Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1053557
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Ghisi, Giorgio 
Ghislandi. 
Auf einem ihrer Blätter triift man , ausser ihrem Namen, nebenstehendes I9 
Monogramm. 
Ghisi, Giorgio, genannt Mantovano, Maler und treiflicher Kupferstecher, der 
Sohn und Schüler des Giov. Batt. Ghisi , geb. 1520 zu Mantual, geSt- daselbst 1582, 
führte einen kräftigen und sicheren Grabstichel in der Art und Weise des Marc 
Anton, dessen besten Arbeiten viele seiner Blätter zur Seite gesetzt werden können. 
Zur Zeit des Papstes Paul III., um 1546. war Ghisi in Rom, woselbst er sich mit 
der Kunst, goldene Ornamente in Rüstungen, Waifen, Bügel u.s.w. einzulegen, 
beschäftigte und darin rühmende Anerkennung fand. Die letzten mit Jahreszahlen 
bezeichneten Blätter Ghisi's sind von 1578. Ausser nach G. Romano und Buona- 
rotti stach er auch nach Lucca Penni, Primaticcio , Perino del Vaga u. A. 
Zu seinen schönsten Stichen zählt man: den Streit über das heil. Sakrament, 
nach Raphael (1552); die Schule von Athen, nach demselben(155O); das jüngste 
Gericht in 11 Blättern, nach Michelangelo; Propheten und Sibyllen, nach dem- 
selben; das Urtheil des Paris (1555); den Kirchhof (1554), und Herkules mit der 
Hydra, alle drei Blätter nach" G. B. Bertano; Apollo auf dem Parnass und den 
Traum des Raphael oder die Melancholie des Michelangelo, beide nach Lucca 
Penni; Venus und Adonis, und Angelica und Medor, beide nach Teodoro Ghisi; 
die Vermählung der heil. Katharina, nach Correggio; die Ruhe auf der Flucht 
nach Aegypten, nach Campi. GAQ: 
Nebenstehende Monogramme findet man auf seinen Blättern.  
Ghisi, Giovanni Battista Mantovano, auch Bertano genannt, Baumeister, Bild- 
hauer, Historienmaler und Kupferstecher, das Haupt der Künstlerfamilie Ghisi, 
geb. zu Mantua 1503, gest. daselbst 1575, bildete sich bei Giulio Romano und 
nach Marc Anton. Er war nach des ersteren Tod der Hauptbaumeister des Herzogs 
Vincenzio von Mantua, und überhaupt einer der thäitigsten und unternehmendsten 
Künstler in jener Stadt. Seine Thätigkeit als Architekt scheint sich indessen mehr  
auf die Oberleitung begonnener Bauten, auf Veränderungen oder neue Einrichtungen 
bei bereits bestehenden beschränkt zu haben. Er schrieb auch ein Werk über den 
Vitruv, das 1558 zu Mantua unter demTitel: „Gli oscuri e difficili passi dell' 
Opera di Vitruvio, ed Giov. Batt. Bertano" herauskam. Nach seiner Com- 
position führten Domenico Brusasorci, Fermo Guisoni und lppolito Costa 
verschiedene Altargemälde für die Kirchen Mant-ua's aus. Reliefs von ihm in Thon 
und Stuck, zum Theil nach G. Romano's Entwürfen, sieht man heute noch im 
Palazzo del Te, im Pal. Bonacolsi, im Dom und in S. Barbara zu Mantua. Sein 
ältester bekannter Kupferstich ist eine Seeschlacht mit der Aufschrift: J. B. Maut. 
sculp. 1538. Meist stach er nach G. Romano; Einiges auch nach eigenen COIIIPO- 
sitionen. Die kleine Anzahl der von ihm bekannten Blätter beweist, dass er die 
Kupferstecherkunst nur nebenbei betrieb. Seine Stechweise erinnert an Marc Anton, 1-83], 
mehr aber noch an den Meister mit dem Würfel. g 
Zu seinen besten Blättern gehören: die Trojaner treiben die Griechen nach  
ihren Schiffen zurück, nach G. Romano; David, der dem Goliath das Haupt ab- 
schlägt, nach demselben (1540); Mars und Venus (1539)_ ä 
Auf einigen seiner Blätter sieht man nebenstehende Monogramme.  
Literatur. Vasari, Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeister.  Bausch, Le 
Peintre graveur.  Di cillilue valenti incisori Mantovani del secolo XVI. e delle stumpe da 1010 Opßrßtß, 
Memoria di Carlo d'Arco. Mantova, 1840.  Kunstblatt, Jahrg. 1843, Nro. 92. 
Ghisi, Teodoro, ein Maler und Kupferstecher aus Mantua, V0Il dem wir aber keine 
weiteren Nachrichten besitzen, als dass Giorgio Ghisi einige Blätter nach Composi- 
tionen von ihm gestochen, und dass er 1601 in seiner Vaterstadt im 65. Jahre gestorben- 
Ghislandi, Vittore, genannt 11 Frate Paolotto, Maler, der Sohn des Domenico 
Ghislandi , geb. 1655 zu Bergamo , gest. 1743, erlernte die Kunst bei Bornbelli, 
bildete sich aber vornehmlich nach Tizian Zu einem vorzüglichen Bildnissmalef- 
Seine Porträts überraschen durch die ausdrucksvollen Physiognomien und die Treue 
der Naturnachahmungi im Fleisch, wie in den verschiedenen Stoffen.
        

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