Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1057540
Lippi, Lhrenzo 
Lips , Johann Heinrich. 
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zgichnef, sich aus durch eine reizende Fülle der Anordnung. Seine Engel und Heiligen 
aber haben eine Physiognomie, die mehr auf Schalkheit, Sinnenlust und Genuss , als 
auf sittliche Würde hindeutet, doch gibt es auch Ausnahmen hievon. Es befindet 
sich z, B, im Louvre eine Madonna mit ernster, würdiger Haltung. In dem Bilde, 
das man im Berliner Museum sieht, Welches Maria in einer fröhlichen Waldlandschaft, 
das in Blumen liegende Kind anbetend, zum Vorwurf hat, ist es der geheimnissvolle 
Geist der Natur, welcher hier zuerst Sprache gewinnt. Im Jahr 1469 starb er zu 
Spoleto schnell, wie man verniuthet an Gift, das ihm die Verwandten der Lucrezia 
beibrachten. 
Literatur. Bnrckhardt, Der Cicerone, S. 80061  Kugler, Beschreibung der Knnstschätze von 
Berlin. Erster Theil.  Kugler, Handbuch der Geschichte der Malerei.  Otto Mündler, Essai 
d'une Analyse critique de 1a notice des tableaux italiens du Musee National du Louvre.  Vnsßri, 
Leben der ausgezeichnetsten Maler, Brildhauer und Baumeister 2 b, welcher auch sein Bildniss gibt.  
Villot, Notice des tableaux du Mnsee imperiale du Louvre. Erster Theil. 
Lippi, LOIGIIZO, Maler und Dichter aus Florenz, geboren im Jahr 1606. Wie- 
wohl er ein Schüler des Rosselli war, hielt er sich mehr an die Manier des Santi 
di Tito, auch war er mit Salvator Rosa sehr befreundet. Die Vorzüge seiner 
Arbeiten sind Feinheit des Pinsels, Farbenschmelz, Harmonie und guter Geschmack. 
Wir nennen von denselben: ein Cruciiix in der grossherzogl. Gallerie zu Florenz; 
ein St. Xaver, welcher aus den Scbeeren eines Seekrebses das Cruciiix wieder 
erhält, das er auf dem Meere verloren hatte, im Besitz der Familie Arrighi; 
Davidischer Triumph im Saale von Angiolo Galli. Noch bekannter ist er durch sein 
Gedicht: Il Malmantile racquistato, das mit grosser Zierlichkeit geschrieben und voll 
von witzigen Einfällen ist. Auf Verlangen der Erzherzogin Claudia von Medicis , des 
Erzherzogs Leopold Wittwe, reiste er als Hofmaler von Paris nach Innsbruck und 
hielt sich dort sechs Monate bis zum Tod der Erzherzogin auf, wo er Porträte und 
andere Gegenstände malte. Seine Gemälde bezeichnete er mit Perlen Zippoli, dem 
Anagramma seines Namens. Im Jahr 1664 starb er. 
Literatur. Fiorillo, Geschichte der zeichnenden Künste in Italien.  Füssli, Allgemeines Künstler- 
lexikon.  Tyrolisches Künstlerlexikon. 
Lippo, Maler, geboren zu Florenz im Jahr 1354. Er war einer der ersten, 
welcher in seinen Werken lebhafte und abwechselnde Compositionen, belebte, gut 
colorirt-e und wohlgekleidete Figuren, sowie künstliche Verkürzungen anbrachte. Die 
Orte , in denen er arbeitete, sind Florenz, Arezzo, Bologna, Pisa und Pistoja. Wir 
nennen von seinen Schöpfungen eine Todtenerweckung in S. Maria Maggiore zu 
Florenz. Dieselben, wozu auch Mosaikwerke gehörten , wurden in den italienischen 
Kriegen grösstentheils zerstört. Als ein zänkischer Mann stiess er einstmals gegen 
einen seiner Gegner harte Worte aus und wurde von ihm erdolcht. Diess geschah 
im Jahr 1415. 
Literatur. Füssli, Allgemeines Künstlerlexikon.  Vcsari, Leben der ausgezeichnetsten Maler, 
Bildhauer und Baumeister. Erster Theil, welcher auch sein Bildniss gibt. 
LipPOlÖ, Franz, Maler, geboren zu Hamburg. Er lernte die Kunst bei Denner, 
bereiste verschiedene deutsche Höfe und liess sich in Frankfurt a. M. nieder. Im Jahr 
1742 malte er die Bildnisse des Kaisers Karl VlI., seiner Gemahlin und Kinder, im 
Jahr 1745 die des Kaisers Franz, der Maria Theresia und vieler anderer hohen Herr- 
schaften mit meisterhaftem Colorit und vollkommener Aehnlichkeit. Nach ihm stachen 
G. M. und V. D. Preisler, Bern. Vogel und Andere. Ixn Jahr 1768 starb er 
in einem Alter von fast 80 Jahren. 
Literatur. Hiis gen, Nachrichten von Frankfurter Künstlern, 
Lips , Johann Heinrich, Maler, Zeichner und Kupferstccher, geboren zu Kloten 
bei Zürich im Jahr 1758. Er sollte Chirurg werden, wie sein Vater, wurde aber 
durch seinen Ortspfarrer dem Lavater empfohlen , unter dessen Leitung er bald die 
erfrelllißbsten Fortschritte machte. Im Jahr 1780 ging er nach Mannheim, und übte 
sich auf der dortigen Akademie im Zeichnen nach Gypsabgüssen von Antiken. Ein 
halbes Jahr hierauf begab er sich nach Düsseldorf, wo er sein erstes grosses Blatt, 
die Marter des heil. Sebastian nach van Dyck, so musterhaft stach, dass ihm die 
Akademie für die Platte über 600 ll. bezahlte. Ebendaselbst erhielt er für seine 
Zeichnung, der in seine Mutter Stratonice verliebte Antiochus, das Diplom eines
        

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