Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051639
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Faes , Pieter 
Fage, Raimon de 1a. 
einen grossen Ruf; er wurde der Liebling der Damen, die er meistens in etwas phan- 
tastischem Costüme als reizende schalkhafte Nymphen u. s. w. darstellte und deren 
Schönheiten in dem vortheilhaftesten Lichte erscheinen zu lassen, er stets eifrigst 
bestrebt war. Die wohlgelungenen Bildnisse derkönigl. Familie verschafften ihm 
den Titel eines königl. Malers und sein Glück war in England gemacht. Nach dem 
Tod des unglücklichen Königs Karl I. , dessen Porträt er noch in den letzten stürmi- 
schen Tagen zu Hamptoncourt gemalt hatte, begab er sich in des Protektors Crom- 
well's Dienste, der ihm ebenfalls zu seinem Bildnisse sass. Nachdem Karl II. wieder 
auf den Thron gelangt war, machte dieser Lely zum Ritter, Kammerherrn und wies 
ihm eine Besoldung von 4000 Gulden an. Der Künstler malte ihm dafür die Schön- 
heiten seines in einen, Hain der paphischen Göttin verwandelten Palastes zu Windsor, 
und wurde von nun an so sehr mit Bestellungen überhäuft, dass er ein grosses Haus 
machen konnte und bald im grössten Ueberflusslebte. Seine letzten Jahre triibte 
indessen die Eifersucht auf den Wachsenden Ruhm seines Nebenbuhlers Kneller, 
'der 1674 nach London gekommen und, einem glänzenden neu aufgehenden Gestirn 
gleich , sein untergehendes zu verdunkeln anfing. Er starb 1680.  
Lely's Bildnisse zeichnen sichdurch die elegante Auffassung, die feine klare 
und warme Farbe und die leichte gefällige Darstellung weiblichen Reizes aus. Auch 
in seinen männlichen Porträts offenbart sich, obgleich er darin weniger glücklich 
war, als in den weiblichen, eine Kraft und Gediegenheit, die deutlich erkennen 
lässt, dass dieser Meister wirklich Ausserordentliches zu leisten vermochte, wenn es 
ihm darauf ankam. 
Die meisten seiner Bilder befinden sich in England und man rühmt unter den- 
selben besonders die Bildnisse der Lady Hamilton; des Horace Townshend; des Grafen 
von Sandwich, des Olivier Cromwell (1653 gemalt, gestochen von Faber); von 
Cowley; Buttler; der Herzoge von York und Gloucester; die zweier Geliebten Karl II. 
(in der Gemäldesammlung zu Blenheim); sein eigenes Porträt mit seiner Familie in 
einer Landschaft (in der Bildersammlung zu Corshamhouse) und eine Reihe von Schön- 
heiten aus der Zeit König Karl II. (im Schlosse zu Hamptoncourt). Von historischen 
Bildern Lely's werden namentlich hervorgehoben: eine Susanna mit. den Alten und 
eine Europa mit dem Stier in der Devonshiregallerie zu London. Auch das Louvre 
in Paris besitzt ein männliches Porträt des Meisters von feinster Auffassung und 
miniaturartig, in der wärmsten Färbung des van Dyck durchgefiihrtem Colorit. 
Ebendaselbst zeigt man ein historisches Bild von ihm: Meleager überreicht der Ata- 
lanta das Fell des calydonischen Ebers. 
Literatur. Fiorillo, Geschichte der zeichncnden Künste in Grossbritannien.  D eseamps, La vie 
des peintres fiamands, allemands et hollandois. 
Faes, Pieter, geb. 1750 zu Meir bei Hoogstraten in der Provinz Antwerpen, gest. 
1814 zu Antwerpen, galt für einen der ersten Früchten- und Blumenmaler seiner 
Zeit. Seine Bilder ündet man in beinahe allen grösseren Sammlungen in den 
Niederlanden. 
Fage oder Faye, Nicolas de 1a, ein tüchtiger Maler und Kupferätzer, der um 
die Mitte des 17. Jahrhunderts in Frankreich lebte , von dem aber nur sieben seltene 
Blätter bekannt sind, unter denen: Maria mit dem Kinde; Louise Marie Gonzagß, 
Königin von Polen, und Maria mit dem Kinde, nach A. Caracci, zu den interessan- 
testen gezählt werden.  
Fage, Reimen (1913„ Maler, geistreicher Zeichnet und Kupferätzer, geb. 1654 
auf der Insel Albigeois , gest. zu Rom oder Lyon 1684-, war ein Schüler von P. Ri- 
valz, bildete sich aber meistentheils durch sich selbst, wozu Seine glückliche Phan- 
tasie, die alle Gegenstände, die er einmal gesehen, so treu festhielt, dass er sie aus 
dem Gedächt-niss naehzuzeiehnen vermochte , ungemein viel beitrug. Von denjenigen 
Blättern, die er selbst in Kupfer gebracht, sind die besten: Diana und Endymion; 
das Bad von Nymphen und Satyrn; Amor tanzt mit zwei Kindern; Juno und Aeolus. 
IIÜCTEWT- P3013110, Geschichte der Malerei in Frankreich.
        

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