Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051895
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Ferroni 
Ferrucci, Francesco di Simone. 
Iiandauerbrüderhauses zu Nürnberg: eine heil. Familie, und Rebecca, die den 
Elieser am Brunnen trinken lässt; in der Gallerie des Belvedere zu Wien: den 
auferstandenen , der Maria Magdalena als Gärtner erscheinenden Christus. Ferri 
beschäftigte sich auch vielfach mit der Architektur und es wurden nach seinen Plänen 
und unter seiner Leitungmehrere Gebäude in Rom ausgeführt.  
Literatur. Museo Fiorentino, wdselbst auch sein Porträt im Stich. 
Ferroni, Girolamo", Historienmaler und Kupferätzer, geb. 1687 zu Mailand, gest. 
um 1730, erlernte die Malerei in s'einer Vaterstadt, begab sich aber später zu seiner 
weiteren Ausbildung nach Rom in die Schule des Carlo Maratta. Unter die besten 
seiner sehr geistreich und kräftig, nur mit etwas zu sorgsamer Nettigkeit ausge- 
führten radirten Blätter zählt man: Josua, der die Sonne stille stehen heisst, nach 
C. Maratta; Judith, nach demselben; den h. Carolus Boromäus, nach S. Cantarini. 
Ferrucci, Andrea, ein trefflicher Bildhauer aus Fiesole, gest. 1522, lernte die 
Anfangsgründe der Kunst bei Franc. di Simone Ferrucci, bildete sich aber später 
bei Michele Maini, der damals in der Kirche S. Maria sopra Minerva zu Rom ar- 
beitete, aus. Sein Styl zeigt Anklänge an den des Mino da Fiesole, ist aber 
ungleich schöner und Veredelter. Der Seelenausdruck inseinen Werken kommt in 
der gesunderen Art der umbrischen Schule zur Erscheinung; in der Composition be- 
weist er vielen Geschmack und in der Behandlung entfaltet er eine grosse Weichheit. 
Nach Imola verschrieben, schmückte er dort für die Innocenti eine Kapelle mit Sculp- 
turen, auch die Salvatorkapelle daselbst mit zwei kleinen Statuetten. Von dort wurde 
er um 1490 nach Neapel berufen, wo er mancherlei für den König Ferdinand I. im 
Schlosse von S. Martino und an anderen Orten der Stadt arbeitete. Er kehrte aber 
bald wieder von da über Rom nach Toscana zurück, um in der Kirche S. Jacopo zu 
Pistoja ein Taufbecken zu fertigen, das er mit vielen sehr schön ausgeführten Figuren 
schmückte und das heute noch dort zu sehen ist. Hierauf arbeitete er für den Dom 
von Fiesole eine Marmortafel  eigentlich ein Dossale  mit drei Figuren in Hoch- 
relief und einigen Darstellungen von Begebenheiten aus der christlichen Geschichte 
in Basrelief, sowie eine kleinere dessgleichen für S. Girolamo ebendaselbst. Durch 
den Ruf dieser Arbeiten wurde Andrea immer mehr bekannt und erhielt daher von 
überall her Aufträge. Die Bauvorsteher von S. Maria del Fiore zu Florenz bestellten 
bei ihm die Statue eines Apostels, vier Ellen hoch, jenen grossen S. Andreas, der 
heute noch im Eingang zum "linken Querschiif des Domes steht. Ferner verfertigte 
er für dieselbe Kirche das schöne Bildnissdenkmal des Marsilius Ficinus, das man eben- 
falls noch an der nach dem Canonicate führenden Thüre daselbst sieht. Er arbeitete 
aber für den Dom nicht blos auf Bestellung, sondern er wurde im Jahr 1512 sogar 
zum Obermeister aller Bildhauerarbeiten ernannt, für welches Amt er jährlich 60 Gold- 
gulden und ein Pferd erhielt. Für den König von Ungarn begann er 1517 einen 
Marmorbrunnen, der ihm grosses Lob erwarb; auch sandte er nach Strigonia (in 
Ungarn) das Marmorgrabmal des Kardinals dieser Stadt mit einer Mutter Gottes und 
andern Figuren. Zwei Engelsstatuen in Marmor von ihm kamen nach Volterra. 
Später beschäftigte er sich fast ausschliesslich mit Schnitzereien in Holl- S0 schnitzt-e 
er in natürlicher Grösse für den Florentiner Marco del Nero jenes herrliche hölzerne 
Cruciüx mit dem edlen Teißhgelockten Haupte des Erlösers, das man noch heut zu 
Tag in der Kirche S. Felicita zu Florenz trifft; ein anderes kleineres fertigte er für 
die Brüderschaft von S. Maria Himmelfahrt zu Fiesole. Ein Hauptwerk von ihm 
ist endlich das 1503 ausgeführte Grabmal der Saliceti in S. Martina zu Bologna.  
Andrea beschäftigte sich auch mit der Baukunst und unterrichtete darin und in der 
Sßulptur den Bildhauer und Architekten Man gone, der zu Rom eine Menge Paläste 
und andere Gebäude auffiihrte. Andere Schüler von Ferrucci waren Maso Boscoli 
und Silvio Cosini, beide aus Fiesole. 
lgitorntur. Vasari, Leben der ansgezeicbnetsten Maler, Bildhauernmd Baumeister.  Cicognara, 
tona dolla Schlau-u.  Dr. Giov. Gaye, Carteggio lnedito damsti der secnli x17, xv, xvl, 
Flrßnzß. 1839-1840.  Bnrckhardt, Der Gicevrone. 
Ferfucci, Franoeseo (li Simons, ein Bildhauer aus Fiesole, der meistens
        

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