Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1053513
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Ghirlandajo, Domenico del. 
wie Vasari mittheilt, von Domenico's Brüdern vollendet wurde, so kann sich die 
Arbeit der letzteren an demselben doch nur auf Nebensachen beziehen. Zu Lucca 
malte Domenico sodann für die Kirche S. Martino eine thronende Madonna, von den 
h. h. Petrus und Pelagius, Paulus und Sebastian umgeben, die noch jetzt in der 
Sakristei daselbst zugleich mit noch einem andern Bilde des Meisters, einer Madonna 
zwischen Heiligen, aufbewahrt wird. In der Abtei von Settimo, ausserhalb Florenz, 
schmückte er die Hauptkapelle mit einer Reihe von Frescobildern und das Mittelschiff 
der Kirche mit zwei Temperatafeln. Auch verzierte er 1494 im Dom zu Pisa die 
Nische über dem Hauptaltar mit sechs Reihen singender Engel, die noch vorhanden, 
obwohl hie und da restaurirt sind. Von anderen daselbst ausgeführten Arbeiten hat 
sich jedoch nur ein Bild an der Fagade vom Hause des Kirchenvorstehers: König 
Karl VIII., den Friedensschluss zwischen Pisa und Florenz vermittelnd, und ein 
Temperabild, Gott Vater zwischen zwei Engeln im Institute delle belle arti, erhalten. 
In der Abtei von Passignano führte er mit seinem Bruder Davide Ghirlandajo 
und mit Bastiano Mainardi von S.Gimignano mehrere Tafeln aus, von denen 
noch zwei vorhanden sind , dagegen ging ein heil. Martiinus, im Waifenschmuck über 
einer Thüre des Kirchhofs von Santa Maria Nuova zu Florenz al fresco gemalt, durch 
Bauveränderungen zu Grunde. 
Die Mosaiken an der Fagade des Domes von Siena, zu deren Ausführung 
die Domverwaltung Ghirlandajo dorthin berufen hatte, wurden, gleich denen in der 
Kapelle des heil. Zenobius im Dom zu Florenz, durch den Tod des Lorenzo dei 
Medici unterbrochen. Dagegen hat sich uns noch ein sehr schönes Mosaikbild von 
ihm, eine Verkündigung über einer Seitent-hüre von S. Maria del Fiore zu Florenz, 
erhalten. Mit seinem Schüler und späteren Schwager, dem schon genannten 
Bastiano Mainardi, führte Domenico endlich in der letzten Zeit seines Lebens 
noch verschiedene Werke aus. So schmückten sie mit einander die Kapelle der 
heil. Fina in der Pfarrkirche zu S. Gimignano an den Wänden mit Scenen aus dem 
Leben der Heiligen, an der Decke mit den Darstellungen der vier Evangelisten und 
an den Trägern des Gewölbes mit einigen Prophetengestalten. Auch führte Basitiano 
eine Himmelfahrt Mariä in der Kapelle der Baroncelli und Bandini in S. Croce zu 
Florenz nach einem Carton von Domenico Ghirlandajo sehr schön al fresco aus. Als 
aber beide Künstler sich eben zur Ausführung grösserer Arbeiten für die Dome zu 
Pisa und_ Siena anschickten, wurde plötzlich Domenico von der Pest dahin gerafft. 
Von anderen Werken des Dom. Ghirlandajo, von denen sich jedoch nicht mehr 
genau ermitteln lässt, in welcher Zeit sie ausgeführt wurden, nennen wir hier noch 
folgende. Eine Scene aus dem Leben des heil. Paulinus, ein Frescobild in S. Croce 
zu Florenz, ist, gleich einer andern für S. Marco daselbst gemalten Tafel, zu Grunde 
gegangen; dagegen ziert heute noch ein Abendmahl das Refektorium von S. Marco; 
eine Anbetung der Könige, ein für Gio. Tornabuoni gemaltes Rundbild zeigt man 
im Pal. Pandolfini; ein für Lorenzo dei Medici ausgeführtes Gemälde des Vulkß-DS im 
Spedaletto, gegenwärtig eine Faktorei des Fürsten Corsini bei Volterra, ist Zwar 
erhalten, aber in einem ziemlich übeln Zustande; ein heil. Georg, für die Küche 
Ognisanti zu Florenz gemalt, ist nicht mehr vorhanden. Die für Giov. Tornabuoni 
gemalten Fresken in einer Kapelle auf dessen Landsit-z Casso Macherelli bei Florenz 
sind jetzt grösstentheils zerstört; dagegen sind die Malereien in der Sala de' Gigli 
im Palast der Signoria zu Florenz, verschiedene iiorentinische Heilige darstellend, 
noch wohl erhalten. Dasselbe kann von einem Frescobild der Madonna, Welche dem 
heil. Thomas den Gürtel reicht, in der Sakristei von S. Niccolo jenseits des Arno ge- 
sagt werden. Von verschiedenen anderen grösseren und kleineren Bildern, die zu 
Florenz und anderwärts in die Hände von Bürgern kamen, ist wohl noch Manches 
erhalten; doch kennen wir nur ein Bild mit den h. h. Vincentius, Sebastian und 
Rochus auf dem Rathhause zu Rimini, und einen heil. Romuald mit einer Heiligen 
(gest. von Diana Mantuana) in der Abtei von S. Giusto, ausserhalb Volterra- 
Endlich sieht man im Museum zu Berlin ausser den bereits genannten Bildern: Mafia 
mit dem Kinde auf dem Throne, von zwei Heiligen umgeben; die auf dem Throne
        

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