Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1054153
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Goltzius , Hubert. 
Goltzius trug seine grosse Manier in der Kupferstecherkunst auch auf den Holz- 
schnitt über. Seine Helldunkel, z. B. Herkules, der den Cacus erschlägt (mit drei 
Platten); die mythischen Gottheiten: Neptun, Pluto, Helios, Galathea, Flora, die 
Göttin der Nacht (mit drei Platten) und einige Landschaften, sind herrliche wirkungs- 
volle Blätter. Man kennt von ihm gegen 20 Holzschnitte, meist Helldunkel. 
Unter seine besten Kupferstiche, deren man 330 zählt, gehören, ausser den 
angeführten 6 Blättern, seinen sogenannten Meisterstücken, das Hauptblatt des 
Künstlers: der Sohn des Malers Theodor Frisius will auf einen grossen friesländischen 
Hund steigen (daher gewöhnlich der Hund des Goltzius genannt,  1597  
Theodor Kornhaert; das Porträt des Meisters selbst; das Bildniss Heinrich IV.; Venus 
und Bacchus (1595); Mariaibeweint den Leichnam ihres Sohnes (im Geschmack 
Dürer's 1596 gestochen); Venus und Mars, von Amoretten umgeben (1588); der 
Triumph der Galathea, nach Raphael (1592); die Hochzeit des Antenor, nach 
Th. Bernard; der Triumph des Krieges , eine figurenreiche Allegorie; ein Fahnen- 
träger (1587); das Porträt des Joh. Zurenus, nach Hemskerk; Apollo besiegt im 
Gesange den Pan (1590); Herkules, welcher die Keule trägt (1587); das Bildniss 
des Robartus Comes Leycestriae; das Leiden Christi, in der Manier des Lucas von 
Leyden, 12 Blätter. Endlich die Bildnisse des Nicquet (1595), des Nicolas de 
Dawenter (1595) und des Anton von Wildberg, drei herrliche äusserst zart gearbei- 
tete Silberstiche. 
Erst in seinem 42. Jahre fing Goltzius an Gemälde zu verfertigen. Er zeigt 
sich jedoch in seinen Bildern bei mannigfacher sinnreicher Anordnung, bei einer 
gewissen Eleganz der Formen und Grazie, die selbst seine ungestüme kühne Hast 
nicht ganz verdrängen konnte, bei allem geistreichen und verständigen Ausdruck, 
der aus seinen Köpfen spricht, bei allen gelehrten Kenntnissen der Zeichnung, in HUF 
der manierirten Geschmacksrichtung seines Zeitgenossen Sprangefs und der Nach- 11ml 
ahmung Michelangelds befangen. 
Seine Gemälde sind übrigens selten. Im königl. Museum zu Brüssel sieht man [HQE 
von ihm ein weibliches Bildniss; in der Moritzkapelle zu Nürnberg: die Anbetung fe; 
der drei Könige; im Landauerbrüderhause ebenilaselbst: Venus und Adonis, die m 
sich unter einem Baume umarmen; im Museum der bildenden Künste zu Stuttgart: _ 
die Anbetung der Hirten; in der Gemäldegallerie zu Gratz: Christ-us vor Pilatus; IG" 
in der herzogl. Gallerie zu Gotha: einen Ecce homo. Sehr schön und ileissig aus- " 
geführte Zeichnungen des Meisters findet man in verschiedenen Sammlungen zerstreut.  
Goltzius bezeichnete seine Zeichnungen und Stiche, auch wohl seine Gemälde, 
mit nebenstehenden Monogrammen.  
Literatur. Karel van Mander, Het Schilder Boeck. T'Amsterdam 1618.  Descamps, Im V19 
des peintres ilamands, allemands et hollandois.  lxnmerzeel, De Levens en Werken der l-Ioll. enVlaam 
Kunstschilders ll.s.w. Amsterdam, 1842.  Bartsch, Le peintre graveur.  Derselbe, 511195911113 
zur Kupfüßßlßllkllllde-  Quandt, Entwurf zu einer Geschichte der Kupferstecherkunst.  Kllßlf". 
Handbuch der Kunstgeschichte.  Rathgeber, Annalen der niederländischen Malerei, Formschneide- 
und Kupferstecherkunst.  Heller, Praktisches Handbuch für Kupferstichsammler.  Heller, Hüll- 
schneidekunst.  
Goltzius, Hubert, Maler, Kupferstecher, Formschneider und Alterßhllmsfßrsßher, 
geb. 1526 zu Würzburg, gest. 1583 zu Antwerpen als "Historicus und Maler 
Philipp  war der Sohn des Malers Rüdiger Goltz aus Würzburg, der sich um 
1530 zu Vanlgo im Herzogthum Geldern niederliess und den Sohn in den Anfangs- 
gründen der Kunst unterrichtete. Hierauf kam Hubert in die Schule des Lamberß 
Lombard von Lüttich, er widmete sich aber zu gleicher Zeit und später noch zwölf 
Jahre lang zu Antwerpen wissenschaftlichen Studien zu seinen nachmals von ihm 
veröffentlichten Kupferwerken über die Münzen des Alterthums. Im Jahr 1557 er- 
schien sein Hauptwerk, die nach Münzen in Medaillenform herausgegebenen Bildnisse 
der römischen Kaiser unter dem Titel: "Lebendige Bilder gar nach allen Keysern 
von C. Julio Cäsare bis auff Carolum V. ein; Angtorß" Er wendete bei diesen Porträts 
den Holzschnitt in Helldunkel in Verbindung mit dem Kupferstich au. Den Eorm- 
schnitt besorgte ihm Jost Gietleughen, der lange Zeit für ihn thätig war. (Es 
gibt auch Ausgaben dieses Werks mit lateinischem, italienischem und spanischem
        

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