Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1057585
Liverati 
Livi. 
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dem er daselbst drei Jahre verweilt, den König Karl I. und die Königin nebst vielen 
Grossen des Reichs gemalt hafte, kehrte 91' Iliwh Antwerpen zurück, heirathete 
daselbst die Tochter des Bildhauers Colyn und malte viele Bilder für Klöster, Kirchen 
und Kabinett), Er ahmte Rembrandt nach und kam ihm in Porträtbildern und 
Landschaften nahe, nicht aber in historischen Darstellungen, doch ist sein Opfer 
Abrahams sehr gelungen. Wir nennen von seinen Gemälden ferner: Scipio Africanus 
für den Prinzen von Oranien in Leyden; die Bildnisse der Admirale Ruiter und Tromp 
im Museum zu Amsterdam; eine Baumparthie an einem kleinen See, wobei die Stim- 
mung eines stillen, klaren Abends mit wenigen Mitteln glücklich erreicht ist, im 
Museum-zu Berlin. Auch im Radiren und Stechen ahmte er Rembrandt nach , dem 
er in der Zeichnung voraus war, xivährend er dessen malerischen Stich nicht erreichte, 
obgleich sein Helldunkel den schönsten Effekt hervorbringt. Wir heben von seinen 
Stichen hervor: die Bildnisse von Dan. Heinsius und Jak. Gouter; die Auferweckung 
des Lazarus. Man hat auch einen Holzschnitt von ihm, der eine Landschaft dar- 
stellt. J. v. Vondel und Philips Angels haben ihn besungen. Man sieht auf 
seinen Werken die Zeichen: J. L.; J. L. fec.; J. L. inv.; Joannes Livius fecit; Jan 
Liven fecit; Joannes Livius pinxit et fecit. 
Literatur. Brulliot , Dictionnaire des Mouogrammes.  Fiorillo, Geschichte der zeichnenden Künste 
in Deutschland und den Niederlanden. Dritter Theil.  Heller, Geschichte der Holzschncidekuust.  
Houbraken, De groote schoubourgh der nederlantsclie Konstschilders. Amsterdam 1718, welcher auch 
sein Bildniss gibt.  Huber, Handbuch für Kunstliehjiaber. Sechster Theil.  Kugler, Bescbrei- 
bung der Kuustschätze in Berlin. Erster Theil.  Kugler, Handbuch der Geschichte der Malerei. 
Liverati, Carlo Ernesto, Maler, geboren im Jahr 1805 zu Wien, wo sein Vater, 
ein Bolognese von Geburt und nicht unbekannter Componist, damals verweilte. Bis 
zu seinem 18. Jahre war er meist in Italien, begab sich dann zu seinem Vater nach 
England und blieb daselbst eine Reihe von Jahren. Seine Lehrer waren Rein aghle 
und Briggs, doch genoss er keine Strenge künstlerische Bildung. In der Folge 
wählte er Florenz zu seinem Wohnort, und erhielt von der dortigen Akademie der 
Künste den Titel eines Professors. Von seinen früheren Werken nennen wir: Galiläi 
vor dem Inquisitionsgericht, worin er sowohl in Hinsicht der Charakteristik der Köpfe 
als von Seiten des Colorits Bedeutendes geleistet hat. In der spätem Zeit wendete 
er sich dem Genre zu, und diesem Fach gehören seine anmuthigsten Produktionen 
an: eine zur Aussegnung nach der Kirche gehende Wöchnerin; die Strchiiechterin mit 
ihrem Kinde; die das Tabernakel der Madonna mit Blumen bekränzenden Kinder. Im 
Jahr 1844 starb er zu Florenz. 
Literatur. Cotta'sches Kunstblatt 1845, S. 311111 
Liverlo, Gillis van, Baumeister und Prior des Karthäuserklosters zu Lüttich. 
Er baute dasselbe nebst der Kirche, an welcher besonders der Chor gerühmt wird, 
zu Anfang des 18. Jahrhunderts. 
Literatur. Immerzeel, De Lcvens en Werken der Holland. en Vlaani. Kunstschilders u. s. w. 
Liverseege, Henry, Maler in London. Er malte Historien und Genrestücke mit 
origineller Auffassung, richtigem und angemessenem Ausdrucke, nur zuweilen zu 
skizzenhaft. Wir nennen von seinen Arbeiten: das Gemälde mit der Geistergeschichte, 
im Jahr 1830 in der Suifolkgallerie ausgestellt; der Rekrut. Im Jahr 1832 starb er. 
Seine Werke erschienen 1832-1833 im Stiche mit dem Titel: Engravings from the 
works of H. L. 
Literat"; Conversationslexikon von Meyer.  Cottzfsches Knnstblatt1833, S. 13. 
Livi, Francesco, Glasmaler, geboren in Italien. Er war ein Sohn des Dome- 
nico Livi aus Gambassi bei Volterra. In früher Jugend kam er nach Lübeck, lernte 
dort die Glasmalerei, und fertigte höchst wahrscheinlich die Glasgemälde, welche 
Sich früher in der Burgkirßhß Zll Lübeck befanden und nun in der Frauenkirche da. 
selbst aufgestellt sind. Dieselben zeigen den deutsch-germanischen Styl in eigen. 
thüxnlich weicher Fassung, welche an die Kölnische Schule erinnert.  Als der aus- 
gezeichnetste Meister seines Fachs, von dem man eine Kunde hatte, wurde er im 
' Eines derselben, welcheg das Martyrium des Apostels darstellt, ist abgebildet in den Denkmälern 
der Kunst. Atlas zu Kuglers Handbuch der Kunstgeschichte. Taf. 60, Fig. 5.
        

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