Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1057680
Londonia 
Longhi , Giuseppe. 
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Sein Lehrer 'war Ferdinand Porta und zuerst studirte er die Geschichts- 
malerei, trat aber dann zur Thiermalerei über, worin er glücklicher war. zu ü" 
Im Jahr 1769 bereiste er Rom, Neapel, Genua und einige andere Städte 
Italiens, Im Radiren unterrichtete ihn B. Bossi, welcher in der Folge selbst 
nach ihm radirte. Er selbst fertigte mit vieler Einsicht und einer leichten LOF Ems-lo- 
Nadel eine grosse Menge ländlicher Gegenstände. Sein Hauptwerk besteht 
aus 72 Platten. Er suchte immer die Natur in ihren niedrigsten Scenen auf sind  
und malte z. B. nur schlechte Pferde. Beigesetzter Monogramme bediente WIIHHL 
er sich. Im Jahr 1783 starb er. 
Literatur. Brulliot, Dictionnaire des Monogrammes.  Füssli, Allgemeines Künstlerlexjkon.  
Huber, Handbuch für Kunstliebhaber. Vierter Theil. 
Longe , Robert le, siehe Robert 1a Longe. 
Longhena, Baldassare, Bildhauer und Baumeister, blühte zu Venedig um das 
Jahr 1670. Das Grabmal des Dogen Johann Pesaro in der Kirche de' Frari wird für 
eines seiner schönsten Werke gehalten, doch ist es mit Zierrathen überhäuft. Ferner 
baute er die Kirche da Salute mit prächtiger Dekoration, aber vielen Stylwidrig- 
keiten; das kleine Spital, gleichfalls ganz geschmacklos; den Palast der Familie 
Pesaro an dem grossen Kanal; die sehr schöne Treppe des Benediktinerklosters in 
S. Giorgio Maggiore. A. Bosio hat das nach seiner Zeichnung im Jahr 1669 auf- 
geführte Leichengerüst des Herzogs von Beaufort gestochen. 
Literatur. Burckhardt, Der Cicerone, S. 398.  Conversationslexikon von Meyer.  Füssli, 
Allgemeines Künstlerlexikon. 
Longhi, Giuseppe, Maler, Kupferstecher und Kunstschriftsteller in Mailand, ge- 
boren zu Monza im Jahr 1766. Sein Vater, ein Seidenhandler, bestimmte ihn zum geist- 
lichen Stande, um ein reiches Benefiz geniessen zu können, seine Neigung trieb ihn aber 
nach einiger Zeit zur Kunst. So begab er sich denn nach Mailand in die Schule des 
ilorentinischen Kupferstechers Vincenzo Vangelisti und des iiorentinischen Malers 
Giuliano Travallesi. Von da ging er nach Rom, wo er sich innig mit Raphael 
Morghen befreundete. Hier beschäftigte ihn am meisten ein bis dahin nicht durch 
den Kupferstich bekanntes Bild von Guido , nach welchem er bald darauf sein erstes 
grosses Blatt, der Genius der Musik, fertigte. Nach Mailand zurückgekehrt, gab er 
noch mehrere andere Kupferstiche heraus und begann schon damals die Galatea auf 
der Muschel nach Albano, aber eine Menge von Aufträgen für Miniaturbildnisse ent- 
zog ihn auf einige Jahre der Beschäftigung mit dem Grabstichel, bis er von Bonaparte 
die Bestellung erhielt, sein Bildniss von Gros gemalt in Kupfer zu stechen. Zu dieser 
Zeit starb der genannte Professor Vangelisti, Longhi wurde im Jahr 1798 zu 
seinem Nachfolger ernannt und bildete viele ausgezeichnete Schüler, z. B. P. Ander- 
loni, seinen Amtsnachfolger; Garavaglia, Professor in Pavia; Felsing in Darm- 
stadt; Steinla in Dresden. Fast alle bestehenden Akademien der Künste zählten ihn 
unter ihre Mitglieder, auch hatte er den Orden der eisernen Krone und den Constanti- 
niano's von Parma. Sein Lieblingsmeister war Rembrandt, dessen Malereien er in 
vielen seiner Stiche sehr charakteristisch wiedergab. Aber auch die elegante und vollen- 
dete Zeichnung der klassisch italienischen Meister, die Lieblichkeit eines Procaccini, 
den Farbenschmelz eines Correggio, die Macht der Zeichnung von Michelangelo, 
sowie die Zartheit und den liebevollen Ausdruck der Schöpfungen RaphaePs wusste 
er in seinen Stichen auf's treuste wieder zur Anschauung zu bringen. Er erkannte, 
dass zur vollendeten Darstellung aller Schönheiten eines Gemäldes auch eine aus- 
gebildete Technik des Stechens nöthig sei, und um so ausgebildeter sein müsse, je 
beschränkter ihre Mittel sind. Das Sposalizio nach Raphael bezeichnet seine höchste 
Stufe als Künstler, Ferner nennen wir von seinen Arbeiten: die Grablegung nach 
CreSPi; Magdalena nach Correggio; das Porträt eines unbekannten Manns nach 
Rembrandt; Enrico Dandolo nach Teodoro Matteini; die Vision des Hesekiel 
nach Raphael. Sein letztes Werk, das jüngste Gericht, nach Michelangelo, 
eine riesenmässige Composition, hinterliess er unvollendet. Unter Anderem schrieb  
.er la. teorica della Calcograiia, Milano 1830. Im Jahr 1831 Starb er zu Mailand. 
Literatur. Cottafsehes Kunstblnit 183i, S. 1513. 1833, S. 225 E.  Ausführliches über ihn nebst 
seinem Bildniss findet sich in der Schrift: Notizie biograiiche di G. Longhi, raccolte da. F. Longhenß.
        

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