Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1054819
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Hackaert 
Hackert. 
nachher bedeutende Fortschritte in der Landschaftmalerei. Seine Winterlandschaften 
und Marinen zeugen von ungewöhnlichem Talent. Er starb zu London im Jahr 1839. 
Literatur. Immerzell, De Levens en Werken der Holland. en Vlaam. Kunstschilders u. s. w. 
Hackaert oder Hakkert, J an, Maler, geboren zu Amsterdam. Er wird 1659 und 1673 
genannt. Seine Naturstudien machte er in Deutschland und der Schweiz, in welch letz- 
terem Lande er einmal, seiner Skizzen wegen, von den Bauern als Zauberer aufge- 
gritfen wurde. Die von ihm gefertigten Landschaften zeigen einen geistreichen Pinsel 
und ein Jan Both ähnliches Colorit. Die häufig von Lingelbach und Adriaan 
van de Velde darein gemalte Statfage erhöht den Werth mancher seiner Bilder. 
Die besten derselben befinden sich im Museum zu Amsterdam und zu München. Er 
radirte auch sechs Landschaften im Styl von Waterloo. Er bediente sich der 
Initialen J. H.  
Literatur. Heller, Monogrammenlexikon.  lmmerzeel, De Levens en Werken der Holland. en 
Vlaam. Kunstschilders u. s. w. --Nouve11e Biographie gendi-ale. 
Hackert, Jakob Philipp, Landschaftsmaler, geboren zu Prenzlau in der Ucker- 
mark im Jahr 1737. Nachdem ihn sein Vater, der auch Jako b Philipp hiess, einige 
Zeit unterrichtet hatte, schickte er ihn im Jahr 1753 zu einem seiner Brüder, der De- 
corationsmaler war, nach Berlin, und späterhin benützte derselbe den Unterricht des da- 
maligen Direktors der Berliner Malerakademie. Im Jahr 1762 begab er sich nach Stral- 
sund, studirte die herrliche Natur auf der Insel Rügen und reiste mit dem Baron 01t- 
hoif im Jahr 1764 nach Stockholm, wo er mit grossem Beifall sowohl für den Hof als 
für sonstige Kunstfreunde arbeitete. Im folgenden Jahre ging er nach Paris, und liess, 
als er dort viel zu thun fand, seinen Bruder Johann Gott lieb von Berlin zu sich 
kommen, und beide malten in Gouache mit vielem Beifall. Im Jahr 1768 besuchten 
sie Rom und sofort die Umgegend. Im Jahr 1770 gingen sie nach Neapel und malten 
mehrere Ansichten eines Ausbruchs des Vesuvs. Nach ihrer Rückkehr erhielt Jakob 
Philipp die Bestellung von einem Siege der russischen Flotte bei Tschesme über die 
türkische für die Kaiserin Katharina II., welche er glanzvoIl ausfiihrte. Johann 
Gottlieb trennte sich im Jahr 1772 von seinem Bruder und reiste nach England, wo 
ihn viele Aufträge erwart-eten. Er starb aber daselbst im folgenden Jahre. Jakob 
Philipp machte nun eine abermalige Reise nach Neapel und überreichte nach 
seiner Zuriickkunft Papst Pius VI. eine Zeichnung von seinem Geburtsorte Cesena, 
welche höchst beifällig aufgenommen wurde. Im Jahr 1777 machte er mit derFamilie 
Gore und der des Heinrich Knight eine Reise nach Sicilien. Mit derselben Familie 
Gore unternahm er 1778 eine Reise nach Oberitalien und nach der Schweiz. Mit dem 
Grossfiirsten und der Grossfürstin von Russland machte er eine Reise nach Tivoli und 
Frascati. Beide bestellten Arbeiten bei ihm und drangen in ihn, nach Russland zu 
reisen, zumal da auch genannte Kaiserin ihn in ihren Diensten zu haben wünschte. 
Er wusste aber immer auszuweichen. Im Jahr 1782 trat er mit seinem Bruder Georg 
Abraham, welcher 1755 geboren und zu Berlin in Bergers Schule gebildet war, 
wo er auch angefangen hatte, in Kupfer zu stechen, in die Dienste des Königs 
von Neapel, in welchen für ihn die glänzendste Periode begann. Im Jahr 1803 
kaufte er Sich. Ila-Chdem er in den Kriegsstürmen viel gelitten hatte, ein kleilleS Gut 
in der Nähe von Florenz. Sein Bruder Georg Abraham leitete in dieser Stadt in 
eigener Person den Kupferstichhandel und starb daselbst im Jahr 1805- Jakob 
Philipp aber starb im Jahr 1807. Er führte den Pinsel mit unnrnschränkter 
Meisterschaft. Die Leichtigkeit und Sicherheit, womit er arbeitete, die zweckmässige 
Methode, die er im Anlegen und Vollenden beobachtete, konnte es ihm allein möglich 
machen, nicht nur eine sehr grosse Anzahl Oelgemälde, sondern auch viele Gouachen. 
und beinahe unzählige Sepienzeichnungen zu verfertigell, Welche man in sehr vielen 
Sammlungen durch ganz Europa antritlt. Eben hiedurch übte er den entschiedensten 
Einfluss auf die landschaftliche Kunst. Gegen das schöneBild jedoch, welches Göthe 
von ihm entwarf, brachte W. Meinhold manche Zweifel vor. Ein dritter Bruder 
desselben, Karl, geboren im Jahr 1740, blieb einige Zeit bei ihm in Rom, malte 
daselbst Landschaften in Oel und Gouache, und liess sich im Jahr 1778 in Genf und 
nachher in Lausanne nieder, wo er sich im Jahre 1800 selbst das Leben nahm. Ein
        

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