Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1056890
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Kurländrof 
Kuyck. 
im 15. J'ahre aus dem väterlichen Hause, half sich mit Betteln durch und wurde zu- 
letzt Schüler eines Malers aus Luzern, Namens Klaus. Von da ging er nach Wien, 
Venedig und endlich nach Rom, wo er an Johann Kaspar Füssli eine Stütze 
fand. Für Sobiesky machte er hier viele Arbeiten, verfehlte jedoch nicht, die Werke 
Correggids, Guido's und Tizian's zu studiren, wie er denn sich auch nochmals 
nach Venedig begab, um sich im Colorit zu vervollkommnen. Im Ganzen blieb er 
22 Jahre in Italien. Einer Einladung des Fürsten Adam von Lichtenstein entsprechend, 
siedelte er nach Wien über, erwarb sich die Gunst der Kaiser Joseph I. und Karl VL, 
sowie des Prinzen Engen, malte in Karlsbad den Kaiser Peter, schlug aber dessen 
Antrag, in seine Dienste zu treten, aus, um unabhängig leben zu können, wie er über- 
haupt kein Hofmann war. Als Anhänger der böhmischen Brüder hielt er sich in der 
Folge in Wien nicht mehr für sicher, und begab sich daher nach Nürnberg, wohin 
mehrere Fürsten kamen, um sich von ihm malen zu lassen. "Sehr ausdrucksvoll ist 
ein Studienkopf von ihm, einen Philosophen darstellendf Ferner nennen wir: das 
Bild des heil. Franciscus in der königlichen Gemäldegallerie zu Berlin, des Meisters 
tüchtige naturalistische Weise kundgebend; sein eigenes Bildniss mit der Brille und 
das seiner Frau in der königlichen Staatsgallerie zu Stuttgart, jenes den Beschauer 
scharf üxireud, dieses fein ausgeführt. Sein Colorit hat viel Kraft, ist aber etwas 
übertrieben und dunkelt nach. Auch gute historische Stücke kennt man von ihm. 
Er starb im Jahr 1740. 
Literatur. Dlabacz, Allgemeines Künstlerlexikuu.  Eigene Notizen.  Fiorillo, Geschichte 
der zeichnenden Künste in Deutschland und den Niederlanden.  Kugler, Beschreibung der Kunst- 
schätze in Berlin. Erster Theil.  Derselbe, Handbuch der Geschichte der Malerei.  Ausführ- 
liches über ihn gibt J. C. F üs s-li, Leben des Georg Philipp Rugendas und des Johann Kupetzky, Zürich 1758. 
Kurlandrof, ein russischer Maler. 1803-1805 begleitete er den Kapitän Krusen- 
stern auf seiner Reise um die Welt. Er ist wahrscheinlich eine Person mit Kur- 
ländzow, welcher im Jahr 1804 als Miniaturmaler und Mitglied der Akademie zu 
Petersburg aufgeführt wird. 
Literatur. Füssli, Allgemeines Künstlerlexikon. 
Kurtz , Karl, Porträtmaler, geboren zu Stuttgart im Jahr 1817. Er besuchte 
seit seinem 18. Jahre die Kunstschule daselbst, 1833-l840 die Akademie der bilden- 
den Künste in Wien unter Danhauser, machte hierauf verschiedene Reisen nach 
Venedig, Florenz und Mailand, hielt sich _1844--1845 in München auf und begab 
sich im Jahr 1846 nach Berlin und Dresden. Im Jahr 1848 wurde er Professor an 
der polytechnischen Schule in Stuttgart im Fache des Freihandzeichnens. Im Jahr 
1853 erhielt er für ein Porträt des Königs Wilhelm von demselben die grosse goldene 
Medaille für Kunst und Wissenschaft, und im Jahr 1859 wurde ihm eine Fortschritts- 
medaille mit 20 Dukaten zu Theil. 
Literatur. Hand schriftliche Nachrichten. 
Kusseus (Kuifeus) , Cornelis Isbrandszen, Glasmaler, geboren zu Haarlem. In 
der S. Janskirche zu Gouda ist ein grosses Glasfenster, 1597 von ihm gefertigt, den 
Pharisäer und Zöllner darstellend. Nach seinen Zeichnungen hat Gillis van Breen 
Mehreres in Kupfer gestochen. Er starb im Jahr 1618 zu Haarlem. 
Ililiitsesragiilg; Karel van Man der, Het Schilder Boeck. T'Amsterdam 1618, welcher auch sein Bild- 
Kuster, Johann Kaspar, Maler, geboren zu Winterthur im Jahr 1747. Nach- 
dem er sich lange Zeit nur handwerksmässig beschäftigt hatte, begab er sich nach 
Düsseldorf und bildete sich hier zum Künstler aus. Sofort ging er nach Amsterdam, 
wo seine Landschaften Beifall fanden , kehrte aber in Folge der niederländischen 
Unruhen im Jahr 1784 in seine Heimath zurück. Seine Arbeiten sind mit Geist com- 
ponirt, warm und kräftig colorirt, aber überladen und in der Farbengebung manirirt. 
Im Jahr 1818 starb er. Seine Gattin Anna Maria, geb- Reillhard, lieferte gute 
Insekten- , Blumen- und Fruchtstücke. 
Literatur. Gonversationslexikon von Meyer.  Füssli, Allgemeines Künstlerlexikon.  
Meusel, Teutsches Künstlerlexikon.  Ausführliches über ihn findet sich in seiner Selbstbio- 
ßraphie, siehe Mens els N. Misc. artist. Inhalts, St. 9, S. 62-455. 
Kuyck, Johann van, Glasmaler in Dordrecht. Er verstand seine Kunst gut, wurde 
Abgebildet in den Denkmälern der Kunst. 
Atlas zu Kuglers Handb._ de; Kunstgesch. Tat. 99, Fig. 9.
        

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