Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1054339
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Graff, Anton 
Grahl. 
bezeichneten Holzschnitten übersteigt 200. Die bedeutendsten sind: 25 Blätter-K 
Darstellungen aus dem Leben Jesu, zu dem 1500 von Johannes Knoblauch zu Strass- U 
burg gedruckten Werk: "Der text des passions oder leidens christi, uss den 
vier evangelisten zusammen inn eyn syn bracht mitt schönen figuren". 
Von seinen Kupferstichen kennen wir nur einen Christus am Kreuz; eine "wilde 
Frau" und einen "nackten Mann" vom Jahr 1520. 
Graff, Anton, ein vorzüglicher Bildnissmaler, geb. zu Winterthur 1736, gest. 
1813 zu Dresden, wo er grösstentheils lebte, bildete sich bei J. Ulrich Schellen- 
berg in seiner Vaterstadt, begab sich dann nach Augsburg, wo er sich bald als 
Porträtmaler einen weitverbreiteten Namen machte, der ihm endlich eine Einladung 
an den Hof zu Dresden verschaifte, die er auch annahm. Hier, woselbst er 1766 
zum Hofmaler ernannt wurde, entfaltete er eine ebenso umfassende als ruhmvolle 
Thätigkeit , machte auch zu Zeiten verschiedene Reisen nach Leipzig, Berlin u. s. w., 
wohin er zur Ausführung von Bildnissen gerufen worden war. 
Graif wusste die Natur mit grossem Schönheitssinn und häufig in anziehender 
Naivität aufzufassen. Seine Bildnisse sind voll Geist, Charakter und Leben; be- 
sonders gelangen ihm seine männlichen Porträts. Es sind wahre Biographien der 
Originalien. Sein Colorit ist lieblich, frisch und kräftig, und seine Behandlung leicht 
und ungezwungen, frei von Manier. Er malte die bedeutendsten Personen seiner 
Zeit: Lessing, Herder, Moses Mendelsohn, Ramler, Spalding, Hagedorn, Gellert, 
Tiedge, Sulzer, Weisse, Gluck, König Friedrich Wilhelm ll. u. s. w. 
Auf einer Ausstellung der Akademie der Künste zu Berlin im Jahr 1855, auf 
der zu wohlthätigen Zwecken die interessantesten Gemälde der an prachtvollen Privat- 
bildersammlungen so reichen Residenz zusammenkamen, sahen wir: die ausgezeich- 
neten Porträts des Kupferstechers Chodowiecky und seiner Frau. Die Dresdner 
Gallerie besitzt von Grafi: das Brustbild des Königs Friedrich August von Sachsen 
und des Künstlers eigenes Bildniss, vor der Staffelei sitzend. Auch in der Münchener 
Pinakothek sieht man sein Selbstporträt. 
Graif radirte auch einige Blätter in Kupfer. Wir kennen von ihm: sein Selbst- 
porträt, und die Bildnisse des Kaufmanns Basse in Frankfurt und des Prof. Sulzer. 
Graff, Hans, oder Johann Andreas , siehe Graf.  
Graff, Karl Anton, Landschaftsmaler, der Sohn des Anton Graff, geb. 1774 
zu Dresden, gest. 1832 , bildete sich bei Prof. Zingg-in Dresden, dann auf Reisen 
in der Schweiz und in Italien zu einem tüchtigen Künstler in seinem Fache aus. 
Besonders gelangen ihm Gebirgsgegenden, und man zählt daher auch gerade seine 
Landschaften aus der Schweiz, aus Bayern und der sächsischen Schweiz zu seinen 
besten. 
Graffione, ein Maler aus Florenz, der sich bei Baldovinetti bildete und von 
dessen Hand man noch heute, obgleich in ziemlich üblern Zustande, über der Thüre 
der Innocenti in Florenz ein Frescobild sieht, einen Gott Vater nebst einigen Engeln 
darstellend. 
Graham, Jollli, ein englischer Historien- und Bildnissmaler, geb. um 1778, bildete 
sich auf der Akademie zu London und später in Italien zu einem von seinen Lands- 
leuten und Zeitgenossen sehr geschätzten Künstler aus. Unter seine hervorragendsten 
Leistungen auf dem Gebiete der Historienmalerei gehören: Maria Stuart am Morgen 
vor der Hinrichtung, und eine für die bekannte Shakespeare Gallerie gemalte Scene 
aus Othello. 
Graham, John , ein Maler aus London, der jedoch die meiste Zeit seines Lebens 
in Holland zubrachte. Er erlernte die Kunst bei Matth. Terwesten und Arnold 
Houbraken, sah sich aber auch in Italien und Paris um und liess sich zuletzt im 
Haag nieder. Er malte historische Bilder in Oel und al fresco , sowohl auf Leinwand, 
als an Wände und Decken. 
Grahl  auch Grahlen oder Grahlein geschrieben  Konrad, ein Kupfer- 
stecher und Formschneider, der um 1620 zu Leipzig lebte und meist für Buchhändler 
arbeitete. Er bezeichnete seine Blätter, die mehr wegen ihrer Seltenheit als um
        

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