Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1053899
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Giovanni Berto di 
Giovanni , Pietro. 
Hauptwerke von ihm werden angeführt: Fresken im Erdgeschosse des Pal. Pitti zu 
Florenz, bestehend in Scenen aus dem Leben des prachtliebenden Lorenzo, untermischt 
mit allegorischen und mythologischen Darstellungen; eine Jagdgesellschaft (gest. von 
G. B. Gatti) in der Gallerie Pitti; die Kuppelmalereien in Ognissanti und im Kreuz- 
gang des Klosters, bestehend in fünf Lunetten mit Begebenheiten aus dem Leben des 
heil. Franciscus; eine Flucht nach Aegypten, Frescobild in einer Kapelle gegenüber 
dem Garten des herzoglichen Palastes (wurde, später von der Mauer abgenommen und 
in einem Saal der Akademie aufbewahrt); 12 Tafeln mit Darstellungen aus den Meta- 
morphosen des Ovid, welche nach Frankreich kamen; Fresken aus dem Leben des 
Apostel Andreas in einer Kapelle von S. Croce; Fresken in einer Kapelle von S. Maria. 
del popolo zu Rom, nebst der Tafel über dem Hauptaltar. 
Literatur. Museo Fioreutino, woselbst auch sein Bildnis: im Stich zu finden ist. 
Giovanni, 381'130 di, ein Maler aus Perugia, der sich in Peru gino's Schule bildete, 
um 1497 malte und 1523 noch lebte. Raphael, der sein Mitschüler war, bediente 
sich seiner Beihülfe zu der Predella an seinem berühmten Bilde für die Nonnen von 
Monteluci: die Himmelfahrt Mariä. 
Giovanni, Bruno di, ein Maler aus Florenz, der ein Mitschüler von Buffalmaco 
gewesen und diesem bei seinen Bildern in S. Paolo zu Pisa, in der Paulskirche zu 
Ripa d'Arno und in S. Maria Novella geholfen haben soll. 
Giovanni, Matteo di, oder Matteo di Giovanni da. Siena, ein Maler aus Siena, 
der von 1462-1491 arbeitete, und dessen Bilder gewissermassen einen Uebergang 
von der vorherrschend gemüthvollen Aulfassung, dem Ausdruck eines tiefen religiösen 
Sehnens der sienesischen Künstler dieser Kunstperiode zu dem Naturalismus der 
gleichzeitigen Florentiner bilden, er überbietet jedoch den letzteren namentlich 
in seinen späteren zu Neapel entstandenen Werken. In S. Domenico zu Siena sieht 
man ein mildes stilles Bild vom Jahre 1479, drei weibliche Heilige und darüber, in der 
Lunette, den todten Christus darstellend. Dagegen ist sein berühmter bettlehemiti- 
scher Kindermord, den er dreimal gemalt, und von dem sich ein Exemplar in der 
Kirche S. Agostino (1482), ein anderes iu S. Maria de' Servi zu Siena, ein drittes in 
der Gallerie des borbonischen Museums zu Neapel findet, ein wüst manierirtes Bild, 
mit wenigen wahrhaft kräftigen Zügen, meist Caricatur. 
Giovanni, Oliverio da San, ein Maler aus Ferrara, der um 1450 blühte und in 
seiner Vaterstadt viele Wandbilder ausführte. 
Giovanni Pietro , genannt 10 Spagna, ein Maler, Spanier von Geburt, der sich in 
Pc1'ugino's Schule bildete und sich später in Spoleto niederliess. Er war nächst 
Rapha el der ausgezeichnet-ste Schüler des genannten Meisters und entwickelte auch, 
so lange er dem Charakter der Schule treu blieb, ein wirklich ursprüngliches, nicht 
bloss angeeignetes Formengefühl. Später jedoch verfiel er, von RaphaePs Grösse 
geblendet, in eine Nachahmung derselben, in welcher man seinen früheren Werth 
kaum Wieder erkennt. Am meisten stimmt er noch mit Perugino überein in dem 
Frescobild einer Madonna mit vier Heiligen, jetzt im Saale des Stadthauses zu Spoleto 
(bald nach 1500 gemalt). Dieses Bild ist einer der allerreiusten und jugendlichsten 
Klänge aus der ganzen Schule. Tretflich ist eine Grablegung von ihm in Madonna. 
delle Lagrime bei Tfevi, und eine Krönung Mariä. mit Heiligen des Frarlßisßanerordens 
im Kloster S. Martino ebendaselbst (um 1512 ausgeführt). Das wichtigste Bild Gio- 
vanni's findet sichjedoch in S. Francisco zu Assisi, in der Kapelle des heil. Stephans. Es 
stellt eine Madonna auf dem Throne mit drei Heiligen aufjeder Seite dar und trägt 
am Sockel die Inschrift: A. D. MCCCCCXVI. XV. IVLII. Hier sieht man das was in 
Raphaels Jugendbildern so sehr anzieht, aufs Glücklichste fortgesetzt. Es sind gross- 
artig strenge Gestalten, aber voll der höchsten Reinheit, Voller Allllllltll, Adel und 
Schönheit. Sodann hat er in der Kirche degli Angeli bei Assisi, und zwar in der 
Stanza des heil. Franciscus, die im Chore steht, eine Reihe von Gefährten dieses Hei- 
ligen a1 frcsco gemalt, ebenfalls sehr edle und würdige Gestalten. Auch die 1526 
ausgeführten Geschichten des heil. Jacobus in S. Jacopo zwischen Spoleto und Fulignc 
sind tüchtige Arbeiten. Ausserdem befindet sich von ihm in derselben Kirche eine in
        

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