Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1054555
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Grüuewald , E. 
Grünewald , Matthias. 
Ausser dieser umfassenden baukünstlerischen Thätigkeit beschäftigte der Künst- 
ler sich immer noch mit literarischartistischen Arbeiten, von denen wir nur die 
interessante „Charakteristik der Baudenkmale Böhmens" (k. k. Hof- und Staats- 
druckerei zu Wien 1856) anführen wollen. Zwei grössere Werke von ihm, eine 
"Theorie der Bauformen" und eine "Geschichte der Baukunst in Böhmen" sind auf 
dem Wege zu erscheinen. 
Grunewald, E., ein Kupferstecher zu Darmstadt, der sich unter Frommel 
bildete und meistens landschaftliche Stiche lieferte, die alles Lob verdienen. 
Grunewald, Jakob, ein sehr geschickter Geschichts- und Genremaler, gebürtig 
aus dem Württembergschen, bildete sich auf der Kunstschule zu Stuttgart unter 
Prof. Dietrich und v. Neher und begab sich dann zu seiner weiteren Ausbildung 
nach München, woselbst er noch lebt. Nachdem er früher einige grössere historische 
und kirchliche Bilder, worunter wir besonders sein schönes Gemälde: Christus, die 
Kranken heilend, anführen wollen, vollendet, Arbeiten, die ein sehr ausgesprochenes 
Talent und eine grosse Sicherheit der Technik entfalt-eten , widmete sich der Künstler 
in neuerer Zeit ausschliesslich der Genremalerei und zwar mit ebensoviel Geschick 
als Erfolg. Grünewald besitzt eine scharfe Beobachtungsgabe und weiss mit Ge- 
schmack interessante Scenen aus dem Volksleben auszuwählen, und durch die Art 
und Weise seiner Darstellung poetisch zu verklären. Wir sahen einige derartige 
Dorfgeschichten, die nach der Auffassung und der meisterhaften Behandlung der 
höheren Gattung dieser Darstellungsweisen angehören. 
Grunewald, Johann oder Hans, Maler, soll der Bruder des Matthias Grüne- 
wald gewesen sein. Wir besitzen aber gar keine beglaubigten Nachrichten über 
ihn. Denn die Notizen, dass er zu Anfang des 16. Jahrhunderts zu Frankfurt a. M., 
Mainz und Aschaffenburg gearbeitet, dass er auch in Holz geschnitten und seine 
Blätter mit einem aus den verschlungenen Anfangsbuchstaben seines Namens H. G. 
gebildeten Monogramrn bezeichnet, entbehren bis heute aller näheren Begründung. 
In der Gemäldegallerie des Belvedere zu Wien wird ihm ein Bildniss des Kaisers 
Maximilian I. zugeschrieben. 
Grunewald, Matthias, ein ausgezeichneter Maler, über dessen Lebensverhältnisse 
und Arbeiten wir aber nur wenige zuverlässige Nachrichten besitzen. Wir kennen 
weder sein Geburts-, noch sein Sterbejahr, wissen auch nicht, in welcher Schule 
er sich gebildet, ja selbst von seinen Werken sind uns nur wenige als authentische 
bekannt, da die wichtigsten, ehedem im Dom zu Mainz, von den Schweden ent- 
wendet worden und auf dem Wasser zu Grunde gegangen sind. Sogar sein für den 
Kurfürsten Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz gemaltes Hauptwerk 
wurde längere Zeit aus Unkenntniss dem Nie. Glockenton zugeschrieben. Wir 
können daher nur vermuthen, dass ein Maler, Heintz Grünwals, der 1444 ZU 
Frankfurt ein Haus besessen, der Vater unseres Künstlers gewesen, und dass dieser 
wohl in letzterer Stadt geboren und sich erst später vorzugsweise zu Aschaüenburg 
aufgehalten, Wesshalb er auch zuweilen Matthias von Aschaffenburg genannt 
wird. Gewiss wissen wir aus unzweifelhaften Werken von ihm nur, dass er älter 
als Lucas Kranach war, also vor 1472, dem Geburtsjahr des letzteren, das Licht 
der Welt erblickt haben muss, und dass er im Jahr 1529 noch als sehr rüstiger Maler 
Werke von bewundernswürdiger Treiflichkeit zu fertigen im Stande war; dann er- 
fahren wir ferner aus Dürer's Briefen, dass er 1516 die Flügelbilder zu dessen 
Hellenschem Altar in Frankfurt gemalt. 
Seine bedeutendsten Werke scheint er für den erwähnten Albrecht von Branden- 
burg, besonders seit derselbe im Jahr 1514 Kurfürst von Mainz gewordqi, aus- 
geführt zu haben. Für denselben malte er das grosse Altarwerk, das früher wahr- 
scheinlich in Halle War und nach der Reformation des dortigen Stifts auf Befehl 
Albrecht's mit den Heiligthümern weg-gebracht, Später den Hauptaltar der Stifts- 
kirche zu Aschaffenburg schmückte und aus sechs Tafeln mit überlebensgrossen Fi- 
guren bestand, von denen 1836 fünf in die Pinakothek nach München gebracht 
Wurden- Die sechste mit dem heil. Valentinian, einer höchst würdevollen Gestalt,
        

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