Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1055956
444 
J erichau- Baumann 
J eropkin. 
im Jahr 1830 Paris. Seine Arbeiten dürfen die Vergleichung mit denen in dieser 
Stadt und München nicht scheuen. Ein Hauptstück von ihm ist Leonore nach 
C. F. Lessing, in welchem er nicht nur alle Details des Originals, sondern auch 
das erschütternd Leidenschaftliche desselben wiedergegeben hat-. Diesem reihen 
sich an: das trauernde Königspaar, gleichfalls nach Lessing; die trauernden Juden 
nach Ben demann; eine grosse Anzahl Porträts, worunter viele hohe Häupter, nach 
F. K r ii g e r. 
Literatur. Handschriftliche Nachrichten.  Kegler, Kleine Schriften. 
Jerichau-Baumann, Anna Maria Elisabeth, Malerin, geboren von deutschen 
Eltern zu Warschau im Jahr 1819. Sie suchte zuerst vergeblich in Berlin ihr Talent 
geltend zu machen, und begab sich dann nach Düsseldorf. In letzterer Stadt fertigte 
sie unter Professor Joh n s Anleitung zwei Bilder aus dem Volksleben , welche durch 
Composition und Farbe die Aufmerksamkeit in hohem Grad in Anspruch nahmen, und 
wovon das eine eine polnische Bäurin mit ihren drei Kindern ilüchtend, das andere 
eine polnische Bauernfamilie auf dem Brandplatz ihrer Hütte darstellte. Im Jahr 1845 
reiste sie nach Rom, wo sie sich mit Jens Adolph Jerichau vermählte. In Folge 
der politischen Verhältnisse übersiedelte sie im Jahr 1847 mit ihrem Gemahl nach 
Kopenhagen. Zu ihren vorzüglichsten Arbeiten gehört Dänemark, eine herrliche 
Frauengestalt, die mit alterthümlichem Schmuck um Stirn und Hals, Schwert und 
Danebrog tragend, durch die reichen Kornfelder schreitet; ein Bauernmädchen in 
der Bibel lesend; dänische Bauernmädchen mit einem Schafe spielend; eine römische 
Carnevalsscene; die Hausandacht. Im Jahr 1852 reiste sie nach England: wo sie 
sich der Gnade der Königin Viktoria zu erfreuen hatte. Sie vereinigt eine männlich 
kühne Hand mit ächt weiblicher Innigkeit, führt einen flüssigen Pinsel und hat eine 
schöne Farbenmischung. 
Literatur. Deutsches Kunstblatt1855, 5.4455.  Handschriftliche Nachrichten. 
Jerichau, Jens Adolph, Bildhauer, geboren zu Assens auf Fühnen im Jahr 1816. 
Sein Vater war ein Handelsmann im Detail. Er lernte zuerst bei einem schlechten 
Meister in Odense, ging dann auf die Kunstakademie in Kopenhagen, gewann da- 
selbst zwei silberne Medaillen, und bildete sich seit 1839 unter Thorwaldsems 
Leitung in Rom noch weiter aus. Seine erste Arbeit war die Hochzeit Alexanders 
mit Roxane, aber erst die Gruppe, Herkules und Hebe, machte ihm einen Namen. 
In Folge der politischen Unruhen begab er sich mit seiner Gattin, der Malerin 
Jerichau-Baumann, nach Kopenhagen. und wurde daselbst an der königlichen 
Kunstakademie als Professor angestellt. Wir nennen von seinen weiteren Arbeiten 
den Pantherjäger; ' Adam und Eva nach dem Sündenfall, wofür er das Diplom eines 
Mitglieds der Kunstakademie in Kopenhagen erhielt; einen kolossalen Christus; die 
Engel des Todes und der Auferstehung. Er weiss besonders antike Gegenstände 
kräftig und energisch darzustellen. 
Literatur. Deutsches Kunstblatt 1855, S. 4451i. 
Jerndorf, Just Ulrik, Maler und Gemälderestaurateur, geboren zu Kopenhagen 
im Jahr 1896- Er kam im Jahr 1831 als Schüler zu Professor Müller daselbst, und 
ging im Jahr 1837, mit einem königlichen Stipendium versehen, nach Deutschland 
und Italien. Im Jahr 1839 kehrte er nach Kopenhagen zurück, und machte sich 
dort durch gelungene Wiederherstellung verschiedener im königlichen Besitz befind- 
licher Bilder einen Namen. Es berief ihn daher der Grossherzog vvll Oldenburg, 11ml 
später ernannte er ihn zu seinem Hofmaler, da er sich um dessen Gßllerie durch 
RßSßaIllIation entschiedene Verdienste erwarb. J erndorff malte aber auch aus 
eigener Erfindung Porträts und Landschaften, namentlich letztere sehr gut. Er starb 
zu Oldenburg im Jahr 1847. 
Literatur. Cottafsches Knustblatt 1848, S. 51. Ausführliches über ihn findet sich in seiner Bio- 
graphie von L. Starklof. 
Jeropkin, Baumeister und Oberster in Russland. Er leitete im Jahr 1730 den Bau 
des Stadttheils Wassili-Ostrow in Petersburg, auch hält man ihn für den Erbauer 
der Kirche der Kasanschen Mutter Gottes, welche im Jahr 1737 vollendet wurde. 
Literatur. Füssli, Allgemeines Künstlerlexikou. 
" Abgebildet iu den Denkmälern de r Kuus t. Atlas zu Kuglers Handb. d. Kunstgeseh. Tat". U8 A, Fig. M.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.