Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1054379
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Granello , N icolao 
Granat. 
er der Sohn des Nicolao Granello, und von 1627-1629, in welch' letzterem 
Jahr er starb , an der Kathedrale zu Toledo thätig war. 
Granello, Nicclao, ein Maler aus Genua, der in Begleitung seines Bruders Fa- 
bricio mit seinem Stiefvater Giov. Bat. Castello nach Madrid kam, daselbst nach 
dem Tode des letzteren dessen angefangene Malereien vollendete und 1571 von König 
Philipp II. von Spanien zu seinem Maler ernannt wurde. Er arbeitete mit seinem 
Bruder in Madrid und anderen Orten und starb 1593. 
Literatur. Bermudez , Diccionario historico de los mas illustres professcres de las bellas artes en Espaüa, 
Granello, Nicolosio, ein geschickter Wandmaler aus Genua um 1550, der sich 
unter O. Semini bildete. Seine Wittwe heirathete den Maler Giov. Bat. Castello, 
dem sie zwei Söhne beibrachte, die vom Stiefvater in der Malerei unterrichtet und 
als Gehülfen nach Spanien mitgenommen wurden. 
Granat, Francois Marius, ein ausgezeichneter Architekturmaler, geb. 1775 zu 
Aix (en Provence), gest. 1849 ebendaselbst, wurde von seinem Vater, einem Maurer, 
der den Beruf des Jünglings für die Kunst erkannte, zu einem italienischen Maler, 
der sich auf der Durchreise zu Aix aufhielt, in die Lehre gethan. Hier lernte er 
die Anfangsgründe des Zeichneus, kam aber bald darauf in die Schule des Land- 
schaftsmalers Constantin, der sich, nachdem er Rom verlassen, in Granet's Vater- 
stadt niedergelassen hatte. Später gelang es ihm, sich in David's Atelier zu Paris 
weiter auszubilden. Nachdem er dort iieissig studirt und einige Bilder ausgestellt 
hatte, welche grosse Anerkennung fanden, ging er 1802 mit seinem Freunde, dem 
Grafen von Forbin, nach Rom, der ewigen Sehnsucht jedes Künstlerherzens, die 
mit der Zeit eine zweite Heimath für ihn wurde. Hier brachte er die grösste Zeit 
seines Lebens zu, hier malte er die meisten seiner Bilder, von hier aus erst fanden 
letztere den Weg auf die Ausstellungen zu Paris, wo sie jeder Zeit verdiente Be- 
wunderung fanden. Seine Malereien bestanden durchweg nur in Darstellungen des 
Inneren von Kirchen, Klöstern u. s. w., die er mit interessanter historischer oder sonst 
bedeutsamer Staffage belebte, und auf eine höchst meisterhafte Weise darzustellen 
wusste. Als er das erstemal nach Paris zurückkehrte, im Jahr 1819, brachte er 
unter anderen Bildern eine Wiederholung seines gepriesenen Chors des Kapuziner- 
klosters mit, welche so ausserordentlich gefiel, dass Granet genöthigt wurde fünf- 
zehn oder sechszehn neue Varianten derselben auszuführen. Ludwig XVIII. verlieh 
ihm 1819 die Ritterwürde der Ehrenlegion, später machte er ihn zum Ritter des 
Ordens vom heil. Michael; 1826 wurde er Conservator der Gemälde des Louvre, 
1830 Mitglied des Instituts und 1833 Offizier der Ehrenlegion. Ungeachtet der 
Stellen, die er bekleidete und die ihn an Frankreich fesseln sollten, kehrte er immer 
wieder, und zwar stets in grösseren Zwischenräumen, nach Rom zurück, dessen 
Monumente einen unwiderstehlichen Reiz für ihn hatten. Nach der Revolution vom 
Jahr 1848 zog er sich nach Aix zurück, vermachte sein Vermögen seiner Vaterstadt, 
schenkte ihr alle seine Gemälde, um damit ein Museum anzulegen, setzte eine jähr- 
liche Rente von 1500 Franken für die künstlerische Ausbildung eines Jünglings von 
Aix zu Paris oder Rom aus , und stiftete im Hospital der Unheilbaren, zum Andenken 
an den niedrigen Stand seines Vaters , zwei Betten für Maurer. 
Granet stand in der von ihm gewählten Gattung von Architektllrmalerei, deren 
Erzeugnisse man schon bezeichnend Bauelegieen genannt hat, ganz einzig und un- 
erreicht da. Die Scßllell, Womit er das Innere von merkwürdigen Ode!" interessanten 
Bauten beseelte, stehen stets im unzertrennlichsten Einklange mit der Architektur. 
Dabei ging die Richtung seiner Phantasie immer auf das Ernste, Gefühlanregende 
und Gemüthergreifende, sie trug am meisten dazu bei, seinen Darstellungen einen 
tieferen Gehalt, jene stets dem Gegenstand angemessene geistige Stimmung zu ver- 
leihen. Das ausserliche Mittel, wodurch es ihm gelang. diese ernste Stimmung, z. B. 
im Inneren von Kirchen, die der religiösen Feier und Würde, hervorzurufen, war die 
geniale Art der Beleuchtung, die er mit einem höchst ausgebildeten Sinne für die 
Harmonie und das Helldunkel, mit der feinsten Kenntniss der Luftperspektive in einem 
Colorit voll Glanz und Wärme mit einer an Täuschung grenzenden Wahrheit durch-
        

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