Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052045
Fiessiuger 
Film-etc. 
53 
donna. Vorzügliches Geschick verrieth er aber in den anmuthigsten und zierlichsten 
Grottesken, wie er namentlich an den Marmorknäufen über den Pfeilern der Grab- 
mäler der Lorenzo und Giuliano de' Medici von Buonarotti in der sogenannten 
neuen Sakristei in S. Lorenzo zu Florenz, sowie an mehreren schönen Friesen mit 
lachenden Masken ebendaselbst bewies. Er lenkte durch diese Arbeiten die Auf- 
merksamkeit Michelangelds in einem Grade- auf sich, dass ihm derselbe auch noch 
verschiedene andere Arbeiten zur Vollendung jener Grabmäler übertrug. Im Auftrag 
der Minerbetti ferti te er für deren Kapelle in S. Maria Novella zu Florenz ein Grab- 
mal von besonderexgSchönheit in den Schilden, Heimen u. s. w. (jetzt rechts vom 
Eingang in die Mauer eingelassen). 1528 befand sich Silvio zu Pisa, wo er zwei 
marmorne Statuen von Engeln für den Hauptaltar des Doms ausführte, an denen 
man den Namen Silvio eingehauen ündet. Dann fertigte er in der Kirche von Monte 
Nero bei Livorno eine kleine Marmortafel mit zwei Figuren für die Frati Gesuati und 
in der Kirche S. Lino zn Volterra das Grabmal für den frommen und gelehrten 
Rafaello Maifeo. Nachdem er sich so an verschiedenen Orten, namentlich auch 
längere Zeit in Pisa aufgehalten, finden wir ihn zu Genua in Diensten des Prinzen 
Doria wieder, für den er ein schönes Marmorwappen über der Thüre des Palastes 
und eine Menge Stuckverzierungen, nach der Angabe des Malers Perino del Vaga, 
im ganzen Gebäude verferti te. Er führte daselbst auch eine sehr hübsche Büste 
Kaiser Karl's des V. in Marxgor aus. Bei seiner unbeständigen Natur aber auch bald 
des Lebens in Genua überdrüssig, wollte er sich nach Frankreich begeben, kehrte 
aber unterwegs wieder um und nahm seinen Aufenthalt in Mailand, wo er, nachdem 
er noch einige Bilder und Figuren, nebst einer Menge Verzierungen, Arbeiten , die 
sämmt-lich grosse Anerkennung fanden, vollendete, im 45. Jahre seines Lebens starb. 
Ausser der Bildhauerkunst beschäftigte er sich auch mit der Poesie und Musik, in 
welchen Künsten er ebenfalls nicht Unerhebliches geleistet haben soll.) 
Fiessinger, F. Gabriel, ein Kupferstecher und Arbeiter in punktirter Manier, 
geb. aus Offenbach, der früher Jesuit war, aber nach der völligen Aufhebung der 
Gesellschaft Jesu in allen Staaten der Christenheit (1773) die Kupferstecherkunst 
Ewhne Anleitung erlernte, sich hierauf längere Zeit zu München, Wien, Freiburg 
1786), in der Schweiz, in Frankreich, zu London aufhielt und 1802 noch lebte. 
Zu seinen besten Blättern zählt man: die Klugheit, nach M. Anton Franceschini 
(1777); einen Ecce homo, nach Gius. Cesari (1781); das Bildniss von Thaddäus 
Kosciuszko, nach J. Grassi und das des H. G. Mirabeau, nach J. Guerin. 
Figino, Ambrogio , Historien- und Porträtmaler, geb. zu Mailand, war ein Schüler 
von Lomazzo und blühte um 1590. Seine aus wenigen Figuren bestehenden Altar- 
bilder, deren man noch mehrere in seiner Vaterstadtwiindet, befriedigen durch den 
grossartigen Charakter der Heiligen, so dass sie zuweilen an Gaudenzio Ferrari 
erinnern; in grösseren Bildern rühmte man von ihm, dass er Leonardos Wissen- 
schaft und Genauigkeit, und Raphaels 'Ma'jestät mit Correggio's Colßfiß und 
Michelangelrfs Zeichnung zu verbinden gestrebt, allein diese eklektische Nach- 
ahmung der genannten Meister bestand meistens nur in manieristischer Ausartung 
ihrer Schwächen. Seine Bilder sind indessen ausser Mailand kaum gekannt. 
Figino, Girolamo, ein Zeitgenosse des Vorigen, der um 1595 blühte. War ein 
wackerer Maler, der sich besonders durch seine Miniaturbilder Ruf erwarb- 
Filarete, Antonio, eigentlich Antonio Averlino, denn der griechische Name 
Filarete scheint nur ein gesellschaftlicher Beiname gewesen zu Sein. Baumeister 
und Bildhauer, der zu Florenz um den Anfang des 15. Jahrhunderts geboren wurde. 
Die ersten uns bekannten Erzeugnisse seiner künstlerischen Thätigkeit sind die 
1439-1447 ausgeführten Bronzethüren an dem Haupteingang der Peterskirche zu 
älom, die ihm von Papst Engen IV- übertragen wurden, der durch die berühmten 
ronzethriren des Ghiberti am Baptisterium zu Florenz dazu veranlasst worden war. 
Auf das Zeug-miss des Vasari wird angenommen, dass er dieselben in Gemeinschaft 
mit Simone, dem Bruder des Donatello, gearbeitet; da aber die Iuschriften darauf 
nur den Filarete nennen, so kann Simone blos als untergeordneter Gehülfe des
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.