Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1053575
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Giaquinto 
Gibbs. 
Giaquinto, Corrado, Maler, geb. zu Molfetta um 1700, gest. 1765, erlernte die 
Kunst bei Solimena um 1719, kam aber schon 1723 nach Rom, wo er sich unter 
Conca namentlich im Colorit weiter bildete. Obgleich seine Bilder noch weniger 
schulgerecht als die seines zweiten Lehrers und noch manierirter als diese sind, so 
fanden sie doch wegen des leichten und kecken Wesens, das sich darin kundgibt, 
im Kirchenstaat und in Turin, wo Giaquinto häufig für den Hof zu thun hatte, viel- 
fachen Anklang. Im Jahr 1753 folgte er einem Rufe an den Hof zu Madrid an 
G. Amigoni's Stelle, als erster Hofmaler und Generaldirektor der Akademie S. Fer- 
nando. In Spanien, wo der Geschmack an Tizian's Werken längst dem an den 
Malereien Giordano's hatte weichen müssen, fand Giaquinto's graziöse Composition, 
seine geistvolle Behandlung der Frescomalerei, das liebliche Colorit und die glänzende 
Farbenwirkung überall Bewunderer, bis Raphael Mengs nach Madrid kam, dessen 
ernstere Kunstweise jene oberflächliche Manier wieder verdrängte. Giaquinto kehrte 
1'761 nach Neapel zurück. In Spanien sieht man heute noch viele Bilder von ihm 
in Oel und al fresco ausgeführt, kirchlichen und geschichtlichen Inhalts. 
Giarola oder Gerola, Antonio, genannt il Cavaliere Coppa, Maler aus Verona, 
'geb. 1595, gest. 1665, bildete sich unter Guido und Albani und zählte bald zu 
den besten Schülern dieser Meister, die er später in eigenen Werken mit Glück nach- 
zuahmen wusste. Seine Compositionen sind aber überfüllt mit Figuren und in dem 
Bestreben, Guido's Süssigkeit im Ausdruck nachzuahmen, wurde er oft zu schwach. 
Auf Albani's Empfehlung kam er als Hofmaler in die Dienste des Herzogs von 
Mantua. In Verona sind einige Bilder von ihm, die an den Styl der besten Venetianer 
(erinnern.  
Giarola, Giovanni, ein Maler aus Reggio, gest. 1557, soll sich in Correggio's 
Schule gebildet haben. Seine Wandgemälde zu Reggio im Palaste Donelli  die 
von ihm zu Parma ausgeführten sind untergegangen  sind geistreich und zart 
gemalt, nur sind zuweilen die Umrisse allzu vernachlässigt. 
Gibbon, B. P., ein treiflicher englischer Kupfer- und Stahlstecher im Thierfache 
dnd Arbeiter in Aquatinta, geb. um 1806, gest. 1851, stach meistens nach Bildern 
des berühmten Thiermalers Landseer. Seine Arbeiten, die eine tüchtige technische 
Meisterschaft beurkunden, sind sehr beliebt bei seinen Landsleuten. Wir kennen 
von ihm: Jack in oflice; The two dogs; A {ireside Party; Suspence; Roebuck and 
rough hounds, sämmtlich nach Landseer. 
Gibbons, Grieling, auch Grielin, Grinliin, oder Grinling geschrieben, einer 
der vorzüglichsten Bildhauer seiner Zeit in London, woselbst er 1721 gestorben, ist 
zu Antwerpen geboren, kam aber bald nach England, wo er sich durch seine Arbeiten 
für das Theater von Dorset-garden einen geachteten Ruf erwarb und an Mr. Evelyn 
einen Gönner fand, der ihn Karl II. empfahl, welcher den Künstler mannigfach be- 
schäftigte. Durch diese Erfolge ermuntert, wagte sich Gibbon jetzt auch an grössere 
Arbeiten in Stein und Holz. Von ihm ist die schöne Statue Jakobs 11. im Höfe des 
Banquetting-house zu London; das prächtige Denkmal des Viscount Camden in der 
Kirche zu Exton in Rutlandshire; ein Abendmahl, Relief zu Burleigh. Andere seiner 
Arbeiten sieht man in verschiedenen Schlössern und Kirchen in England zerstreut. 
So ist das Monument des igrossen Newton in der Westminster Abbey zu London 
ebenfalls ein Werk seiner Hand. Auch die meisten Statuen im Hof der Londoner 
Börse sind von ihm und dem holstein'schen Bildhauer Cajus Gabriel Cibber aus- 
geführt worden. Die schöne aus Eichenholz geschnitzte Kanzel von ihm in Temple- 
Church, einem der interessantesten Gebäude des früheren Spitzbogenstyls zu London, 
wurde 1840 bei einer Restauration dieser Kirche nebst dem Orgelgehäuse und anderen 
Verzierungen, als nicht zum Styl des Gebäudes passend, vhrkauft. 
Gibbs, James , einer der bedeutendsten Architekten Seiner Zeit in England, geb.  
1683 zu Aberdeen, gest. 1754 zu London, bildete sich in der Baukunst insbesondere 
in Italien zu einem tüchtigen Meister in seinem Fache aus, so dass ihm bald nach 
seiner Rückkehr 1720 verschiedene wichtige Bauten übertragen werden konnten- 
Die Kirche des heil. Martin zu London und die der heil. Jungfrau Maria am Strande
        

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