinci 
zum Vorbild nahm. Zur ersten Gattung gehört ein treffliches Gemälde in dem 
Museum der Studj zu Neapel, die Jungfrau, welche das Jesuskind dem heil. Johannes 
und dem heil. Peter zur Anbetung darbietet; zur zweiten das Bild al Carmine, wo 
S. Nicolaus mit drei Engeln und zwei Heiligen auf Wolken über einer morgen- 
dämmernden Meeresbucht schwebt, ein in äusserster Verderbniss noch herrliches 
poetisches WVerk; zur dritten ein heil. Augustin mit zwei Engeln und andern Figuren 
in S. Giovanni e Paolo zu Venedig. ln der Sammlung des Eduard Solly in London 
ist ein Bild seiner Familie, ihn eingeschlossen, äusserst fein aufgefasst und colorirt. 
Man sieht an seinen Werken die Inschriften: Laurentius Lottus, pictor venetus; 
M. Laurentius Lottus de Venetiis, nunc habitator Bergomi; auch bloss seinen Namen 
mit oder ohne Jahrszahl. Um das Jahr 1558 starb er zu Lorgtto. 
Literatur. Burckhardt, Der Cicerone, S. 966.  Kugler, Beschreibung der Kunstschätze in Berlin. 
Erster Theil.  Kugler, Handbuch der Geschichte der Malerei.  Otto Mündler, Essni d'une 
analyse critique de la notice des tableaux italiens du Louvre, S. 1271i  Vasari, Leben der aus- 
gezeichuetsten Maler, Bildhauer und Baumeister 3 b, S. 170, 178 ff.  Waagen, Kunstwerke und 
Künstler in England. Zweiter Theil. 
Lotsch, Bildhauer der Gegenwart aus Baden. Er lernte die Anfangsgründe der 
Kunst in Karlsruhe unter Feodor und ging im Jahr 1823 als badischer Pensionär 
nach Rom, wo er schon lange sich aufhält. Man kennt ihn hauptsächlich seines 
guten Humors wegen. Die ergötzlichsten Karikaturen auf neue Philosopherne oder 
sonstige Ereignisse des wissenschaftlichen und künstlerischen Lebens sieht man V01! 
seiner Hand. Mit gleichem Humor hat er Zeichnungen zu Don Quixote gemacht- 
Von seinen andern Arbeiten nennen wir die Büsten RaphaePs und Albrecht Dürer's 
für die Kunsthalle in Karlsruhe und den Stirngiehel für die Trinkhalle in Baden, in 
welch' letzterem er es gleichfalls an heiterer Darstellung nicht hat fehlen lassen. 
Literatur. Conversationslexikon von Meyer.  Gottafsches Kunstblan 1840, S. 112 und 
369 ff.  Raczynski, Geschichte der neueren deutschen Kunst 3, 3113. 
Lotze, Moriz Eduard, Maler und Photograph, geboren zu ÜeibeTg in Sachsen 
im Jahr 1809. Er erhielt die erste Anleitung zur Kunst in MßiSSen, bildete sich 
auf der Akademie zu Dresden weiter aus, zog im Jahr 1830 nach München und vor 
einigen Jahren als Photograph nach Verona. Bis dahin fertigte er geschätzte Land- 
schaften mit Thieren. Wir nennen von denselben: eine Waldlandschaft mit einem 
Stier, einer Kuh und einem Kalb, angekauft vom Kunstverein zu München im Jahr 
1835, mit kräftiger, vielleicht zu kräftiger Färbung, von einem allgemein zu dunkeln
        

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