Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051679
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Falcone , Bernardo 
Falconetto, Giovanni Maria. 
Lebendigkeit, Mannigfaltigkeit der Motive, der Gestalten, der Physionomien, der 
Bekleidung und Waffen, treffender Ausdruck in der Bewegung sowohl als in den 
Gesichtern, und Geschmack in der Anordnung. Sie sind überdiess gut gezeichnet 
und fleissig colorirt. Im Louvre zu Paris sieht man von ihm einen Kampf zwischen 
Türken und christlichen Rittern (1631).  Bartsch schreibt in seinem „Peintre 
graveur" dem Falcone auch zwanzig radirte Blätter zu, von denen drei mit dem 
wahrscheinlich abgekiirzten Namen: Ang. Falco. bezeichnet sind. Da die darge- 
stellten Gegenstände durchaus nichts mit Schlachten oder militärischen Scenen ge- 
mein haben, Falcone in seiner Jugend aber historische und christliche Bilder gemalt, 
hatte, auch eine der Radirungen die Jahrszahl 1619 trägt, so nimmt man an, dass 
er dieselben Wahrscheinlich noch in der Schule des Ribera und ehe er sich aus- 
schliesslich dem Schlachtenfach gewidmet, ausgeführt. Diese Blätter beurkunden 
eine lebendige Einbildungskraft, eine feste und verständige Zeichnung, Bewegungen 
und Physiognomien, die an Parmigianino erinnern, und eine immer leichte, 
geistreiche Nadel. Die besten sind: Apollo und Marsias; 4 Blätter Apostel: Jaco- 
bus, der kleinere und der grössere, Johannes, der Evangelist, und Matthias; eine 
junge schlafende Frau mit einem Kinde an ihrer Brust. Mehrere solcher Radirungen 
sind auch mit den Anfangsbuchstaben seines Namens bezeichnet. Eine Anbetung der 
Hirten, nach Raphael, mit nebigem Monogramm, schreibt Brulliot in seinem 
„Dictionnaire des monogrammes" ebenfalls dem Falcone zu. 
P3100116, Bernardo, Cavaliere, ein Bildhauer aus Lugano, der gegen das Ende 
des 17. Jahrhunderts meistens in Venedig thätig war. Er fertigte in Gemeinschaft 
mit Siro Zanello aus Pavia die kolossale 66 Fuss hohe Erzstatue des S. Carlo 
Boromeo oberhalb Arona. 
P8100116, Giovanni Angele, ein Architekt, der meistens in Genua thätig war, 
und daselbst 1657 an der Pest starb. 
Falconet, Stephan, ein Bildhauer, der 1716 zu Vevay geboren wurde, sich bei 
Lemoine in Paris ausbildete und daselbst viele Statuen für öffentliche Plätze und 
Gärten, Paläste und Kirchen in dem entarteten Geschmack seiner Zeit ausfiihrte. 
In St. Petersburg, wohin er 1766 berufen wurde, fertigte er die kolossale Reiter- 
statue Peter des Grossen, die, in Erz gegossen, auf dem Petersplatz daselbst auf- 
gestellt wurde. Im Jahr 1778 nach Paris zurückgekehrt, arbeitete Falconet wenig 
mehr in seiner Kunst, sondern beschäftigte sich hauptsächlich mit Schriften über 
dieselbe. 
Falconetto, Giovanni AntOniO, Maler aus Verona und Bruder des Folgenden, 
stammte aus einer Familie von Malern, die aber sich keiner allzugrossen Berühmtheit 
zu erfreuen hatten. Er genoss den Unterricht bei seinem Vater J aco p o und führte 
eine grosse Anzahl von Bildern in seiner Vaterstadt und deren Umgegend aus. Vor- 
zugsweise Schön malte er Thiere und Früchte. Er starb zu Roveredo, woSelbst er 
später seinen bleibenden Wohnsitz genommen hatte. 
FaIGOnBÜO , Giovanni Maria, Maler und trelflicher Baumeister aus Verona, der 
Bruder- des Vorigen, geb. 1458, gest. 1534, lernte die AnfangSgTÜIlde der Malerei 
bei seinem Vater, einem mittelmässigen Künstler, und später bei Melozzo da 
Forli, brachte es aber, obgleich er seinen Vater bald übertroffen hatte, darin nicht 
weit, Wie man noch heute an einigen Bildern aus der christlichen Geschichte im 
Dom zu Verona, und in S. Nazzaro ebendaselbst sieht. Da er indessen seine geringe 
Vollkgrnmenheit in der Malerei erkannte, widmete er sich fortan ausschliesslich der 
Baukunst. Er begann die Alterthümer seiner Vaterstadt Zll Zeichnen, ging hierauf 
nach Rom, um dort die bewundernswürdigen Ueberreste der klassischen Vergangen- 
heit zu studiren und blieb daselbst 12 Jahre. In seine Vaterstadt zurückgekehrt, 
fand er jedoch keine Gelegenheit, die Baukunst zu üben; er beschäftigte sich daher 
wieder mit der Malerei, und war namentlich für den Kaiser Maximilian I. thätig, 
unter dessen Herrschaft damals Verona stand. Nachdem aber die Stadt wieder an. 
Venedig gekommen war, musste er dieselbe als Anhänger des Kaisers verlassen. 
Er begab sich desshalb nach Trient, und von da nach Padua, woselbst er nunmehr
        

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