Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1054463
Griffler, Jan, der jüngere 
Grimaldi , Alessandro. 
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stelle bei einem Zimmermann, die Werkstätte eines Fayencefabrikanten und das 
Atelier eines schlechten Blumenmalers verlassen, zu dem Maler R0 eland Rogm an, 
der ihn im Landschaftsmalen unt-errichtete. Bei diesem lernte er auch Rembrandt, 
Ruisdael, Ad. van de Velde und Lingelhach kennen, und das Studium der 
Werke dieser Meister hatte keinen geringen Einfluss auf seine eigene vielseitige 
künstlerische Ausbildung. Im Jahr 1667 begab er sich nach London, malte dort 
italienische Landschaften mit Ruinen, ohne je Italien gesehen zu haben, und konnte 
den an ihn ergebenden Aufträgen kaum genügen. Im Jahr 1695 kaufte er ein Schiff, 
um mit seiner Familie, einer grossen Anzahl von Gemälden und seinem ganzen Besitz- 
thum nach seiner Vaterstadt zurückzukehren. Allein unterwegs wurde sein Fahr- 
zeug vom Sturm überfallen, er litt Schiffbruch, verlor sein ganzes Vermögen und 
rettete mit genauer Noth sein und der Seinigen Leben. In Rotterdam angelangt, 
setzte er seine Arbeiten jetzt nur um so emsiger wieder fort, schaffte sich ein neues 
Fahrzeug an, in welchem er sich ein Atelier einrichten liess, um die Natur recht 
genau studiren zu können, segelte nun von einem Orte zum anderen, und hielt sich 
bald zu Amsterdam, bald zu Enkhuisen, Hoorn oder Doort auf. Er malte um diese 
Zeit fast nur Seestädte, Marinen und Landschaften mit Flüssen, die er reich mit 
Figuren belebte. Endlich kehrte er doch wieder nach England zurück, woselbst 
seine Gemälde sehr gesucht waren und er an dem Herzog von Beaufort einen gross- 
müthigen Beschützer fand. 
Griffier besass ein bedeutendes Talent, und namentlich verstand er es, Rem- 
brandt, Poelenburg, Ruisdael und Tenier ganz trefflich nachzuahmen. In 
seine eigenen Arbeiten schlichen sich daher auch fast immer Reminiscenzen von 
diesen Meistern ein. Seine Bilder haben stets eine zarte Anmuth und die feinste 
Durchführung in der Art des Sachtleven. 
Bilder von ihm sind nicht selten. Im Museum zu Amsterdam sieht man von 
ihm: eine Rheingegend mit weiter Aussicht; im Museum zu Berlin; eine sehr 
belebte Gegend an einem Flusse mit vielen Schiffen; eine Gebirgsgegend mitbreitem 
Flusse; in der Gallerie zu Dresden: eine Gebirgsgegend mit einem breiten-Flusse 
und vergnügtem Volk im Vorgrunde; ein Marktschreier, der auf einer Anhöhe des 
Vorgrundes seine Bühne aufgeschlagen; eine gebirgige Gegend mit vielen Gebäuden 
auf den Anhöhen und einem Flusse, der mitten durch sie hinfliesst; eine kleine Land- 
schaft mit Felsen, vielen Bäumen und einem Flusse, der mitten hindurch strömt; 
eine Landschaft mit hohen bebauten Gebirgen und einem breiten Flusse, der durch 
das reich angebaute Thal üiesst; im Louvre zu Paris: zwei Rheinlandschaften; 
in der Gemäldesammlung des Museums der bildenden Künste zu Stuttgart: eine 
Landschaft mit einem Flusse, der reichbelebte Schiife trägt; eine Abendlandschaft 
mit reicher Staffage und vielen befrachteten Nachen auf einem Flusse; in der Gallerie 
"des Belvedere zu Wien: eine Rheingegend mit vielen Bergschlössern und, Ort- 
schaften, und eine sehr belebte Rheinansicht mit vielen Schlössern. 
Man kennt auch von Griflier einige Blätter in Schwarzkunstmanier gefertigt: 
einen Adler mit einem Hasen; das Bildniss des Malers und Musikus Dan Boon. die 
Geige spielend, und einen Hund, auf welchem ein Aife sitzt. 
Auf seinen Bildern iindet man nebenstehendes Monogramm. 
Grifiier, Jan, der jüngere Sohn des Jan Griffier, gest. um 1750 zu London, 
war ebenfalls Landschaftsmaler und besass namentlich eine grosse Geschicklichkeit 
im Copiren der Gemälde des Claude Lorrain. 
Grifüer, Robert, der ältere Sohn des Jan Griffier, und Landschaftsmaler wie 
dieser, geb. 1688 zu London, gest. 1'750 in Holland, bildete sich bei seinem Vater, 
und malte auch , gleich letzterem, Rheinansichten, Marinen u. s. W. Er besass ein 
grosses Nachahmungstalent und täuschte durch seine Copien nach Wouverman, 
Van de Vßlde, Sachtleven u. s. w. selbst Kenner. Im Museum zu Amsterdam 
sieht man von ihm: eine Landschaft mit einem Fluss, reich mit Figuren stafüm 
Grigoletti, Michel Angiolo, siehe Gregoletti. 
Grimaldi, Alessandro, Historienmaler und Kupferätzer, der Sohn des Giovanni
        

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